{"id":4080,"date":"2025-01-10T17:24:02","date_gmt":"2025-01-10T16:24:02","guid":{"rendered":"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/?page_id=4080"},"modified":"2025-12-05T14:05:01","modified_gmt":"2025-12-05T13:05:01","slug":"chronik-2025","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/chronik-2025\/","title":{"rendered":"Chronik 2025"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>04.12.2025<br>Jahresabschluss im Netanya-Saal<\/strong><br>(nur f\u00fcr angemeldete Mitglieder)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>20. 11.2025<\/strong><br><strong>Tagesfahrt nach R\u00fcsselsheim<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>06.11.2025<\/strong><br><strong>Suzanne Bohn<\/strong><br><strong>Simone de Beauvoir (1908 &#8211; 1986)<\/strong><br><strong>Die intelligenteste Frau ihrer Zeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Frauen, zwei Magneten im fast vollbesetzten Netanya Saal. Die Eine: franz\u00f6sische Philosophin, Avantgardistin, Feministin. Die Andere: deutsch-franz\u00f6sische Journalistin, Germanistin und nicht nur bei Frau und Kultur gefragte und beliebte Referentin. Und so legt sie los, nicht ohne vorher zu warnen, unser bisheriges Bild von <strong>Simone Lucie Ernestine Marie Bertrand de Beauvoir<\/strong><strong> <\/strong>k\u00f6nnte in den n\u00e4chsten Minuten von ihr zerst\u00f6rt werden. Wenn dies so ist, dann tut sie dies aber mit so viel Charme, Witz und franz\u00f6sischem Esprit, dass niemand davonl\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, Simone de Beauvoir war und ist eine Ikone. Sie stammt aus einer alten franz\u00f6sischen Aristokratenfamilie und bleibt deren konservativen Werten durchaus ein Leben lang treu. Es darf nicht vergessen werden: die franz\u00f6sische Gesellschaft war damals tief katholisch gepr\u00e4gt, es galt der bis heute g\u00fcltige Code Napoleon aus dem Jahr 1804. Und dennoch geht Simone, anders als ihre Schwester H\u00e9l\u00e8ne, ihren ganz eigenen revolution\u00e4ren Weg durch ihr Leben. Sie f\u00fcgt sich nicht in das Bild von der Franz\u00f6sin jener Zeit ein und weigert sich, \u201esich sch\u00f6n zu machen\u201c. Sie ist \u201eerstaunlich hochintelligent\u201c, \u201emit einem Verstand wie ein Mann\u201c (so ihr Vater). Schon fr\u00fch sucht sie vor allem den Umgang mit M\u00e4nnern, denen sie sich aber grunds\u00e4tzlich \u00fcberlegen f\u00fchlt. Frauen verachtet sie lange. Dennoch setzt sie sich in ihren sp\u00e4ten Jahren an die Spitze der franz\u00f6sischen feministischen Bewegung.<\/p>\n\n\n\n<p>Simone de Beauvoir macht mit 16 Jahren mit Auszeichnung Abitur, studiert und ist erneut die Beste. Sie erobert sich zielstrebig ihren Platz als hochgeachtete Philosophin und Autorin in der m\u00e4nnerdominierten Gesellschaft und verweigert Ehe, Hausarbeit, Mutterschaft. Schon w\u00e4hrend ihres Studiums wird sie die Lebensgef\u00e4hrtin von Jean-Paul Sartre, den sie als Genie sieht, und der sich zwar schon bald wieder sexuell von ihr abwendet, f\u00fcr dessen pers\u00f6nliches Leben und Karriere sie jedoch als Beraterin und Lektorin unentbehrlich ist. &nbsp;Er, der kleine unattraktive Hypochonder mit dennoch gro\u00dfer Anziehungskraft auf Frauen, bezeichnet sie als \u201eIntelligenzbestie\u201c. Sartre und sie werden zum \u201ePhilosophen-Star-Paar\u201c, das zwar von 1929 bis zu seinem Tod 1980 zusammenbleibt, aber nie zusammenzieht. Sie sind die \u201eEltern der franz\u00f6sischen Studentenrevolution\u201c, ihre Ehe ein \u00f6ffentliches Versuchslabor. In Zweijahresabst\u00e4nden erneuern sie immer wieder ihren Ehepakt. Er reklamiert f\u00fcr sich die Notwendigkeit von Zufallslieben und hat unz\u00e4hlige Aff\u00e4ren, die sie widerstandslos duldet. Als er sich in Simones Sch\u00fclerin Olga Kosakiewicz und dann deren Schwester verliebt, werden die Aff\u00e4ren zu Dramen. 1965 adoptiert er seine ehemalige Geliebte Arlette Elka\u00efm, die sp\u00e4ter zu seiner alleinigen Nachlassverwalterin wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter f\u00fchrt Simone ihm sogar junge Frauen zu, die sie zuvor \u201etestet\u201c, und willigt auf seinen Wunsch hin in Dreierbeziehungen ein, die sie von sich aus nicht goutiert. Margarethe Mitscherlich konstatiert in der Folge, Beauvoir sei \u201edie Mutter in der Beziehung\u201c gewesen, gegenseitig waren sie gefangen, auch wenn Simone de Beauvoir selbst mehrj\u00e4hrige Liebesbeziehungen hat mit Nelson Algren (f\u00fcr den sie auch kocht und putzt und sich sch\u00f6n macht) und Claude Lanzmann.<\/p>\n\n\n\n<p>Politisch sind sie ein Powerpaar, privat Vorbild f\u00fcr neue Beziehungsmodelle und Autorinnen wie Benoit Groult. Sie gr\u00fcnden 1945 die literarisch-politische Zeitschrift \u201eLes Temps Modernes\u201c und etablieren die Philosphie des Existenzialismus, bei der die Freiheit des Menschen, der sein eigenes Wesen durch Entscheidungen und Handlungen formt, im Mittelpunkt steht. Beide treten vehement f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit Algeriens ein und engagieren sich an allen Brennpunkten des Kommunismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Simone de Beauvoir schafft bleibende Werke wie \u201eDas andere Geschlecht\u201c (1949), \u201eSie kam, um zu bleiben\u201c (1943) und \u201eDie Mandarins von Paris\u201c (1954), f\u00fcr das sie im gleichen Jahr den Prix Gancourt erh\u00e4lt. Sie ist unvergessen mit ihrem Satz \u201eMan kommt nicht als Frau auf die Welt, man wird es\u201c. Man trifft sich und schreibt im Pariser \u201eCaf\u00e9 de Flore\u201c, h\u00e4lt dort \u201eAudienz\u201c, was ihr und Sartre den Ruf der &nbsp;\u201eKaviar- und Champagnerphilosophen\u201c einbringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Sartre 1980 stirbt, k\u00fcmmert sich ihre Adoptivtochter Sylvie le Bon um die schon kranke Simone. Denn wie auch ihr Lebensgef\u00e4hrte war sie jahrzehntelang schwer alkoholabh\u00e4ngig, beide sterben an Leberzirrhose. Sylvie erh\u00e4lt die moralischen Rechte an Simones Werken und ver\u00f6ffentlicht sp\u00e4ter Briefe von ihr.&nbsp; 1986 stirbt auch Simone \u2013 von Krankheit gezeichnet \u2013 und wird zu einer Ikone, die Sartre so addressiert hatte: \u201eIch wollte die Welt ver\u00e4ndern \u2013 Sie haben es getan\u201c.&nbsp; <\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p><strong>30.10.2025<\/strong><br><strong>Friedrich W. Volck<\/strong><br><strong>Wie wir schmecken, riechen, f\u00fchlen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Allgemein geht man von f\u00fcnf Sinnen aus \u00fcber die wir Menschen verf\u00fcgen. Da w\u00e4ren zun\u00e4chst das H\u00f6ren und Sehen und jede und jeder sieht ein, dass beide viel mit Physik zu tun haben. Aber die restlichen drei: das Schmecken, das Riechen und das F\u00fchlen &#8211; das ist doch Chemie und Biologie. Nun h\u00e4lt sich die Natur aber nicht an die menschengemachte Einteilungen und so lohnt es sich durchaus, sich diese drei Sinne auch einmal genauer anzuschauen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Schmeckt&#8217;s&#8220; ist die bekannte Frage im Verlauf eines Males, aber sinnvoller Weise m\u00fcsste es hei\u00dfen: &#8222;Riecht&#8217;s&#8220;. Tritt man morgens auf den Fliesenboden, so f\u00fchlt sich dies k\u00fchl an, tritt man auf den flauschigen Teppich w\u00e4rmer, obwohl doch beide die gleiche Temperatur haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und auch wie sich Friedrich Merkel, der Entdecker einer der F\u00fchlrezeptoren, einen Namen als Anlageberater machte, kommt zur Sprache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p><strong>16.10.2025<\/strong><br><strong>Tagesfahrt nach Frankfurt a.M.<\/strong><br>(nur f\u00fcr angemeldete Mitglieder)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p><strong>02.10.2025<br>Au\u00dferordentliche Mitgliederversammlung<\/strong><br>(nur f\u00fcr Mitglieder)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p><strong>25.09.2025<\/strong><br><strong>Tagesfahrt nach Kronberg und zur Saalburg<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>18.09.2025<br>Horst Rehorn<br>Sizilien und die \u00c4olischen Inseln \u2013 eine Rucksackreise &nbsp;&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Die Ank\u00fcndigung einer Rucksackreise weckte bei vielen Besuchern unseres Vortrags  Erinnerungen oder Reiselust  und die Vorstellung von abenteuerlichen Touren durch einsame Gegenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die genannten Reise-Etappen wurden mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln und kleinem Gep\u00e4ck erreicht, in denen Quartiere vorgebucht waren. Dennoch zeigte die F\u00fclle der gezeigten Fotos die wichtigsten Sehensw\u00fcrdigkeiten und landschaftlichen Sch\u00f6nheiten. <\/p>\n\n\n\n<p>Mit orts\u00fcblichen Bussen und zu Fu\u00df begann in Catania die Reise nach Syrakus und Agrigent, zum \u00c4tna und nach Palermo. Auf den Wanderungen durch herrliche Landschaften boten sich historische St\u00e4tten zur Besichtigung an und per Flugboot ging es auf die Liparischen Inseln,<\/p>\n\n\n\n<p>Lipari, Salina, Panarea und Stromboli, jede der vulkanischen Inseln hat ihren eigenen Charter und Sch\u00f6nheit. Wilde Felsk\u00fcsten, duftende Str\u00e4ucher, einsame Buchten und Meerblick, soweit das Auge reicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Sicher finden sich auch vergleichbare Angebote f\u00fcr Gruppenreisen f\u00fcr alle Kulturinteressierten, die nicht ganz so mutig sind! Es w\u00fcrde sich bestimmt lohnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Studienreise nach Stuttgart und Umgebung<br>09. &#8211; 13. September 2025 <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>04.09.2025<\/strong><br><strong>Robinson Michel<\/strong><br><strong>1970-2000 &#8211; Postmoderne Architektur in Hessen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer nach Giessen mit der Bahn anreist, sieht sie gleich zur linken Hand: die ehemalige <em>Postzentrale<\/em> am Bahnhof. Zumindest der geschulte Blick des Kunsthistorikers Robinson Michel, Mitarbeiter im Landesamt f\u00fcr Denkmalpflege und engagiert in der Initiative \u201eDie Betonisten\u201c, erkennt sofort: hier handelt es sich um ein Geb\u00e4ude der Postmoderne.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Str\u00f6mung der Architektur kam, wie der Name besagt, nach der Moderne. Und ist gleichzeitig Teil von ihr. Etwas verwirrend. Klar kann aber gesagt werden: die Postmoderne ist eng mit der Stahlbetonbauweise verbunden, oft mit gro\u00dfen Glasfassaden, Flachd\u00e4chern und dem Verzicht auf Baudekor, also funktional. Prominente Vertreter: Gropius, Le Corbusier, Mies van der Rohe. \u00c4sthetik spielt nun keine Rolle mehr, es regiert der \u201eInternationale Stil\u201c. Sogar vom \u201eBrutalismus\u201c ist die Rede.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Einfachheit halber folgen wir hier der Chronologie des Referenten und \u201espringen\u201c von Objekt zu Objekt. Bekannte Beispiele: das <em>Kloster La Tourette<\/em> in \u00c9veux (Le Corbusier), das Glas-Stahl <em>Dreischeibenhaus<\/em> in D\u00fcsseldorf (Hentrich\/Petschnigg), der<em> Mariendom<\/em> in Neviges\/Velbert (B\u00f6hm) oder der <em>Sonnenring<\/em> in Frankfurt-Sachsenhausen (Balser).