Chronik 2026

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10.03.2026
Vortrag von Prof. Dr. Joachim Breckow
Marie Curie – Die Entdeckung der Radioaktivität

Maria Skłodowska, besser bekannt als Marie Curie, war in vielerlei Hinsicht eine wahre Pionierin. In einer von Männern geprägten wissenschaftlichen Welt musste sie sich mit enormem Fleiß, großer Ausdauer und überragenden Fähigkeiten durch-setzen.

Mit der Entdeckung der Radioaktivität gelang ihr der Zugang zu einem völlig neuen Phänomen in der Physik, das zu einem tiefen Verständnis von der Struktur der Materie führte.

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24. Februar 2026
Ulrike Kuschel
Max Liebermann – Vom „Armeleutemaler“ zum Pionier der Moderne

Um 1900 gehörte es zum guten Ton, einen Liebermann im Wohnzimmer hängen zu haben – und dies blieb bis in die 1920er Jahre so. Doch was war der künstlerische Weg des Malers vorher und hinterher? 1847 als Sohn einer wohlhabenden und in Berlin etablierten jüdischen Familie geboren, die ihr Geld mit Stoffen und Eisenhüttenwerken verdiente und schließlich eine Villa am Pariser Platz 7 direkt am Brandenburger Tor erwarb und bewohnte, galt seine frühe Leidenschaft fürs Zeichnen lange als Hobby für seinen Vater. Doch Max, der nie gerne zur Schule ging, hatte andere Ambitionen. Er studierte zunächst Chemie, benutzte dieses Studium jedoch, um weiterhin zu malen und um zu reiten, sodass er wegen „Unfleiß“ exmatrikuliert wurde. Daraufhin studierte er in Weimar Malerei, fühlte sich aber künstlerisch nicht heimisch dort.

1871 kam Liebermann mit seinem Lehrer Theodor Hagen nach Düsseldorf und wurde dort, schwerpunktmäßig mit der niederländischen Malerei beschäftigt, zum ersten Mal von der französischen Malerei inspiriert. 1872 malte er sein erstes Bild, „Die Gänserupferinnen“.  Munkácsy und Rembrand standen stilistisch Pate. Liebermanns Sujet waren einfache Menschen, ohne Rührseligkeit dargestellt, und damit brach er mit den Konventionen. Als „Schmutzmaler“ wurde er bis ins nächste Jahrzehnt beschimpft, als „Apostel der Hässlichkeit“ – wenngleich sein Talent von seinen Kritikern nie bestritten wurde. Doch Liebermann bestand auf der Wirklichkeitsnähe seiner Bilder und seiner neuen Art der Landschaftsmalerei, der „Freilichtmalerei“. Ähren- und Kartoffelsammlerinnen malte er, und ähnliche Motive. Doch dann zog es ihn aus Deutschland weg nach Barbizon bei Fontainebleau, wo er Millet und andere Vertreter des entstehenden Impressionismus für sich entdeckte. In Zandvoort beschäftigte er sich mit den Gemälden von Franz Hals und erweiterte sein künstlerisches Repertoire. Und immer wieder und weiterhin war sein Thema das Licht. Wie es zu erfassen ist war im Fokus seiner weiteren künstlerischen Entwicklung. Beispielsweise friedvolle Bilder von jungen Mädchen in einem Waisenhaus entstanden, in denen er mit Sonnenflecken im Garten experimentierte.

1879 provozierte Liebermann mit einem weiteren Werk, dem „Zwölfjährigen Jesus im Tempel“, in dem er Einflüsse naturalistischer, altniederländischer und venezianischer Kunst vereinigte – ein Skandal. Als „der hässlichste naseweiseste Judenjunge“ würde Jesus hier dargestellt, wurde kritisiert. Man sprach ihm ab, als Jude Jesus so darstellen zu dürfen, und Liebermann gab dem „Shitstorm“ nach und übermalte den Jungen. In den folgenden Jahren blieb er Deutschland eher fern, doch 1884 kehrte er endgültig nach Berlin zurück und heiratete die Schwester seiner Schwägerin, Martha. Er wurde in den Verein Berliner Künstler aufgenommen und trat der Gesellschaft der Freude bei, seine Eintrittskarte zur bourgeoisen Oberschicht. Schon kurz nach ihrer Gründung 1892 wurde Liebermann, so Lovis Corinth, zum heimlichen Führer der Berliner Sezession, und später ihr Präsident.