<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wie modern ist die (Post)Moderne wirklich? Das Auge der Betrachterinnen verweilt auf <em>Haus Nagel<\/em>, von Heinz Bienefeld erbaut, das \u201eerste postmoderne Geb\u00e4ude in Deutschland\u201c. Eindeutig, so Robinson Michel, war hier die Architektur Andrea Palladios Vorbild (Villa Rotonda), und die lag immerhin fast 400 Jahre zur\u00fcck. &nbsp;Nur ein Beispiel daf\u00fcr, dass es in der (Post)Moderne, wie der franz\u00f6sische Philosoph Jean Francois Lyotard treffend konstatierte, \u201eeine Vielzahl von Diskursen\u201c gab und gibt \u2013 und viel Kritik. &nbsp;Der Kunsthistoriker Heinrich Klotz sprach gar von einer \u201eVerschandelung der Umwelt\u201c durch die neue rationale Architektur. 1977 erkl\u00e4rte anl\u00e4sslich der Sprengung des <em>Pruitt-Igoe Wohnkomplexes<\/em> in Missouri der US-amerikanische Charles Jencks sogar den Tod der modernen Architektur.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber die Postmoderne kann auch ganz anders. Sie spielt, so der Referent, mit Ironie, Sarkasmus und Farben. Schlagw\u00f6rter wie \u201eanything goes\u201c (Charles Moore), \u201eform follows fiction\u201c und \u201earchitecture parlante\u201c beschreiben diese Vielfalt. Beispiele sind das <em>Longaberger Basket Building<\/em> in Ohio, <em>Randy\u2019s Donut Shop<\/em> in Inglewood (beliebtes Filmobjekt), die <em>Bibliotheque Nationale de France<\/em> in Paris und das Robert Venturi <em>Guild Hou<\/em>se in Philadelphia.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wie war noch das Thema? Postmoderne in Hessen? Oder doch zumindest in Deutschland? Der Referent versucht nun den Kreis zu schlie\u00dfen \u2026 dann aber doch immer wieder mit kleinen Abstechern in Nachbarl\u00e4nder und auch weiter weg. In Frankfurt beherbergt die U-Bahnstation Dom\/R\u00f6mer (Slogan: \u201eU-Bahn Fahren ist keine Kunst\u201c) eine <em>St\u00fctze ohne Funktion<\/em>. Mario Botta versuchte sich \u2013 damals f\u00fcr die <em>Schweizer Zentralbank<\/em> &#8211; in Basel mit einer gestreiften Fassade (\u00fcbrigens ein weiteres interessantes Thema: wie stellen Banken ihre Firmenphilosophie baulich dar?). James Stirling setzte sich mit der <em>Neuen Staatsgalerie Stuttgart<\/em> (\u201eeine Ikone postmodernen Bauens\u201c) ein Denkmal, Gottfried B\u00f6hm tat dies mit den dekonstruktivistischen <em>WDR-Arkaden<\/em> in K\u00f6ln, Renzo Piano (u.a.) mit dem <em>Centre Georges Pompidou<\/em>, Richard Meier mit dem <em>Museum Frieder Burda<\/em> in Baden-Baden.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch noch einmal zur\u00fcck nach Hessen. Die <em>Frankfurter Altstadt<\/em> ist ein anschauliches Beispiel f\u00fcr postmoderne Architektur, vor allem die <em>Saalgasse 16-18 und 22-18<\/em> (Natalini, Moore). <em>Marburg<\/em> hat beispielsweise postmoderne Geb\u00e4ude in der <em>Mainzer Gasse 32-34<\/em> und der <em>Barf\u00fc\u00dfer Stra\u00dfe 7 (Blaue S\u00e4ule)<\/em>. In Kassel an der D\u00f6nche stehen die <em>Wohnschlange <\/em>(documenta urbana) und das <em>Haus Minke<\/em> von Gernot Minke, bekannt als Pionier des \u00f6kologischen Bauens. Die <em>Waldspirale<\/em> von Friedensreich&nbsp; Hundertwasser in Darmstadt hat eine begehbare gr\u00fcne Dachterrasse. Weitere hessische Highlights: die <em>Frankfurter Landeszentralbank<\/em> von Jourdan und M\u00fcller. Das <em>Gothaer Haus<\/em> von Peter Opitz in Offenbach. Das <em>Museum f\u00fcr Moderne Kunst<\/em>, wieder in <em>Frankfurt<\/em>, von Hans Hollein. Oswald Ungers\u2018 <em>Messe Torhaus<\/em> in Frankfurt (und die <em>Badische Landesbibliothek<\/em> in Karlsruhe). Und, last but not least, der <em>Messeturm<\/em> in <em>Frankfurt<\/em> von Helmut Jahn.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Much food for thought \u2013 und kein Platz f\u00fcr Vertiefungen in dieser Chronik, die aber hoffentlich als eine n\u00fctzliche Vorlage zur virtuellen Spurensuche im Netz dienen kann, um all diese Geb\u00e4ude zu bestaunen, \u00fcber die Architekten (tats\u00e4chlich keine einzige Frau ist dabei) zu recherchieren oder um gegebenenfalls das eine oder andere Bauwerk aus der pers\u00f6nlichen Erinnerung zur\u00fcckzuholen in das Jetzt. Die durch den spannenden Vortrag entstandene Gesamtperspektive zeigt:&nbsp; Postmoderne Geb\u00e4ude und ihre ohnehin international vernetzten Architekten in Giessen \u2013 Hessen \u2013 Deutschland brauchen sich nicht zu verstecken in der globalen Galerie \u2013 und tun es auch nicht. &nbsp;(bt)<\/p>\n\n\n\n<p>Empfehlenswerte Lekt\u00fcre, mal auf Englisch: L\u00e9a-Catherine Szacka <em>Writing \u2018from the Battlefield\u2019: Charles Jencks and The Language of Post-Modern Architecture (download)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>28.08.2025<\/strong><br><strong>Ulrike Kuschel<\/strong><br><strong>K\u00fcnstlerpaare: Jackson Pollock und Lee Krasner<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zwei gro\u00dfe K\u00fcnstler (Lee bezeichnete sich ausdr\u00fccklich in der m\u00e4nnlichen Form): Jackson Pollock (1912-1956) und Lee Krasner (1908-1984). Beide lebten in den USA, Lee mit j\u00fcdisch-russischen Wurzeln, Jackson aus einer armen Bauerfamilie. Beide f\u00fchlten sich schon jung zur Malerei berufen, Lee allerdings fr\u00fcher und zielstrebiger als Jackson. Beide kamen aus Familien, die nichts mit Kunst zu tun hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ulrike Kuschel, dem Publikum vertraut und von ihm sehr gesch\u00e4tzt, skizzierte zun\u00e4chst anschaulich den individuellen Werdegang dieser beiden so unterschiedlichen Charaktere. Lee Krasner wusste schon als Kind, dass sie Malerin werden wollte, und erk\u00e4mpfte sich diesen Weg bereits als Jugendliche. An der Kunstschule galt sie als rebellisch und unversch\u00e4mt. 1928 malte sie ihr bekanntes Selbstportrait. Ihr letzter Lehrer (1937-1940), Hans Hofmann, abstrakter Expressionist, bemerkte: \u201eDas ist gut, dass man nicht merkt, dass sie eine Frau ist.\u201c &nbsp;In der Tat, Lee war gut, und sie verdiente sich fr\u00fch ihren eigenen Lebensunterhalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders Jackson Pollock. Der Vater schwer alkoholkrank, der Sohn schwierig, mit Schulverweisen und Autorit\u00e4tsproblemen und fr\u00fchem eigenen Alkoholkonsum. Ein Au\u00dfenseiter, ein Dandy-Cowboy Verschnitt, der \u201ekalte, leblose\u201c (Zitat Jackson) Zeichnungen schuf und gro\u00dfes Interesse an den \u201edunklen Seiten\u201c der amerikanischen Gesellschaft hatte, aber auch b\u00e4uerliche Szenen liebte, wie sein Lehrer Thomas Hart Benton. Sein Selbstbildnis ca 1933 zeigt ihn in psychisch schlechter Verfassung, gealtert und kindlich zugleich. Entz\u00fcgen folgten R\u00fcckf\u00e4lle, Anf\u00e4lle von J\u00e4hzorn, Verhaftungen,&nbsp; Depressionen\u2026 Gleichzeitig inspirierte ihn Siqueiros Muralismo und dessen Verwendung von Farben. Primitive Kunst, wie die der Innuit, und Menschheitsthemen waren sp\u00e4tere Quellen seines Schaffens \u2013 es waren unruhige Zeiten, zweiter Weltkrieg, viele Umbr\u00fcche\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Pollock und Krasner lernten sich 1941 auf einer Ausstellung kennen. Sie war 33, er 29. Was sie verband waren ihr k\u00fcnstlerisches Bewusstsein und, so die Referentin, ihr Bed\u00fcrfnis nach Liebe. Lee war zu dem Zeitpunkt bereits als avantgardistische K\u00fcnstlerin bekannt, Jackson war in der Szene noch ein Au\u00dfenseiter, in Beziehungen (nicht Abenteuern) unerfahren, er war mittellos, lebte bei seinem Bruder, der auch Maler war. Doch das sollte sich in der Folge \u00e4ndern. To put it in a nutshell: Lee bewunderte Jacksons k\u00fcnstlerisches Talent. Sie zollte ihm bedingungslose Anerkennung und wurde zu seiner Kritikerin und F\u00f6rderin. Zweifellos verdankte er ihr ganz wesentlich seinen k\u00fcnftigen Erfolg in der Kunstszene. Das Paar zog zusammen, lebte in \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen, bald in einem H\u00e4uschen in Manhattan, wo er das gro\u00dfe Atelier belegte, w\u00e4hrend sie in einem kleinen Zimmerchen malte.<\/p>\n\n\n\n<p>Es kam, wie es so oft geschah und geschieht: Lee Krasner (die Frau!) stellte immer mehr ihr eigenes Schaffen zur\u00fcck, das sie sogar als \u201enichtssagender\u201c als das seine bezeichnete, w\u00e4hrend Pollock sich zu einem der f\u00fchrenden K\u00fcnstler des abstrakten Expressionismus entwickelte. Dabei spielte eine weitere Frau eine gro\u00dfe Rolle: Peggy Guggenheim wurde auf ihn aufmerksam und nahm ihn 1943 unter Vertrag. Sie beauftragte ihn mit einem Leinwandbild f\u00fcr ihr Privathaus, in \u201eall over\u201c Technik gefertigt. Das Werk katapultierte ihn an die Spitze der internationalen Kunstszene, w\u00e4hrend Lee Krasner immer mehr aus ihr verschwand. 1945 dann die Heirat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Anerkennung, die Lee Krasner ihrem Mann zollte, versagte er ihr. Er sah sie nicht als ebenb\u00fcrtige Malerin, obwohl sie auch in den Jahren ihrer Ehe weiter Bilder schuf und sich entwickelte. Ihre Werke wurden lebendiger, weicher. Formen und Farben waren nicht mehr durch schwarze Linien voneinander getrennt sondern ineinander verzahnt. Doch sie nahm sich und ihr Werk zur\u00fcck und \u201emanagte\u201c ihn und seinen Erfolg. In den Jahren 1948-1950 geriet Pollock in eine Art Schaffensrausch, die Leinw\u00e4nde eher gro\u00dfformatig, auf dem Boden liegend, von dicken Farbschichten bedeckt, die Technik das \u201edripping and pouring\u201c. Lee Krasner selbst legte ihre Leinw\u00e4nde, kleiner als ein Meter, auf den Tisch, malte eher \u201eaus dem Handgelenk\u201c (\u201elittle image paintings\u201c). Mosaike, Hyroglyphen dienten als Vorlagen, w\u00e4hrend Pollock die Farben mit diversen Malgegenst\u00e4nden auf die Leinw\u00e4nde schleuderte.<\/p>\n\n\n\n<p>1951, Pollocks \u201eschwarzes Jahr\u201c, wechselte er nicht nur zur Schwarz-Wei\u00df-Malerei, sondern fing wieder an zu trinken. W\u00e4hrend er immer st\u00e4rker seiner Sucht verfiel, litt Lee zwar stumm an ihm, verst\u00e4rkte aber gleichzeitig ihre k\u00fcnstlerische Arbeit (1953: \u201eCity Verticals\u201c) und erprobte neue Techniken und Farben. Immer noch wuchs seine \u00f6ffentliche Reputation, vor allem in Europa, w\u00e4hrend er tiefer und tiefer in Depressionen rutschte und sich eine Geliebte nahm. Sein Leben endete 1956 in einer Alkoholfahrt. Lee Krasner wurde Witwe und Multimillion\u00e4rin.&nbsp; Sie blieb in Springs, zog in sein Atelier um, verwaltete den Nachlass des \u201egro\u00dfen Genies\u201c, wie sie ihren Mann nannte, und entfaltete sich k\u00fcnstlerisch weiter. Ihre Leinw\u00e4nde wuchsen auf bis zu f\u00fcnf Meter. Sie malte, so wie sie es selbst einmal sagte, vor, w\u00e4hrend und nach Jackson Pollock. Lee Krasner starb 1984, fast drei\u00dfig Jahre nach Jackson. Zwei spannende Leben, eine spannende Beziehung. Und ein toller Vortrag! (bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p><strong>14.08.2025<\/strong><br><strong>Katharina von Medici (1519-89) &#8211;<\/strong><br><strong>Gr\u00f6\u00dfe und Tragik einer Machtpolitikerin im Zeitalter der Hugenottenkriege<br><\/strong><br>Katharina, Tochter des Herzogs von Urbino, entstammt der Florentiner Kaufmannsfamilie der Medici. Vater und Mutter sterben wenige Wochen<br>nach ihrer Geburt. Das Kind w\u00e4chst in der Obhut ihres Gro\u00dfonkels Giulio<br>de Medici, dem sp\u00e4teren Papst Clemens VII. (reg. 1523-34), auf und wird&nbsp;&nbsp; 14j\u00e4hrig mit dem gleichaltrigen Heinrich von Orl\u00e9ans, dem \u00e4ltesten Sohn und Thronfolger von K\u00f6nig Franz I., verheiratet. Nach dessen Tod im Jahr 1547 wird Katharinas Ehemann als Heinrich II. K\u00f6nig von Frankreich. Er stirbt<br>zw\u00f6lf Jahre sp\u00e4ter an den Folgen eines Turnierunfalls.<br>Dessen minderj\u00e4hriger Sohn Franz II., f\u00fcr den seine Mutter die Regentschaft \u00fcbernimmt, \u00fcberlebt den Vater um wenig mehr als ein Jahr. Dasselbe gilt f\u00fcr Katharinas S\u00f6hne Karl IX. und Heinrich III. In den folgenden drei\u00dfig Jahren ihrer Regentschaft wird sie m\u00e4chtigste Frau Frankreichs.<br>Katharina gelingt es nicht, die seit 1562 immer wieder aufflammenden &#8222;Hugenottenkriege&#8220; auf dem Verhandlungsweg zu beenden. Das gelingt&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; erst ihrem Schwiegersohn, dem sp\u00e4teren (Bourbonen-)K\u00f6nig Heinrich IV.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p><strong>17.07.2025<br>Dr. Wolfgang Keul<\/strong><br><strong>Ich wollte Dir ein Liebeslied schreiben \u2013<br>ein Streifzug durch die deutschsprachige Liebeslyrik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vom Hochmittelalter bis in die Gegenwart spannt sich in zahllosen lyrischen Gedichten die Liebe als unermessliches Thema in immer neuen Variationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei sch\u00f6pfen die Autoren und Autorinnen h\u00e4ufig aus ihrem subjektiven Erleben, das sie umgestalten, poetisch verfremden, in allgemeine Aussagen kleiden. Mehr oder weniger verschl\u00fcsselt treten die realen Pers\u00f6nlichkeiten hinter der k\u00fcnstlerischen Gestaltung zutage \u2013 je nachdem, wie gro\u00df oder gering die Scheu ist, das Innere vor der \u00d6ffentlichkeit auszubreiten, oder umgekehrt das Bed\u00fcrfnis, f\u00fcr relevant Erachtetes zu vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie unverh\u00fcllt bieten sich die jeweiligen Charaktere dar, wie verborgen bleiben sie hinter der poetischen Verfremdung? Der Vortrag versucht, vier unterschiedliche Bew\u00e4ltigungen eigener Erfahrungen zu erhellen \u2013 von Johann Wolfgang Goethe, Annette von Droste-H\u00fclshoff, Bertolt Brecht und Marie Luise Kaschnitz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p><strong>0.07.2025<\/strong><br><strong>Tagesfahrt nach Laubach<\/strong><br>&#8211; nur f\u00fcr angemeldete Mitglieder<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p><strong>03. 07. 2025<\/strong><br><strong>Thomas Sander<\/strong><br><strong>Komponistinnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Welche Komponistinnen kennen die Anwesenden? Clara Schumann wird genannt, die Boulanger- Schwestern, Barbara Strozzi, Fanny Hensel. Der Referent des Nachmittags, selbst Musiker und langj\u00e4hriger ehemaliger Leiter der Wetzlarer Musikschule, erg\u00e4nzt:&nbsp; Emilie Mayer, M\u00e9lanie Bonis und Sofia Gubaidulina.<\/p>\n\n\n\n<p>Clara Schumann spielte allerdings vor allem Klavier. Mit den anderen genannten Komponistinnen spannte Sander einen zeitlichen Bogen von der Barockzeit bis heute. Dabei ging es ihm weniger um ihre detailgenauen Biografien als um ihre Werke und ihr Wirken, die er exemplarisch f\u00fcr die Gesamtheit der Komponistinnen vorstellte. Den Frauen gemeinsam war, dass sie Komposition studierten und dann ihre eigenen Klangfarben suchten und umsetzten und sich dabei von ihren (zwangsl\u00e4ufig m\u00e4nnlichen) Vorbildern emanzipierten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nadia Boulanger (1887-1979) und ihre Schwester Lili (1893-1918) entstammten einer Pariser Oberschichtsfamilie, die Mutter S\u00e4ngerin, der Vater Komponist. Musik und Musiker waren Alltag im Leben der Familie. Lili, von Nadia neidlos sehr bewundert, galt als fr\u00fchbegabt und gewann mit 19 Jahren als erste Frau den Grand Prix de Rome. Sie war zeitlebens durch Krankheit sehr eingeschr\u00e4nkt und starb schon mit Mitte Zwanzig.&nbsp; Nadia war ein langes Leben beschieden. Sie wurde zu einer der ber\u00fchmtesten Kompositionslehrerinnen ihrer Zeit. Zwei begnadete Schwestern\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Fanny Hensel geborene Mendelssohn Bartholdy (1805-1847) wuchs mit klassischer Musik auf. Ihre Begabung wurde fr\u00fch erkannt und so erhielt sie viele Jahre lang gemeinsam Unterricht mit ihrem Bruder Felix. Fast 500 Kompositionen werden ihr zugeschrieben \u2013 ihr Wirken blieb jedoch weitgehend auf den privaten Bereich beschr\u00e4nkt \u2013 so wollten es Bruder und Vater. Ihre Werke wurden nicht gedruckt, und so konnten sie auch nicht aufgef\u00fchrt und \u00f6ffentlich wirksam sein. Auch Fanny wurde nicht alt- mit Anfang 40 erlitt sie einen t\u00f6dlichen Gehirnschlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Apothekertochter Emilie Mayer (1812-1883) wurde in Mecklenburg geboren und bereits zu ihrer Zeit aufgef\u00fchrt. Sie komponierte allein acht Sinfonien und gilt als eine der bedeutendsten Komponistinnen des 19. Jahrhunderts. Anders als Boulanger und Hensel war ihre Familie nicht musikaffin, und sie f\u00fcgte sich nie in die h\u00e4usliche Rolle ein, die die b\u00fcrgerliche Gesellschaft ihr damals vorgab, ging ihre eigenen Wege, heiratete nie und lebte ein eher unkonventionelles Leben \u2013 eine \u201el\u00e4ssige Pers\u00f6nlichkeit\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Vierzig Jahre sp\u00e4ter wurde M\u00e9lanie Bonis geboren (1858-1937). F\u00fcnf Kinder brachte ihr sp\u00e4terer Ehemann mit in die Ehe, und drei weitere folgten. Nur widerstrebend erlaubten ihr ihre Eltern eine musikalische Ausbildung. Auch M\u00e9lanie \u2013 eine leidenschaftliche Pianistin \u2013 gelang es zu Lebzeiten, ihre Werke zur Auff\u00fchrung zu bringen \u2013 unter dem Pseudonym Mel Bonis, was ihre Geschlechterzugeh\u00f6rigkeit offenlie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Venezianierin Barbara Strozzi (1619-1677) war die einzige S\u00e4ngerin unter diesen Komponistinnen und lebte bereits im fr\u00fchen Barock. Wahrscheinlich war ihr Vater der Dichter Giulio Strozzi. Sie komponierte vor allem Gesangsst\u00fccke (Madrigale), sehr besonders, sehr elit\u00e4r (so der Referent) und f\u00fcr die Zuh\u00f6rerin nur ein Genuss, wenn stimmlich von exzellenter Qualit\u00e4t.&nbsp; Auch Strozzi hatte Mann und Kinder, lebte jedoch in h\u00e4uslicher Gemeinschaft mit ihren Eltern.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders eindrucksvoll am Ende der Pr\u00e4sentation von Thomas Sander der Clip \u00fcber die russisch-tartarische&nbsp; Komponistin Sofia Gubaidulina (1931-2025). Er zeigt alle gemeinsam dabei, wie ihr f\u00fcr Anne-Sophie Mutter geschriebenes 2. Violinkonzert \u201eIn Tempus Praesens\u201c mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle zwei Tage vor der Premiere einstudiert wird. Die H\u00e4lfte der Arbeit, so Gubaidulina, ist die Komposition, die andere H\u00e4lfte die Interpretation. Ist ein Werk erst einmal freigegeben, so ist es auch offen f\u00fcr ganz unterschiedliche Interpretationen \u2013 sei es ein Buch, ein Film oder eine Komposition.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Fazit: Thomas Sander ist es wieder gelungen, sein Publikum intellektuell und musikalisch \u2013 auch durch die Einspielungen \u2013 \u201eabzuholen\u201c und \u201emitzunehmen\u201c. Eine spannende Stunde mit vielen Anregungen zur anschlie\u00dfenden Vertiefung zu Hause. <br>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>26.06.2025<\/strong><br><strong>Sommerfest im Netanya-Saal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p><strong>12.06.2025<\/strong><br><strong>Dr. Jutta Failing<\/strong><br><strong>In Hessen ist der Teufel los<\/strong><br>Das Geheimnis teuflischer Orte und Geschichten<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir unterwegs sind, finden wir allenthalben Orte, die nach dem Teufel benannt sind. In Gie\u00dfen das Teufelslustg\u00e4rtchen, die Teufelskanzel am Hangelstein, die Teufelskrallen am Zeughaus. Sei es, dass der Teufel (der in Gie\u00dfen studiert haben soll) sich dort verliebte oder die Schleifspuren des Teufels Krallen gewesen sein sollen \u2013 oder sei es, dass der Teufel in M\u00e4rchen wie denen der Gebr\u00fcder Grimm einen wesentlichen Part spielte und jeweils seinen p\u00e4dagogischen Zweck erf\u00fcllte &#8211; der Teufel ist allgegenw\u00e4rtig. Er hat viele Namen, viele Gesichter, Masken und Kost\u00fcme, er wohnt den Tieren inne wie der Erdkr\u00f6te, der Maus, der Katze, dem Ziegenbock, dem Eichh\u00f6rnchen oder der Fledermaus. Und er ist immer auf der Suche nach Liebe und nach Seelen. Die kauft er sich in Deals mit Menschen, die verzweifelt sind, oder gierig, oder in Not.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es ist beileibe nicht so, dass der Teufel nicht zu \u00fcberlisten sei. Wenn man klug ist, kann man ihn austricksen, ihn \u201ein\u2019s Bockshorn jagen\u201c, den Bockshus. Die schlauen Bauern, die ohnehin geerdeter sind als alle anderen, haben keine Angst vor dem Teufel. Sie spielen Spielchen mit ihm, denen er nicht gewachsen ist (wir kennen die M\u00e4r von der Ernte, die der Teufel haben will, und je nachdem, ob er \u201e\u00fcber der Erde\u201c oder \u201eunter der Erde\u201c gew\u00e4hlt hat, geht er leer aus). Aber auch mit den M\u00fcllern hat er gute Beziehungen (\u201eMahlen bei Nacht hat der Teufel erdacht\u201c \u2013 Inschrift Schmelzm\u00fchle). Die haben eh einen schlechten Ruf und sind anf\u00e4llig f\u00fcr Teufelsversprechen. Sie arbeiten an einem unfalltr\u00e4chtigen Ort, beherbergen den einen oder anderen R\u00e4uber und ben\u00f6tigen so satanischen Schutz. Die heutige schmucke Teufelsm\u00fchle in Ilbenshausen\/Grebenhain ist ein solcher Ort \u2013 noch heute h\u00e4ngt dem jetzigen Eigent\u00fcmer das Misstrauen gegen\u00fcber der Tuffelsm\u00fchle nach, obwohl das urspr\u00fcnglich im 15. Jahrhundert erbaute Gem\u00e4uer 1961 komplett neu errichtet wurde. Und am Wasser findet der Teufel sich, insbesondere an Br\u00fccken, an denen beim Bau der Teufel einen Tribut fordert. Selbst heilige Orte sind f\u00fcr ihn nicht tabu &#8211; in der Kirche in Alten Buseck fand man im Chorbereich ein Tongef\u00e4\u00df aus dem 18. oder 19. Jahrhundert \u2013 mit dem Skelett einer Fledermaus und einer Bronzenadel \u2013 eine okkulte Handlung in Reichweite des Cruzifix. &nbsp;Der christliche Glaube ist ohne den Teufel undenkbar, und so wird er immer unter uns sein \u2013 auch wenn wir grunds\u00e4tzlich die Freiheit haben, uns ihm nicht zu verschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Teufelsspuk h\u00e4lt sich lange \u2013 vor allem im l\u00e4ndlichen Bereich. So gab