 Gleichzeitig, so Liebermann selbst, lebte er sehr diszipliniert: „Ich bin in meinen Lebensgewohnheiten der vollkommene Bourgeois; ich esse, trinke, schlafe, gehe spazieren und arbeite mit der Regelmäßigkeit einer Turmuhr.“ 1895 dann sein Themenwechsel hin zu „Freizeit“ (z.B. Balkonbild seiner Frau in Scheveningen), mit Reitsport, Polo und Tennis, dem damaligen „Flirtsport“. Helle, freundliche Farben hielten nun nachhaltig Einzug in seine Werke.  Martha und Max zogen nach dem Tod von Louis, dem Vater, in das Palais. Die Preise von Liebermanns Bildern waren stattlich, die Familie lebte gut. Über 70 Selbstbildnisse malte er, und allein über 200 Gemälde seines Gartens, der zu seinem neuen Hobby geworden war, nachdem er eine Villa am Wannsee erbaut hatte. 1920 dann übernahm er für 12 Jahre trotz immer schwieriger werdenden Bedingungen die Präsidentschaft der Akademie der Künste, nachdem der die Sezession verlassen und die „Freie Sezession“ gegründet hatte.

Der Rest der zunehmend traurigen Geschichte ist schnell erzählt. Hatte er lange Antisemiten für „verwirrte Gestrige“ gehalten (sich selbst sah er als „Preuße jüdischen Glaubens“), erkannte er erst 1934, dass er in Deutschland keine Zukunft mehr hatte. Er prägte den auf Nazis bezogenen Satz „Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen könnte“. Natürlich wurde auch seine Kunst als „entartet“ eingestuft und verboten. Das Schicksal bewahrte ihn vor Schlimmerem, er starb 1935 und liegt beerdigt auf dem jüdischen Friedhof. Seine Frau Martha musste bis zum bitteren Ende gehen – kurz vor ihrem Abtransport nach Theresienstadt 1943 erlöste sie sich selbst von diesem Leben.

Ein wunderbarer Gang durch das Wirken von Max Liebermann – für Kennerinnen im vollbesetzten Netanyasaal fast schon eine Erinnerungsreise durch die Werke des Künstlers, deren Schwerpunkte Ulrike Kuschel kompetent, „to the point“ und überhaupt nicht „erschöpfend“ in eineinhalb Stunden skizzierte.  (bt)

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05.02.2026   
Tagesfahrt nach Mainz und Wiesbaden

(nur für angemeldete Mitglieder)

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20.01.2026 
Pfr. i. R. Hartmut Miethe                                                                          
Die geheimnisvolle Welt des Malers                                     
Hieronymus Bosch


Der niederländische Maler Hieronymus Bosch (1450- 1516) war ein Maler der Spätgotik.
Die tiefe religiöse und politische Unruhe dieser Epoche schuf ein Klima für Visionen, Unheilsverkündigungen und Prophetie.

Die Arbeiten von Bosch verarbeiten intensiv die Zerrissenheit seiner Zeit, die ihrerseits bereits Anteil an der Vorbereitung zur Reformation hin hatte und geistesgeschichtlich neue Maßstäbe für Europa entwickelte. Manche Kunstgeschichtler sind der Meinung, seine Bilder wären nichts für zarte Gemüter, weil beachtliche Wirklichkeitsverzerrungen aufblitzen. Aber gerade dies macht den Reiz und die Spannung seines Werkes aus.

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15.01.2026
Führung in der Kunsthalle Gießen – Roméo Mivekannin

(nur für angemeldete Mitglieder)

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