es in Rodheim noch in den 50er Jahren Zeichen an Geb\u00e4uden, die \u201egut gegen die Hex\u201c waren. Kehrbesen stehen verkehrt herum, um das B\u00f6se abzuwehren, und im Umlauf sind bis heute Exemplare eines Handbuchs, genannt &nbsp;\u201eSechstes und siebtes Buch Mosis\u201c, mit Grimoires unterschiedlichen Inhalts aus volkst\u00fcmlichem Zauber und Aberglauben sowie fragw\u00fcrdigen Hausmitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie kann man ihn sonst noch abwehren, den Teufel? Da gibt es vielerlei &#8211; mit Gestank, mit Weihwasser, mit ger\u00e4uchertem Teufelsdreck, mit Neunerleikr\u00e4utern. Wir k\u00f6nnen Salz verstreuen, oder Erbsen in den Weg legen, die der Teufel mit seinem Z\u00e4hlzwang erstmal abarbeiten muss, bevor er zu uns durchdringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dfen wir mit dem Rumpelstilzchen (mit dem Rumpenst\u00fcnzchen), dem B\u00f6sewicht, dem Teufel, der die unschuldige M\u00fcllerstochter in die missliche Situation bringt, ihm ihr Erstgeborenes zu versprechen und es am Ende sogar beinahe zu verlieren. Jutta Failing, die sprachgewandte sachkundige Erz\u00e4hlerin hat wieder einmal gezeigt, dass sie keine historischen Kulissen braucht um ihr Publikum in den Bann zu ziehen \u2013 die Reihen sind eng besetzt im Netanya Saal, und der Applaus am Ende ist stark. Danke f\u00fcr diese unterhaltsame Stunde! (bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>05.06.2025<br>Tagesfahrt nach Hadama<\/strong>r &#8211; nur f\u00fcr angemeldete Mitglieder<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p><strong>22.05.2025<\/strong><br><strong>Hans Sarkowicz<\/strong><br><strong>Heinz R\u00fchmann \u2013 Der Schauspieler und sein Jahrhundert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Heinz R\u00fchmann \u2013 wer kennt ihn nicht \u2013 oder zumindest einige seiner Rollen? Hans Sarkowicz, Kenner der Film- und Literaturszene und K\u00e4stner- und R\u00fchmann-Biograf, f\u00fchrte sein Publikum in gewohnt lockerer und anschaulicher Art durch das Leben des beliebten Schauspielers. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde R\u00fchmann in Essen geboren, sein Vater war ein Leichtfu\u00df und Bankrotteuer, von dem sich seine Mutter 1915 scheiden lie\u00df. Seine Jugend verbrachte er in M\u00fcnchen, und dort entwickelte er seine&nbsp; Leidenschaft f\u00fcr das Theater weiter, die lebenslang in ihm brannte.<\/p>\n\n\n\n<p>R\u00fchmann lernte bei Friedrich Basil. Schon als Kind hatte er in der elterlichen Gastst\u00e4tte mit dem Rezitieren von Gedichten sein Talent unter Beweis gestellt. Nun spielte er Theater, 1920 sein erstes Engagement als Exzentriker und Komiker, 1921 als jugendlicher Liebhaber und Naturbursche in Hannover. Es folgten Engagements in Bremen, Braunschweig, D\u00fcsseldorf. Nach M\u00fcnchen zur\u00fcckgekehrt, lernte er Maria Bernheim kennen und lieben. Sie wurde 1924 seine erste Ehefrau. Unter Otto Falkenbaum <em>Der Sommernachtstraum<\/em>, 1926 dann sein erster (Stumm-)Film, <em>Das deutsche Mutterherz<\/em>. &nbsp;1929\/30 dann weitere Castings beim Film und mit Willy Fritsch und Oskar Karlweis <em>Die drei von der Tankstelle<\/em>. Der Film wurde ein sensationeller Erfolg. &nbsp;Weitere folgten. Die Ufa schloss einen Dauervertrag mit ihm ab, er machte Werbung f\u00fcr Sportkleidung und seinen Pilotenschein. So wurde er zum damals bestbezahlten Schauspieler des Deutschen Reiches. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Maria aber war J\u00fcdin. Aufgrund seiner guten Beziehungen zu Goebbels gelang es ihm, seine Frau zu sch\u00fctzen. Die Ehe ging jedoch auseinander. Maria heiratete pro Forma einen Schweden und wanderte aus. Rolf von Nauckhoff, der \u201eNeue\u201c, bekam zur Belohnung ein Cabrio. R\u00fchmann \u00fcberwies ihr weiterhin Geld dorthin, um sie zu unterst\u00fctzen \u2013 Devisen ins Ausland, das war damals fast unm\u00f6glich. Doch R\u00fchmann hatte nicht nur die Unterst\u00fctzung Goebbels, sondern in diesem Fall auch die von G\u00f6ring. Filme wie <em>Der Mustergatte<\/em> &nbsp;und <em>F\u00fcnf Millionen suchen einen Erben<\/em> waren weitere Erfolge. R\u00fchmann blieb nicht lange allein. 1939 die Hochzeit mit Hertha Feiler, einer Viertelj\u00fcdin, die trotzdem unbehelligt blieb. Sohn Peter wurde sp\u00e4ter Vater der Schauspielerin Melanie R\u00fchmann, die jedoch nicht an den Erfolgen ihres Gro\u00dfvaters ankn\u00fcpfen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>R\u00fchmann diente nie der direkten Propagandamaschine von Goebbels. Es waren eher indirekte Beeinflussungen, auf die das Regime mit dem \u00e4u\u00dferst beliebten Schauspieler setzte, in Filmen wie <em>Die Feuerzangenbowle<\/em>, <em>Kleider machen Leute,<\/em> <em>Quax in Afrika<\/em>, <em>Der Gasmann<\/em> und dem allerdings ziemlich propagandistischen <em>Wunschkonzert<\/em>. Doch R\u00fchmann verk\u00f6rperte nicht den Vorzeigedeutschen. Seine Intonation des \u201e<em>Ich bin so leidenschaftlich wie Casanova<\/em>\u201c passte beispielsweise gar nicht in die nationalsozialistische Agenda und so wurde seine Verwendung in einem Film verhindert (\u201eich krieg bestimmt nochmal das Vaterkreuz\u201c). Und Spr\u00fcche wie \u201eHiermit er\u00f6ffne ich die Badesaison\u201c in der Schlussszene des Bruchpiloten waren eher witzig-despektierlich denn heldenhaft. Ja, R\u00fchmann zickzackte sich durch die politische Landschaft und blieb insgesamt unbehelligt. Dabei hielt er durchaus seine sch\u00fctzende Hand \u00fcber Einzelne in seinem Umfeld, zum Beispiel Max Jahnke, einen Aufnahmeleiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach 1945 gab es zun\u00e4chst Avancen von Walter Ulbricht in der sowjetischen Besatzungszone. R\u00fchmann wurde entnazifiziert. Er blieb im Westsektor, gr\u00fcndete eine letztlich erfolglose Filmgesellschaft und hatte dann mit dem Regisseur K\u00e4utner in den 1950er Jahren ein fulminantes Comeback mit Filmen wie <em>Keine Angst vor gro\u00dfen Tieren<\/em>, <em>Charly\u2019s Tante<\/em>, dem <em>Hauptmann von K\u00f6penick<\/em>, dem <em>Schuster Wilhelm Voigt<\/em>, dem <em>Braven Soldat Schwejk<\/em> und <em>Pater Brown<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Filme folgten, und verschiedene Theaterengagements. 1970 starb seine Ehefrau, und er ehelichte vier Jahre sp\u00e4ter Hertha Droemer. 1982 <em>Das war\u2019s<\/em>, seine Autobiografie, in der er es, so der Referent, nicht immer so ganz genau nahm mit der Wahrheit. Doch auch das Leben eines Stars wie Heinz R\u00fchmann ist endlich \u2013 1994 starb er im Alter von 92 Jahren in Aufkirchen am Starnberger See. Noch ein Jahr vorher hatte er seinen letzten Film gedreht, <em>In weiter Ferne, so nah!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Viel hat in diesem medial erg\u00e4nzten Vortrag das Publikum \u00fcber R\u00fchmanns beruflichen Lebensweg erfahren. \u201eEin Mensch mit Zivilcourage, der Leute gedeckt und gesch\u00fctzt hat,\u201c so der Referent. Doch wer er wirklich war, blieb im Dunkel. \u201eEin zwiesp\u00e4ltiger Eindruck\u201c bleibt bei diesem Mann, der oft und gerne bei Goebbels zum Kaffee war. Beantwortet hat Hans Sarkowicz jedoch die Frage, warum R\u00fchmann so beliebt war: er war der schlichte Herr Jedermann, er stand neben einem, auf Augenh\u00f6he, hatte ein sympathisches L\u00e4cheln, ein komisches Talent und spielte keine Rollen, sondern WAR die Rolle. Das muss reichen. F\u00fcr diesmal. Danke, Herr Sarkowicz, es war unterhaltsam, kommen Sie gerne wieder! (bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p><strong>15.05.2025<\/strong><br><strong>Hartmut Miethe<\/strong><br><strong>K\u00e4the Kollwitz \u2013 eine K\u00fcnstlerin zwischen Expressionismus und Realismus<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es war mucksm\u00e4uschenstill im Publikum, als Hartmut Miethe, Pfarrer im Ruhestand aus Gr\u00fcnberg, mit einer gewissen Leichtigkeit und gleichzeitig poetischer und pastoraler Tiefe und Emotion an den Bl\u00e4ttern des Lebensbaumes von K\u00e4the Kollwitz zupfte. Nicht die Chronologie bestimmte die Auswahl, sondern Aspekte, die die Pers\u00f6nlichkeit der K\u00fcnstlerin beschreiben. K\u00e4the Kollwitz hatte eine Mission: \u201eMeine Bl\u00e4tter sollen in alle Welt wandern\u201c. Sie erlebte zwei Weltkriege. Aus anf\u00e4nglicher Ermunterung, ihren Erstgeborenen Peter in den Krieg ziehen zu lassen, wurde \u00fcberzeugter Pazifismus. Noch im Jahr 1914 fiel ihr Sohn. Der Schmerz begleitete sie ihr Leben lang, es gab \u201enie wieder ein ganzes Aufrichten\u201c in ihr. 18 Jahre lang arbeitete sie an seinem Denkmal.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie wurde Chronistin von Massent\u00f6tungen zweier Weltkriege. Auch das Elend der Menschen um sie herum, deren Armut geschuldet, dem \u201etypischen Ungl\u00fcck in den Arbeiterfamilien\u201c, war ihr &nbsp;lebenslanges Thema. \u201eDer Mann, der sich als toter Stein an seine Familie h\u00e4ngt, oder schwerm\u00fctig oder verr\u00fcckt wird, oder sich aufh\u00e4ngt\u2026\u201c. Das Elend der Menschen, die neue Wohnungen in den St\u00e4dten \u201etrockenwohnten\u201c, um anschlie\u00dfend wieder obdachlos zu sein. Die Bauernkriege, der Aufstand der Weber, die sp\u00e4ter zu ihren Leitmotiven wurden und in zwei Zyklen m\u00fcndeten.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00e4the Kollwitz nahm mit 13 Jahren Zeichenunterricht. Ihr Talent wurde fr\u00fch erkannt. Als Gl\u00fcck &nbsp;erwies sich ihre Ehe mit dem Arzt Karl Kollwitz, der sie unterst\u00fctzte und ihr soziales Engagement teilte. Mit ihm hatte sie zwei S\u00f6hne. Ihre Gef\u00fchle flossen in ihre k\u00fcnstlerischen Werke in Wei\u00df, Grau und Schwarz. Nur selten \u2013 bei ihren Pariser Besuchen \u2013 colorierte sie.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Kaiser Wilhelm II. und seine Frau war es \u201eGossenkunst\u201c, was sie da schuf. Andere jedoch fragten sie nach und kauften ihre Werke \u2013 Menschen in S\u00fcdamerika, England, den USA. F\u00fcr die Nazis war ihre Kunst entartet, sie musste sich bedeckt halten, sich verstecken (1944 auf dem R\u00fcdenhof in Moritzburg, Ernst Heinrich von Sachsens Residenz, wo sie am 22. April 1945 starb), aus der Preu\u00dfischen Akademie der K\u00fcste wurde sie ausgeschlossen. Schon fr\u00fch hatte sie \u2013 in einem Appell zusammen mit Heinrich Mann und Albert Einstein \u2013 vor dem Nationalsozialismus gewarnt.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem zweiten Teil seines Vortrages erl\u00e4uterte Pfarrer Miethe Werke von K\u00e4the Kollwitz \u2013 quer \u00fcber die Jahrzehnte von 1892 bis 1943, viele von ihnen bekannt und beliebt. \u201eFrau mit totem Kind\u201c (1903), \u201eBrot\u201c (1924), \u201eNie wieder Krieg\u201c, ihr wohl bekanntestes, ebenfalls aus dem Jahr 1924, ihr \u201eSelbstbildnis im Profil nach rechts\u201c von 1938, das Mahnmal \u201eTrauernde Eltern\u201c in Flandern f\u00fcr ihren Sohn Peter (1914-1932), die Zyklen \u201eEin Weberaufstand\u201c (1893-1897) und \u201eBauernkrieg\u201c (1902-1908). Das Bild \u201eDa stehe ich und grabe mir mein eigenes Grab\u201c aus dem Jahr 1943 wirkt wie ein Vorzeichen ihres Lebensendes im Versteck, wenige Tage vor Kriegsende.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer ihre Werke sieht, vergisst sie nicht. Sie sind expressiv, hinterlassen Eindr\u00fccke von bitteren Realit\u00e4ten wie Armut, Sorgen, Not, Krieg \u2026 Ernst Barlach gab seinem Schwebenden Engel im Dom von G\u00fcstrow K\u00e4thes Gesicht. &nbsp;Werke von ihr selbst sind vor allem im K\u00e4the Kollwitz Museum in Berlin zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um sie noch besser zu verstehen, empfahl der Referent das Studium ihrer Tageb\u00fccher, 1988 herausgegeben. Und er schloss seinen Vortrag mit einem Gedicht von Max Dauthedey: \u201eIch gr\u00fcbe mir gern in die Stille ein Grab.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich f\u00fchle mich tot, als w\u00e4r ich erfroren \/ Als h\u00e4tt sich die Welt zu sterben verschworen. \/<\/em><br><em>Ich gr\u00fcbe mir gern in die Stille ein Grab \/ Und warte begraben deine Wiederkehr ab.\/<\/em><br><em>Vom langen Warten versteinern die Wangen, \/doch lebt auch im Stein noch ein sehnend Verlangen.\/<\/em><br><em>Ich wei\u00df nur, da\u00df ich nicht f\u00fchlen will; \/ Vielleicht steht dann endlich das Warten still.\/<\/em><br><em>Der Wind, der heult vor den n\u00e4chtlichen Toren, \/ Als w\u00fcrde da drau\u00dfen nur Ungl\u00fcck geboren. \/Er klagt wie ein Hund in die Leere hinein, \/ Und stets dr\u00e4ngen Hunger und Sehnsucht herein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>K\u00e4the Kollwitz und ihr Werke sind Zeitzeugnisse und gleichzeitig zeitlos. Die Themen sind auch heute noch die gleichen. Ber\u00fchrt, nachdenklich und auch dankbar f\u00fcr diesen eindr\u00fccklichen und sprachlich sch\u00f6nen Vortrag applaudierte am Ende das zahlreiche Publikum dem Referenten. (bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>08.05.2025<\/strong><br><strong>Dr. Matthias Recke<\/strong><br><strong>Von den Tiefen der Unterwelt in die unendlichen Weiten des <\/strong>Himmels<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod ist in der Menschheitsgeschichte arch\u00e4ologisch schon sehr fr\u00fch fassbar. Im antiken Griechenland bestehen ganz unterschiedliche Vorstellungen vom Jenseits. Mit der Unterwelt, dem Hades, verkn\u00fcpfen viele Mythen. Hier tummeln sich Helden, tugendhafte und ungl\u00fcckliche Gestalten. Die Darstellungen in der antiken Kunst zeigen Hoffnungen und Perspektiven auf \u2013 viele Bilder und Mythen erz\u00e4hlen von der \u00dcberwindung des Todes als Zeichen der Hoffnung und des Trostes.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Matthias Recke spannt den Bogen noch \u00fcber die zeitliche Unendlichkeit hinaus in die r\u00e4umliche Unendlichkeit des Weltalls. In den Gestirnsgottheiten, aber auch den als Sternbildern verewigten mythischen Helden hatten die Betrachter den handfesten Beweis vor Augen, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Mittwoch,  30.04.2025<\/mark><br><\/strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\"><strong>(Nachhol-Termin vom 09.01.2025)<\/strong><\/mark><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Dr. Reinhard Kaufmann<br>St\u00e4tten faszinierender islamischer Architektur &#8211;<br>von Granada bis Samarkand<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anhand von zahlreichen Beispielen schildert der Referent Dr. Reinhardt Kaufmann in seinem Vortrag bei Frau und Kultur 1.000 Jahre islamischer Architekturgeschichte, vom fr\u00fchen Felsendom des 7. Jh. in Jerusalem bis zu den osmanischen Kup\u00adpelmoscheen des 16. Jh. in Istanbul, von Spanien im Westen bis Usbekistan im Osten. Ne\u00adben Moscheen werden auch Medresen und Grabbauten als wichtige Bauaufgaben der Sak\u00adralarchitektur vorgestellt sowie herrschaftliche Pal\u00e4ste und Karawansereien als Architektur\u00adtypen der profanen Baukunst.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den in Lichtbildern gezeigten H\u00f6hepunkten islamischer Architektur geh\u00f6ren so bekannte Bauwerke wie La Mesquita in C\u00f3rdoba, die Alhambra von Granada, der Felsendom in Jerusalem sowie die zahlreichen t\u00fcrkis-gl\u00e4nzenden Kuppelbau\u00adten aus der Zeit des Timur Lenk in Samarkand und Buchara an der ehemaligen Seiden\u00adstra\u00dfe. Aber auch weniger bekannte und dennoch interessante Bauwerke etwa aus Kairo oder Anatolien werden im architekturgeschichtlichen Zusammenhang vorgestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige zum Verst\u00e4ndnis hilfreiche Hinweise auf religi\u00f6se und historische Aspekte des Islam erg\u00e4nzen die baugeschichtlichen Erl\u00e4uterungen. Der Vortrag bei Frau und Kultur am Donnerstag, dem 09.01.2025, beginnt um 15:30 Uhr im Netanya-Saal im Alten Schloss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>24.04.2025    <\/strong><br><strong>Schiffenberg-F\u00fchrung mit Peter Meilinger<\/strong><br>(nur f\u00fcr angemeldete Mitglieder)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Weimar-Fahrt   11.-14. April 2025<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10.04.2025    <\/strong><br><strong>Dietlind St\u00fcrz<\/strong><br><strong>Rebecca Horn (1944 &#8211; 2024)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im letzten Kriegsjahr, 1944, wurde Rebecca Horn in Michelstadt in eine Textil-Fabrikantenfamilie hineingeboren. Sie wurde DIE Avantgarde-k\u00fcnstlerin Deutschlands, und war, obendrein: eine Hessin. Der Referentin des Tages, der Gie\u00dfener Kunsthistorikerin Dietlind St\u00fcrz, war bislang \u2013 wie den meisten im Publikum \u2013 Rebecca Horn eher punktuell bekannt gewesen, und so war es sehr spannend, sich nun gemeinsam mit ihrem Wirken vertraut zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Prim\u00e4r war Rebecca Horn Bildhauerin. Ihre Begabung reichte weit dar\u00fcber hinaus: Sie verfasste Zeichnungen, poetische Texte, Filme (die zum Teil auf youtube zu finden sind), Drehb\u00fccher und vor allem Installationen, kinetische Objekte, die in Interaktion mit ihren Betrachtern stehen, Performances. <strong>Wiederkehrende Themen: R\u00e4ume und Grenzen ausloten, Emotionen wie Liebe und Begehren, aber auch Angst und Beklemmung. <\/strong>Zun\u00e4chst sollte sie die Firma weiterf\u00fchren. Sie brach jedoch ihr VWL-Studium nach kurzer Zeit ab, schrieb sich an der Hamburger Hochschule f\u00fcr Bildende K\u00fcnste ein und studierte dort von 1964-1969.&nbsp; Die \u201eArm-Extension\u201c (Dimension Raum-Mensch) war ihr erstes bekanntes Werk (1968). W\u00e4hrend ihres Studiums arbeitete sie mit Polyesterharz, erlitt eine Lungenvergiftung und war lange im Krankenhaus und in einem Sanatorium. Danach verwendete sie nur noch leichtere organische Materialien wie Baumwolle, Bandagen und Federn. Isolation und k\u00f6rperliche Begrenzung dr\u00fccken sich immer wieder in ihren nachfolgenden Werken aus.<\/p>\n\n\n\n<p>1969 erhielt sie ein Stipendium in London. 1970 dann ihre Installation \u201eWeizenfeld\u201c (ein 1-Meter langes Horn, auf einem Kopf und am K\u00f6rper befestigt), die ihren k\u00fcnstlerischen Durchbruch bedeutete. H\u00f6rner blieben erstmal ihr Thema. 1972 dann die bekannte \u201eBleistiftmaschine\u201c, und andere Darstellungen folgten, die an den Schweizer K\u00fcnstler Tinguely erinnern. Rebecca Horn wurde zu einer der treibenden Kr\u00e4fte der Performances der 1970er Jahre. Im Jahr 1972 ihr erstes Exponat in der Documenta 5. Weitere sollten folgen. Im selben Jahr ging sie f\u00fcr 10 Jahre nach New York, arbeitete in ihrem dortigen Atelier in SoHo (Manhattan) und stellte vielf\u00e4ltig aus. Ihrer Heimat blieb sie auch in dieser Zeit verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>1982 schuf sie die \u201ePfauenmaschine\u201c \u2013 Mechanik war das zentrale Momentum ihrer Werke, sie zog sie der menschengemachten Kunst vor. Hier eine Auswahl: Werke wie \u201eDer Kuss des Rhinozerus\u201c folgten, und in den 1990er Jahren vierzig Meter lange gl\u00e4serne Aschew\u00e4nde hinter aufget\u00fcrmten alten Koffern, Mandolinen, Geigen und Gitarren \u2013 eine Installation im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald. Sp\u00e4ter dann Arrangements mit mechanisch spielenden Musikinstrumenten, die vom Himmel st\u00fcrzen (in Videos mit dissonanten und ohrenbet\u00e4ubenden Kl\u00e4ngen verbunden). Auch bekannt ihre Rauminstallation \u201eDie drei Grazien\u201c in den Lichtkuppeln des Bundesratsgeb\u00e4udes, der \u201eSchildkr\u00f6tenseufzerbaum\u201c und im Wiesbadener Landesmuseum die Spiegelinstallation \u201eJupiter im Oktogon\u201c. (Das Landesmuseum verf\u00fcgt \u00fcber 60 Dauerleihgaben.) Und sp\u00e4ter, in den 2000er Jahren, pain paintings\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Rebecca Horn war Mitglied der Akademie der K\u00fcnste in Berlin. Sie wurde 1992 als erste Frau Tr\u00e4gerin des Kaiserrings der Stadt Goslar &nbsp;\u2013 die Liste ihrer Preise und Auszeichnungen ist lang, dazu geh\u00f6rt auch das Bundesverdienstkreuz (1992). 1993 war sie die erste Frau, die im New Yorker Guggenheim Museum ausstellte \u2013 auch hier ist die Liste umfangreich. Nicht zu vergessen ihre Filmografie\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Wenig wissen wir \u00fcber die Frau und K\u00fcnstlerin Rebecca Horn pers\u00f6nlich. Sie verkaufte sp\u00e4ter ihr Erbe, die Fabrik, so dass sie finanziell unabh\u00e4ngig war und blieb. 2007 gr\u00fcndete sie die Moontower Foundation mit Sitz in Bad K\u00f6nig \u2013 damit baute sie die fr\u00fchere Fabrik ihrer Familie in ein Kunstzentrum um. 2015 erlitt sie einen Schlaganfall. Eine ihrer letzten Ausstellungen 2017 der &#8222;Hauchk\u00f6rper als Lebenszyklus&#8220;. Eines der Exponate:&nbsp; In einem Bronze-Abdruck ihrer Schuhe bewegen sich taumelnd zwei meterhohe filigrane Messingst\u00e4be, ohne von der Stelle zu kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Rebecca Horn schloss im September 2024, im Alter von 80 Jahren, in Bad K\u00f6nig f\u00fcr immer ihre Augen. Wer sich mit ihren Werken vertraut machen m\u00f6chte, findet viele Links im Netz, und real dann&nbsp; im Landesmuseum Wiesbaden die Ausstellungsst\u00fccke. Dietlind St\u00fcrz hat uns in ihrem einf\u00fchrenden Vortrag alle neugierig gemacht! (bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>03.04.2025    <\/strong><br><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Die Halbtagsfahrt zur Biogasanlage wurde von den Stadtwerken wegen zu geringer Teilnehmerzahl abgesagt.<\/mark><\/strong><br>Das ist sehr \u00e4rgerlich, zumal wir uns vorher 2 x in Erinnerung bringen mussten, um eine endg\u00fcltige Best\u00e4tigung zu erhalten. Schade.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>27.03.2025<br>Dr. Sabine Hock<\/strong><br><strong>Ein Leben in den Rollen des Rokkoko. Zum 275. Geburtstag von Cornelia Goethe, verh. Schlosser<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Cornelia Friederica Christiana. Am 7.12.1750 &nbsp;wurde sie in eine gutb\u00fcrgerliche Familie im gehobenen Frankfurter B\u00fcrgertum geboren. Die Mutter, Catharina Elisabeth, eine geborene Textor, war jung, impulsiv, lebenslustig und teilte mit ihrer Tochter die Liebe zur Musik. Der Vater, Johann Caspar, war promovierter Jurist und Kaiserlicher Rat und ein konsequenter und strenger P\u00e4dagoge, vor allem was die schulische Bildung betraf. Er liebte \u201esein Cornelgen\u201c und verw\u00f6hnte sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Bruder Johann Wolfgang war 15 Monate \u00e4lter. Vier Geschwisterchen sollten nach Cornelia noch folgen, aber sie alle starben fr\u00fch. F\u00fcr Cornelia und Wolfgang stand auf Betreiben des Vaters Bildung an erster Stelle der Erziehung. Mit drei Jahren kam Cornelia in die \u201eSpielschule\u201c von Magdalena Hoff und lernte Lesen und Schreiben, danach war sie am Rohlandschen Erziehungsinstitut. &nbsp;Ab ihrem 7. Lebensjahr wurde sie mit Bruder Wolfgang gemeinsam privat unterrichtet \u2013 der F\u00e4cherkanon ging von Sprachen, Recht, Geographie, Mathematik \u00fcber Sch\u00f6nschreiben bis zum Gesangs- und Klavierunterricht und Tanz. Fechten, Reiten, Anstandslehre \u2026 Im Haus verkehrten K\u00fcnstler, sogar ein Atelier wurde dort eingerichtet. Ein ungew\u00f6hnlich solides Fundament war f\u00fcr Cornelias k\u00fcnftiges Leben gelegt, eigentlich ideal f\u00fcr eine akademische Zukunft \u2013 die es aber in jener Zeit f\u00fcr Frauen nicht gab.<\/p>\n\n\n\n<p>So blieb Cornelia, als ihr Bruder Johann Wolfgang 1765 nach Leipzig studieren ging, in Frankfurt zu Hause. Unter dem Zwang des Vaters zum Lernen hatte sie eher gelitten. Diese Zeit war nun vorbei. Sie spielte hervorragend Klavier, bekam sogar von ihrem Vater ein eigenes Instrument, \u00fcbte 2-3 Stunden t\u00e4glich und gab hausinterne Konzerte. Doch wie weiter? Der briefliche Kontakt mit ihrem Bruder, der ihr zun\u00e4chst noch versprochen hatte, sie nach Leipzig nachzuholen, wurde sp\u00e4rlicher. Aus Lob und Anerkennung des Bruders (er verglich sie mit Riccoboni), den sie u.a. zum G\u00f6tz von Berlichingen mit inspirierte, wurden zunehmend Kritteleien an ihren Briefen (die er sp\u00e4ter verbrannte) und schulmeisterliche Belehrungen, sie solle lieber Haushaltung und Kochkunst studieren und m\u00fcsse lernen zu gefallen. So blieb ihr nur ihre Korrespondenz mit ihrer Freundin Katharina Fabricius, die in franz\u00f6sischer Sprache erfolgte und \u00fcberliefert ist. Ihr war klar, dass sie \u201enicht immer M\u00e4dchen\u201c bleiben konnte, und verlobte sich mit Wolfgangs Freund Johann Georg Schlosser. Hochzeit am 1.11.1773. Zun\u00e4chst durchaus gl\u00fccklich, wurde ihr das Eheleben in Karlsruhe und sp\u00e4ter Emmendingen zunehmend zur Qual (Schlosser zu Goethe: \u201eIhr ekelt vor meiner Liebe\u201c). Ehemann Schlosser sah Frauen als untergeordnete Wesen mit klaren gesellschaftlichen Verpflichtungen. &nbsp;Cornelia f\u00fchlte sich von diesen Erwartungen erdr\u00fcckt, verlor ihr Interesse am Haushalten, wurde kr\u00e4nklich. Vom Bruder, der sie nach ihrer Eheschlie\u00dfung fallen gelassen hatte, wurde sie als \u201ev\u00f6llig unsinnlich\u201c, unsch\u00f6n und als \u00c4btissin in einem Kloster als besser aufgehoben bezeichnet. 1773 wurde sie schwanger. Sie litt extrem unter dieser Schwangerschaft, gebar am 28.10.1774 Tochter Maria Anne Louise (\u201eLulu\u201c) und war die beiden darauffolgenden Jahre, schwerst depressiv, ans Bett gefesselt. Dennoch eine zweite Schwangerschaft im Jahr 1776. Die Geburt von T\u00f6chterchen Catharina Elisabeth Julie (\u201eJuliette\u201c) \u00fcberlebte sie nur vier Wochen. Cornelia Schlosser starb am 8.6.1777. Sie wurde nur 26 Jahre alt.<\/p>\n\n\n\n<p>Fast schaudert es mich. Wie anders h\u00e4tte ihr Leben verlaufen k\u00f6nnen, h\u00e4tte sie heute gelebt. Eine begabte gebildete junge Frau \u2026 sie h\u00e4tte studieren k\u00f6nnen, sich vielleicht f\u00fcr eine Karriere ohne Mann und Kinder entschieden, ein unabh\u00e4ngiges und freies Leben gef\u00fchrt, dem \u00fcberheblichen Vater und Bruder getrotzt. Das war nicht m\u00f6glich damals. Und das ist es f\u00fcr viele Frauen in dieser Welt noch immer nicht. Dank an die Referentin, die freie Autorin und Journalistin Sabine Hock, f\u00fcr ihren informativen und kritischen Vortrag. (bt) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>20.03.2025<\/strong><br><strong>Halbtagsfahrt zum Keltenkeller Biebertal<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>13.03.2025    <\/strong><br><strong>Gabriele Clement<\/strong><br><strong>Frauen und Autos \u2013 Pionierinnen der Automobilgeschichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">Le<\/mark><\/strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\"><strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\"><strong>ider muss auch dieser Vortrag wegen kurzfristiger Erkrankung der Referentin ausfallen!<\/strong><\/mark><\/strong><\/mark><\/p>\n\n\n\n<p>Nur wenige Besucher erschienen im Alten Schloss &#8211; die kurzfristige Information durch die beiden Tageszeitungen, E-Mails an \u00fcber 100 Mitglieder und pers\u00f6nliche gegenseitige Telefonate hat nahezu perfekt funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Alternative wurde &#8211; bei freiem Eintritt &#8211; eine Dokumentation des NDR aus der Mediathek gezeigt, die sich genau mit diesem Thema besch\u00e4ftigte. Nat\u00fcrlich ist das nicht zu vergleichen mit einem Live-Vortrag, aber die ca. 12 Besucher, davon 5-6 G\u00e4ste waren es zufrieden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>6. M\u00e4rz 2025<\/strong>    <br><strong>Mario Becker<\/strong><br><strong>Starke Frauen in der Antike<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;\u201eIt\u2019s raining men\u201c ist ein Lied der Weather Girls aus dem Jahr 1982. Fast konnte man schon sagen: \u201eIt\u2019s raining women\u201c, im Netanya Saal, vierzig Jahre sp\u00e4ter. Doch die Frauen, \u00fcber die Mario Becker, Dozent f\u00fcr Arch\u00e4ologie und Alte Geschichte, referierte, lebten schon lange vor Christus, und sie waren nicht die Projektion romantischer Sehns\u00fcchte wie die herabregnenden M\u00e4nner im Lied, sondern gestandene, gebildete, teils reiche und auch einflussreiche Frauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Beginnen wir mit der Venus von Willendorf, eine rund 11 cm gro\u00dfe, 26.000-27.000 Jahre alte Venusfigurine aus der Wachau, kein Sch\u00f6nheitsideal, vielmehr eine Vielgeb\u00e4rende mit reichlich Bauch Beine Po. \u00dcber 200 solcher Frauenidole aus Kalkstein, Speckstein, Elfenbein und Ton wurden bisher in Europa gefunden. Sie wurden oft in Verbindung mit (Raub-)Katzen dargestellt und waren von reichhaltigen und vielf\u00e4ltigen Grabbeigaben umgeben, auch hochwertigem Schmuck. Aus der gleichen Zeit stammt <em>die Venus von Dolni Vestonitz (Slowakei). Und da war das M\u00e4dchen von Egtved (um 1370 v.Chr.), die \u201eUrd\u00e4nin\u201c, sie lag in einem Baumsarg und trug eine bauchfreie Tunika mit Bronzescheibe unter dem Bauchnabel. Allerdings kam sie, wie sp\u00e4tere Analysen ergaben, aus dem Schwarzwald und verstarb noch sehr jung.<\/em><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Frauen der Antike sind vor allem als Skulpturen \u00fcberliefert, oft als Mater Matuta<\/em>&nbsp;(die \u201emorgendliche Mutter\u201c), in der r\u00f6mischen Mythologie die G\u00f6ttin des Fr\u00fchlichts, der Geburt und des Wachstums. Die etruskischen Frauen m\u00fcssen, so betont Becker wiederholt, sehr selbstbewusst gewesen sein und ihre Rolle in der Gesellschaft war vielleicht gleichberechtigt, wie beispielsweise der Sarkopharg von Tanchvil Tharnai und Larth Tetnis aus der Zeit ca 300 v. Chr. zeigt. Das etruskische Ehepaar liegt nackt, sich liebevoll umarmend, unter einer Art Betttuch \u2013 so sind sie vereint auch im Tod. Die Stellung der Frauen, die Ebenb\u00fcrtigkeit der Geschlechter, \u00fcbernahmen die R\u00f6mer jedoch nicht von den Etruskern. Bei ihnen geh\u00f6rte die Frau in den Haushalt.<\/p>\n\n\n\n<p>400 v.Chr. fand man die iberische Skulptur Dama de Baza, 1,34 m gro\u00df, vielleicht eine Kriegerin oder Stammesf\u00fcrstin, mit Waffen als Grabbeilage. Die Prinzessin von Vix aus Chatillon-sur-Seine wiederum wurde in einem Grabschacht aus dem 5. Jahrhundert vor Christus gefunden, der innen reich verziert war. Sie trug eine Halskette aus 500 g reinem Gold \u2013 neben ihr stand ein gro\u00dfes Metallgef\u00e4\u00df mit fast 1.000 Litern Fassungsverm\u00f6gen. Auch sie war eine Frau von hervorgehobener Stellung.<\/p>\n\n\n\n<p>Z\u00e4hlen wir wie Becker Grabsteine von Athener Frauen auf:&nbsp; von Mnesare, Hegeso, Ampharete, der Philosophin Aspasia von Milet, Phryne (u.a. Anf\u00fchrerin eines Flottenkontingents), Olympias (Mutter von Alexander dem Gro\u00dfen), Fulvia (<em>eine der politisch einflussreichsten Frauen der sp\u00e4ten R\u00f6mischen Republik<\/em> und Frau von Marcus Antonius), Kleopatra, Octavia minor (auch eine Frau von Marcus Antonius und die Schwester von Kaiser Augustus), Agrippina (eine Giftmischerin und Neros \u201ef\u00fcrchterliche Mutter\u201c). Und dann sind da noch die Dame von Wehringen (Simpelveld), wahrscheinlich eine Schriftgelehrte, die Keltenk\u00f6nigin Boudicca, aufst\u00e4ndisch gegen die R\u00f6mer um 60 n.Chr., und last but not least Hypatia, eine griechische sp\u00e4tantike Mathematikerin, Astronomin und Philosophin, hochbegabt und akademisch in den Fu\u00dfstapfen ihres Vaters Theon von Alexandria. Sie war dem Partiarchen Kyrill von Alexandria ein Dorn im Auge, er lie\u00df sie 415 n. Chr. von einem aufgebrachten Mob steinigen und zerst\u00fcckeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Yes, it was raining women am 6. M\u00e4rz \u2026 und Beweise daf\u00fcr, dass es sie schon immer gab, die starken Frauen, auch wenn Geschichtsschreiber sie\/uns immer wieder marginalisieren und ignorieren. Ein inspirierender, motivierender und unterhaltsamer Vortrag, danke Mario Becker! (bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>27.02.2025    <\/strong><br><strong>Mitgliederversammlung 2025<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"740\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Mitgliederversammlung-Foto-740x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4210\" style=\"width:148px;height:auto\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Mitgliederversammlung-Foto-740x1024.jpg 740w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Mitgliederversammlung-Foto-217x300.jpg 217w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Mitgliederversammlung-Foto-768x1062.jpg 768w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Mitgliederversammlung-Foto.jpg 841w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Sollten wir uns T-Shirts so bedruckend lassen f\u00fcr unsere Jubil\u00e4umsfeier?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gelungener Schnappschuss von Frau Bausch, sie hat den Blick f\u00fcr au\u00dfergew\u00f6hnliche Motive<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>20.02.2025    <\/strong><br><strong>Tagesfahrt nach Mannheim<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Tag fing so gut an &#8211; alle waren p\u00fcnktlich, der Busfahrer Peter in der \u00fcblichen guten Laune, alle Teilnehmerinnen waren mit einem sehr umfangreichen Infoblatt versorgt und deutlich auf die T\u00fccken des Mannheimers Stra\u00dfensystems hingewiesen worden. An der Orientierung scheiterte es nicht, aber &#8230; dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Die erste Station war die Kunsthalle Mannheim mit der Jahrhundert-Ausstellung &#8222;Neue Sachlichkeit&#8220;. Vor 100 Jahren wurde in Mannheim eine Ausstellung mit neuer Kunst konzipiert. In dieser Ausstellung war keine einzige K\u00fcnstlerin vertreten, obwohl deren Schaffen in den 1910er- bis 1930er-Jahren ebenfalls als wesentlicher Beitrag zur neusachlichen Malerei gewertet werden muss. Allen voran Kate Diehn-Bitt, Lotte Laserstein, Jeanne Mammen und Anita R\u00e9e.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Begriff &#8222;Neue Sachlichkeit&#8220; ist &#8222;&#8230;  zum Synonym f\u00fcr den kulturellen Aufbruch der 1920er-Jahre geworden \u2013 und f\u00fcr die in Kunst, Architektur und Literatur zu beobachtende Rationalit\u00e4t und sachliche Pr\u00e4zision, die als Reaktion auf die gro\u00dfen politischen und sozialen Umw\u00e4lzungen dieses Jahrzehnts gelten kann&#8220; (Ank\u00fcndigungstext zur Ausstellung).<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Dietlind St\u00fcrz, die im Herbst das gleichnamige Seminar bei uns gehalten hatte, fasste die wesentlichen Gesichtspunkte auf der Busfahrt zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ausgezeichnete F\u00fchrung und die klare Gliederung der Ausstellung halfen bei der \u00dcbersicht \u00fcber die vielf\u00e4ltigen K\u00fcnstler und Werke. Die Abkehr von Expressionismus und Abstraktion war deutlich in Motiven und Darstellungsweisen &#8211; Grosz, Beckmann, Schad, Otto Dix &#8211; um nur die Bekanntesten zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Viel Zeit zum individuellen Rundgang blieb nicht und die Lokale f\u00fcr die Mittagspause waren alle v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllt &#8211; 6 Damen bekamen Ihre Pizza im Karton, zur Entsch\u00e4digung mussten sie nichts bezahlen!<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Teil der  Damen hatte sich f\u00fcr ein individuelles Nachmittagsprogramm entschieden, f\u00fcr die Fotoausstellung &#8222;Sachlich. Neu&#8220; im Peter und Edeltraut Engelhorn-Museum dagegen hatten sich 15 Damen angemeldet. Und dann kam das gro\u00dfe Drama: der Transfer zwischen den beiden Museen sollte per Bus erfolgen. In den engen Stra\u00dfen mit wild parkenden Autos hatte sich unser Bus beinahe festgefahren. Ganz gro\u00dfes Lob f\u00fcr unseren Peter. Aber er weigerte sich, noch einen Versuch zu wagen, parkte stattdessen am weitl\u00e4ufigen Schloss. In den Genuss der Ausstellung kamen nur 6 &#8222;schnelle&#8220; Damen, unsere F\u00fchrung war verloren &#8211; nur 15 Minuten hatten wir noch gut und konnten uns die wirklich tollen Fotografien ansehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Am vereinbarten Treffpunkt konnten wir alle einsammeln, zum Schlo\u00df geleiten und vollz\u00e4hlig die Heimfahrt antreten. Stress pur, aber noch gut zu Ende gegangen!<\/p>\n\n\n\n<p>(bs)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-vertical is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8cf370e7 wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>13.02.2025    Ulrike Kuschel<br>K\u00fcnstlerpaare:<br>Skurriles Paar der Fotokunst: Anna und Bernhard Blume<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Wegen Erkrankung der Referentin ist der Vortrag leider entfallen. <\/strong><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>06.02.2025&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><br><strong>Cara Kotthaus<\/strong><br><strong>Frauen im Mittelalter \u2013<\/strong><br><strong>Rechte, Stand, gro\u00dfe Pers\u00f6nlichkeiten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Referentin, Frau Cara Kotthaus, und ihr Vortrag waren ein sehr guter Ersatz, keine Notl\u00f6sung f\u00fcr den krankheitsbedingten Ausfall.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Kotthaus ist Arch\u00e4ologin und arbeitet f\u00fcr die SPAU GmbH in M\u00fcnzeburg, deren Kerngesch\u00e4ft bei der Begleitung, Auswertung und Dokumentationen von Ausgrabungen ist. In aller Regel geht es dabei um Bauma\u00dfnahmen, die mit Erdarbeiten verbunden sind und mit der Bodendenkmalpflege abgestimmt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sparte &#8222;Tourismus&#8220; ist gerade im Aufbau und nutzt das vorhandene Know-How f\u00fcr Angebote an Vortr\u00e4gen, F\u00fchrungen und Fortbildung. M\u00fcnzeburg, der Firmensitz, steht dabei durchaus im Mittelpunkt.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;M\u00fcnzeburg&#8220; kommt nicht von irgendwelchen M\u00fcnz- und Pr\u00e4gerechten sondern tats\u00e4chlich von der dort wuchernden Minze auf der Erhebung in der Wetterau. Der Staufer Barbarossa konkurrierte mit den Welfen aus dem angrenzenden Hanau. Zur Stabilisierung bon Barbarossas Machtbereich konnte Kuno I. \u2013 mit kaiserlicher Best\u00e4tigung \u2013 vor 1156 die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Burg_M%C3%BCnzenberg\">Burg M\u00fcnzenberg<\/a> errichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die rechtliche Lage der Frau im Mittelalter war durchaus nicht einheitlich, insbesondere ergaben sich durch die &#8222;Verst\u00e4dterung&#8220; starke Ver\u00e4nderungen in der Gesellschaft. Zu den bisherigen St\u00e4nden Adel, Klerus und Bauern kamen die Handwerker. Frau Kotthaus beleuchtete n\u00e4her, was sich bei den &#8222;Frauenrechten&#8220; hinsichtlich Besitztum, Erbrecht, Scheidungsrecht und Selbstbestimmung ver\u00e4nderte. Generell waren Frauen aber &#8211; je nach Stand mehr oder weniger &#8211; unm\u00fcndig und wurden von dem n\u00e4chsten m\u00e4nnlichen Verwandten &#8222;verwaltet&#8220;. Obwohl die F\u00fchrung des Hausstands, der Mithilfe im Gesch\u00e4ft, Kindererziehung und die Erhaltung von Sozialkontakten einen gro\u00dfen der Teil \u00dcberlebensm\u00f6glichkeit stellte, wurde ihr Wert sehr gering eingesch\u00e4tzt. Die Diskriminierungen gegen\u00fcber M\u00e4nnern in der gleichen Lage waren eindeutig.<\/p>\n\n\n\n<p>Vieles g\u00e4be es dazu noch zu erz\u00e4hlen, auch \u00fcber 4 beeindruckende Frauen. Die gr\u00f6\u00dfte Machtposition konnte Beatrix von Burgund, Gemahlin von Barbarossa, erreichen:<br>K\u00f6nigin von Burgund und Kaiserin des r\u00f6misch-deutschen Reiches.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund der Fachkundigkeit und der Qualit\u00e4t des frei gehaltenen Vortrags war der Applaus ausgiebig. &nbsp;(bs)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>30.01.2025&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <\/strong><br><strong>Jutta Banken<\/strong>&nbsp;<br><strong>M\u00e4rchen und Sagen aus Oberhessen&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Gebr\u00fcder Grimm sind die wohl bekanntesten M\u00e4rchen-Sammler. Sie haben Geschichten aus dem Volk zusammengetragen, die lange Zeit nur m\u00fcndlich \u00fcberliefert wurden. Der Vortrag von Frau Banken beschr\u00e4nkte sich auf die regionalen M\u00e4rchen und Sagen aus dem Vogelsberg und Umgebung. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Zentrum stand die Frage: Warum hei\u00dft der Vogelsberg eigentlich Vogelsberg? Die Antwort lieferte ein M\u00e4rchen von einem Schmied und seiner Frau, deren Lebensverh\u00e4ltnisse trotz aller M\u00fch&#8216; und Arbeit immer schlechter wurden. Er ging schlie\u00dflich in die Stadt, wo er dem Teufel seine Seele gegen 3 Jahre Wohlstand verkaufte. <\/p>\n\n\n\n<p>Und warum jetzt &#8222;Vogelsberg&#8220;? Nach den 3 Jahren erschien der Teufel. Auf den Rat einer geheimnisvollen alten Frau stellte der Schmied aber noch die Bedingung, dass der Teufel drei Fragen richtig beantworten m\u00fcsste. Hochn\u00e4sig lachend ging der Teufel darauf ein, versagte bei Frage 1 und 2 und auch auf bei Frage 3:<\/p>\n\n\n\n<p>Wie hei\u00dft der Vogel, der in dem Apfelbaum auf dem Berg sitzt? Der Teufel m\u00fchte sich vergeblich,  denn auf dem Baum sa\u00df die Frau des Schmieds, die sich erst im Salzkuchenteig und dann in den Daunen der Federkissen gew\u00e4lzt hatte. Und jetzt wissen wir es.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Weitere Geschichten wurden kurz angesprochen, \u00fcber Werw\u00f6lfe, nat\u00fcrlich den Teufel und unruhige Seelen, die als Geister durch die D\u00f6rfer gezogen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es war vor allem die typische M\u00e4rchensprache, die die Zuh\u00f6rer in Bann schlug. Vergangene Zeiten, in denen in Bauernfamilien w\u00e4hrend der Winterzeit die alten Geschichten erz\u00e4hlt wurden im schwachen Licht bei den typischen Winterarbeiten. Vorbei, aber f\u00fcr einen kurzen Augenblick wieder erweckt durch den lebhaften Vortrag. (bs)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>21.01.2025<\/strong><br><strong>Tagesfahrt nach Frankfurt am Main<\/strong><br><strong>Von Edlen Herrschaften bis zu B\u00f6sen Buben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:26% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"758\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/grafik-1-758x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4105 size-full\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/grafik-1-758x1024.png 758w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/grafik-1-222x300.png 222w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/grafik-1-768x1037.png 768w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/grafik-1-1137x1536.png 1137w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/grafik-1-1516x2048.png 1516w\" sizes=\"auto, (max-width: 706px) 89vw, (max-width: 767px) 82vw, 740px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Den Auftakt der Tagesfahrt nach Frankfurt bildete die Ausstellung \u201eRembrandts Amsterdam. Goldene Zeiten?\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer eine Ausstellung von Rembrandt-Gem\u00e4lden wartet hatte, musste nat\u00fcrlich entt\u00e4uscht sein, aber wie der Titel schon sagt, geht es um Gem\u00e4lde diverser K\u00fcnstler aus dieser Zeit, und die war nur f\u00fcr bestimmte B\u00fcrger der Stadt Amsterdam wirklich golden.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Zum geschichtlichen Hintergrund<\/strong>:<br>Die sieben n\u00f6rdlichen Provinzen der Niederlande, die die spanische Herrschaft in einem Achtzigj\u00e4hrigen Krieg, dem Spanischen Erbfolgekrieg (1568\u20131648) absch\u00fctteln konnten, schlossen sich zur Republik der Vereinigten Provinzen zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Damit verbunden war auch die Aufhebung des spanischen Katholizismus hin zum Calvinismus, die Reformation und damit weitgehend Religionsfreiheit. Dies zog viele Menschen in die St\u00e4dte \u2013 mehrfach in relativ kurzer Zeit gab es Stadterweiterungen, mit allen damit zusammen- h\u00e4ngenden Problemen der Enge, des Mangels, der Kriminalit\u00e4t und der politischen Differenzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfformatige Gruppenportr\u00e4ts pr\u00e4gten die Ausstellung im St\u00e4del, aber auch kleinere Zeichnungen und Skizzen in einem separaten Raum waren ausgestellt. Allerdings reichte die Zeit kaum, sich damit n\u00e4her zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dargestellt waren \u00fcberwiegend reiche \u201eGutmenschen\u201c, die im Ehrenamt t\u00e4tig waren, in Z\u00fcnften, Sch\u00fctzengilden, Armen-, Waisen- und Zuchth\u00e4usern. Die Anmerkung der versierten Kunst-Begleiterin sollte man bedenken: es ging hier oft nur um ein Sprungbrett in die bessere Gesellschaft, um Netzwerke zur Karrieref\u00f6rderung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sch\u00fctzengilden waren eminent wichtig f\u00fcr die innere Sicherheit (B\u00fcrgerwehr) aber auch die \u00e4u\u00dfere Sicherheit der im Seehandel t\u00e4tigen Republik.  Die Mitglieder mussten ihre R\u00fcstungen und Waffen selbst finanzieren, das war nur etwas f\u00fcr wirklich gut Betuchte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:25% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Bild3-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4135 size-full\"\/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Piraterie war ein gro\u00dfes Problem \u2013 dargestellt ist hier der ber\u00fchmteste und erfolgreichsteenglische Pirat Bartholomew Roberts, der sich gerne gut gekleidet zeigte \u2026..<br><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/grafik.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4133\" style=\"width:248px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>\u2026 und hier sein Skelett, er wurde schlie\u00dflich gefasst und hingerichtet. <br><br>\u201eDie Osteologie-Vorlesung des Dr. Sebastiaen Egbertsz\u201c<br>Nicolaes Eliasz Pickenoy oder Werner van den Valckert (1619)<br><\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Mittagspause holte uns der Bus ab, da wir eine gr\u00f6\u00dfere Distanz bis zur Adickesallee \u00fcberwinden mussten, zum Geb\u00e4ude der Kriminalpolizei Frankfurt, in dem sich im Keller in einem recht kleinen Raum das Kriminalmuseum befindet. Hier erwartete uns eine echte Kriminalkommissarin, die sonst im Team im Dezernat f\u00fcr Kinderpornografie arbeitet und der dieses Thema besonders am Herzen liegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Anhand von Gegenst\u00e4nden in Vitrinen aus der Lehrmittelsammlung der Kripo Frankfurt und in nachgestellten Situationen f\u00fchrte uns \u201eAnna\u201c (der Nachname sei zu schwierig) durch die spektakul\u00e4rsten Kriminalf\u00e4lle seit den 50-er Jahren. Unz\u00e4hlige Uniformpuppen bildeten ein \u201eSpalier\u201c. Schwerpunkt war die Spurensuche, \u00fcber die fr\u00fcheren M\u00f6glichkeiten wie Fingerabdr\u00fccke, Reifen- und Fu\u00dfspuren, bis hin zu den Anf\u00e4ngen der Weichteilrekonstruktion bis zur DNA-Analyse.<\/p>\n\n\n\n<p>Die erste Station war der Berufsgruppe \u201eSchr\u00e4nker\u201c gewidmet bis zur modernen Variante \u201eBank\u00fcberfall\u201c.  Eine unauff\u00e4llige Freundesgruppe z.B.  machte insgesamt 19 \u00dcberf\u00e4lle nach dem Motto \u201evermummt reinst\u00fcrmen, in die Decke schie\u00dfen, Geld einstecken und mit schnellen Autos auf die Autobahn\u201c.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:23% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"380\" height=\"507\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Bild1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4137 size-full\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Bild1.jpg 380w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Bild1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Der Anf\u00fchrer, Herny J\u00e4ger, wurde sp\u00e4ter zu einer hohen Freiheitsstrafe verurteilt und schrieb im Knast ein Buch, f\u00fcr das auch Verleger gefunden wurde. Unter polizeilicher \u00dcberwachung konnte er sein Werk auf der Buchmesse pr\u00e4sentieren. Sp\u00e4tere B\u00fccher waren weniger erfolgreich als sein Erstlingswerk.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Der Mord an der Edelprostituierten Rosemarie Nitribitt war eine Kette von Fehlern am Tatort \u2013 der Mord konnte nie aufgekl\u00e4rt werden. Auf ihrer Kundenliste standen auch etliche Prominente aus Politik und Wirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst hatten die Streifenbeamten wegen des Gestanks die Fenster ge\u00f6ffnet und damit die Raumtemperatur ver\u00e4ndert \u2013 die genaue Bestimmung des Todeszeitpunkts war nicht mehr m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann waren sehr viele Personen am Tatort und rauchten \u2013 Spuren an den Kippen in dem \u00fcbervollen Aschenbecher konnten nicht mehr zugeordnet werden. Fingerspuren am Aschenbecher stammten von einem Mann, der das Zimmer aufr\u00e4umen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>Und dann h\u00e4ngte auch noch der Polizeipr\u00e4sident seinen Hut an einen Kleiderhaken und l\u00f6ste damit eine aufw\u00e4ndige Suche nach dem Besitzer aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Geschichten und Anekdoten wurden noch geboten, allein \u2013 der Bus wartete an einer Bushaltstelle an der vielbefahrenen Adickesallee. P\u00fcnktlichkeit war angesagt. Ein kleiner Aufreger zum Schluss: zwei Damen hatten am St\u00e4delmuseum gewartet. Vergeblich, kamen aber in Eigenregie unbeschadet nach Hause.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>16.01.2025<\/strong> <strong>Jana Schreiber<\/strong><br><strong>Die Wiedem\u00e4nnin \u2013 Frauen und Heilkunde im fr\u00fchneuzeitlichen Frankfurt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Jana Schreiber, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universit\u00e4t Marburg, hat die Sozial- und Kulturgeschichte der Medizin vor allem in der Fr\u00fchneuzeit als einen ihrer wissenschaftlichen Schwerpunkte. &nbsp;So stand sie offensichtlich voll im Thema, als sie dem Publikum in Alten Schloss Anna Margaretha Wiedemann vorstellte und die Zuh\u00f6rerinnen in die medizinische Szenerie Frankfurts des 17. Jahrhunderts mitnahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Heilkunde war damals der sorgenden Hausmutter schon \u00fcber die Jahrhunderte vertraut \u2013 wer sonst sollte sich der Kranken und der h\u00e4uslichen Pflege annehmen in Zeiten, in denen professionelle Behandlung bei Krankheit und Leiden noch keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit war.<\/p>\n\n\n\n<p>Inspiriert durch ein heilkundliches Buch aus den 1920er Jahren, das sie auf einem Flohmarkt gefunden hatte, machte sich Jana Schreiber auf Spurensuche. Dabei stie\u00df sie auf den gut dokumentierten Fall der \u201eWiedem\u00e4nnin\u201c, die in einem Umfeld agierte, in dem es einen bunten Strau\u00df an Handelnden in den Feldern der Inneren Medizin, der Pharmazie und der Wundarznei gab, mit T\u00e4tigkeitsfeldern, die sich zum Teil \u00fcberlappten. Hier gab es Barbiere, Bruch-\/Steinschneider, akademische \u00c4rzte, Apotheker, j\u00fcdische \u00c4rzte, Hebammen, \u201eLaien\u201c wie Scharfrichter, und Bader, mit jeweils spezialisierten Kompetenzen. Die st\u00e4dtische Obrigkeit regelte diese T\u00e4tigkeiten per Gesetz. Es gab Ausbildungsg\u00e4nge wie zum Beispiel f\u00fcr die Barbiere und die Baderinnen und Bader. Die Barbierordnung von 1624 regelte die zweij\u00e4hrige Ausbildung, der sich acht Jahre Wanderzeit anschlossen. Doch auch die Ehefrauen, die oft als \u201eArbeitspaare\u201c mit ihren Partnern praktizierten, durften diese T\u00e4tigkeit aus\u00fcben, Witwen \u00fcbernahmen das Handwerk ihres verstorbenen Mannes und auch T\u00f6chter durften einsteigen und waren folglich begehrte Partien auf dem Heiratsmarkt f\u00fcr ausw\u00e4rtige Berufskollegen, die so ein Aus\u00fcbungsrecht in Frankfurt erwerben konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Umfeld arbeitete Anna Margaretha Wiedemann. Sie war zun\u00e4chst nach eigenen Angaben Dienstmagd bei einem ber\u00fchmten Medicus, beantragte am 16.6.1670 beim Rat der Stadt Frankfurt die Zulassung als Barbierin und erhielt auch ohne Meisterst\u00fcck die Zulassung. Die Lage in der Stadt war prek\u00e4r, es gab eine gro\u00dfe Einwanderungswelle, eine schwere Epidemie f\u00fchrte zu Bedarf an Heilkundigen, und \u2013 nicht zu vergessen \u2013 das 17. Jahrhundert war eine Epoche der Kriege mit hohem Versorgungsbedarf f\u00fcr Verletzte und Kriegsversehrte. Die Wiedem\u00e4nnin erwarb sich einen stabilen Patientenkreis, zu dem auch \u00e4rmere Frauen aus Sachsenhausen geh\u00f6rten. Ihr Schwerpunkt war \u2013 ganz anders als die typische eher chirurgische Behandlungsweise der Barbiere, die oft extrem schmerzhaft war \u2013 Schmerzen zu lindern oder zu \u00fcberwinden, Wunden zu heilen, Kr\u00e4fte zu st\u00e4rken. Sie hatte viele Bef\u00fcrworter in Frankfurt, Patienten, aber auch Personen im gesellschaftlichen und politischen Umfeld, und Zufriedenheitsabfragen fielen positiv aus. Sie \u00fcberstand zwei Verbotsprozesse, als 1670 und 1671 zwei ihrer Patienten starben (ein urs\u00e4chlicher Zusammenhang mit ihrer Behandlung konnte aber nicht hergestellt werden). Im Jahr 1676 gab es wieder Streitigkeiten, die nun in einem Berufsverbot und der Verbannung aus der Stadt endeten.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutlich machten die Ausf\u00fchrungen von Jana Schreiber aber auch, dass die Frauen sukzessive aus dem (medizinischen) Arbeitsmarkt der damaligen Zeit herausgedr\u00e4ngt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Geschichte der Anna Margaretha Wiedemann ist ein Einstieg in das Thema der Praxis von Heilkundlerinnen in der Konkurrenz mit m\u00e4nnlichen \u00c4rzten und Barbieren. Dazu geh\u00f6ren auch Fragen&nbsp; des Umgang mit Krankheiten und Epidemien, des Verh\u00e4ltnis zwischen Behandelnden und Patienten und Einflussfaktoren des sozialen Umfeldes in jener Zeit. Insbesondere spielt hier die Behandlung von Patientinnen eine Rolle. So h\u00e4tte Jana Schreiber noch viel zu erz\u00e4hlen gehabt \u2013 vielleicht kommt sie nochmal wieder \u2013 dem Publikum w\u00e4r\u2019s sehr recht, denn es war ein erfrischender und interessanter Vortrag \u00fcber einen nicht allt\u00e4glichen Themenbereich.  (bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;******************************<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>09.01.2025&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Dr. Reinhard Kaufmann<\/strong> <br><strong>Faszinierende St\u00e4tten islamischer Architektur &#8211;<br>von Samarkand bis Granada<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Vortrag musste witterungsbedingt ausfallen und wird zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt erneut angeboten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>04.12.2025Jahresabschluss im Netanya-Saal(nur f\u00fcr angemeldete Mitglieder) ******************************* 20. 11.2025Tagesfahrt nach R\u00fcsselsheim ******************************* 06.11.2025Suzanne BohnSimone de Beauvoir (1908 &#8211; 1986)Die intelligenteste Frau ihrer Zeit Zwei Frauen, zwei Magneten im fast vollbesetzten Netanya Saal. Die Eine: franz\u00f6sische Philosophin, Avantgardistin, Feministin. 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