{"id":3481,"date":"2023-12-02T13:25:40","date_gmt":"2023-12-02T12:25:40","guid":{"rendered":"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/?page_id=3481"},"modified":"2025-02-06T13:03:37","modified_gmt":"2025-02-06T12:03:37","slug":"chronik-2024","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/chronik-2024\/","title":{"rendered":"Chronik 2024"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>12.12.2024<\/strong><br><strong>Weihnachtsfeier im Netanya-Saal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie in jedem Jahr treffen sich viele Mitglieder zu einer ruhigen, geselligen Feier mit einem kleinen Programm.<\/p>\n\n\n\n<p>Frau Neitzel gestaltete ein kleines Programm mit kurzen Geschichten, die weniger mit Geschenken und Schnee zu tun hatten, die eher unter dem Gedanken von Zuneigung und Dankbarkeit zusammengefasst werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Da es noch etwas sp\u00e4ter wurde mit der Kaffee-Lieferung aus dem Schlosskeller griff Frau Sekula auf eine Weihnachtsgeschichte von Bertold Brecht zur\u00fcck. Ja, Brecht hat insgesamt vier Weihnachtsgeschichten geschrieben. Auf die Frage, ob er als Kommunist an Gott glaube, antwortete er: Ich bin ein christlicher Sozialist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Brecht schreibt, ist seine Sprache kein seliges S\u00e4useln, vielmehr beschreibt er die gnadenlosen Zust\u00e4nde der arbeitslosen Emigranten und anderer Verlorenen im Winter 1908 in Chicago. Trotz aller Hoffnungslosigkeit und allen Gemeinheiten dieser Geschichte gibt es wirklich ein Happy-End. \u201eDas Geschenk des lieben Gottes\u201c \u2013 unbedingt selbst lesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Rest der Zeit verbrachten die Damen in angeregtem Gespr\u00e4ch, die Pl\u00e4tze wurden getauscht und schlie\u00dflich halfen nahezu alle beim gro\u00dfen Aufr\u00e4umen, auch die Dekorationen und das Tannengr\u00fcn sowie die Kuchenreste wurden mit nach Hause genommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************\u00a0\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong>05.12.2024<\/strong><br><strong>Tagesfahrt nach Wiesbaden<\/strong><br><strong>Frauenmuseum \/ Museum Reinhard Ernst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Guerilla Girls \u2013 The art of behaving badly<\/em> \u2026 ganz brav hatten wir gerade noch im Bus auf der A66 im Stau gestanden, und nun schauten uns Frauen mit Gorillak\u00f6pfen gro\u00dffl\u00e4chig an, in einer Sonderausstellung des Frauenmuseums Wiesbaden. Die Bilder und Plakate, zusammengestellt von der in den 1980er Jahren von Aktivistinnen gegr\u00fcndeten US-amerikanischen Gruppe Guerilla Girls,&nbsp; exemplifizieren die weltweiten Ausgrenzungsmechanismen und die Unterrepr\u00e4sentanz von Frauen und People of Colour in der Kunst- und Kulturwelt. Wir konnten zu den Aussagen nur immer wieder best\u00e4tigend nicken.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch das Frauenmuseum hat auch viele weitere Themen zu bieten: Brustkrebs, Menstruation, Care-Arbeit, Frauenfu\u00dfball, Frauen in der Stadtgeschichte, Einzelwerke von Frauen. Herzst\u00fcck ist eine arch\u00e4ologische Sammlung <em>Steinzeiten-Frauenzeite<\/em>n und <em>Die Sprache der G\u00f6ttin<\/em>. Um all diesen Sammlerst\u00fccken und Themen gerecht zu werden, reichte ein St\u00fcndchen nicht \u2013 also wiederkommen!<\/p>\n\n\n\n<p>Danach schw\u00e4rmten wir in die Stadt aus und st\u00e4rkten uns an verschiedenen Orten. Wiesbaden wurde von den alliierten Streitkr\u00e4ften weniger zerst\u00f6rt als andere Orte &#8211; so ist es heutzutage ein Genuss, in dieser ehemaligen Weltstadt des B\u00e4dertourismus herumzustreifen und sich an den diversen Baustilen zu erfreuen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die B\u00e4uche waren gef\u00fcllt und die Stimmung gut, als wir zu dem imposanten Geb\u00e4ude des Reinhard Ernst Museums, dem \u201eZuckerw\u00fcrfel\u201c, kamen. Im Sommer diesen Jahres er\u00f6ffnet, in der Wilhelmstra\u00dfe gelegen, verf\u00fcgt Wiesbaden mit diesem Meisterwerk des Architekten Fumihiko Maki \u00fcber ein Museum der Moderne, das durchaus Weltrang hat \u2013 mit Werken von Tony Cragg, Helen Frankenthaler, Karl Otto G\u00f6tz, Hans Hartung, Y\u016bichi Inoue, Lee Krasner, Morris Louis, Tal R, Judit Reigl, Pierre Soulages, T\u014dk\u014d Shinoda, Frank Stella, Atsuko Tanaka und Wolfgang Tillmans auf ca 2.000 Quadratmetern.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Gr\u00fcndern Sonja und Reinhard Ernst liegt die k\u00fcnstlerische Bildung von Kindern und Jugendlichen besonders am Herzen. Daher sind die Vormittage Kindern und Jugendlichen vorbehalten \u2013 das Erwecken und F\u00f6rdern von Kreativit\u00e4t,&nbsp; \u201eder Basis unserer mittelst\u00e4ndischen Wirtschaft\u201c, steht dann im Mittelpunkt des Museums. Folgerichtig ist der Eintritt f\u00fcr Kinder und Jugendliche frei.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Beeindruckend. Vorbildhaft. Eine exzellente F\u00fchrung von einer Museumsp\u00e4dagogin, deren Begeisterung f\u00fcr die Exponate und die musische Arbeit mit Kinder sich niemand entziehen kann (au\u00dfer einer Kaffeefahrt-Gruppe, an der sogar sie scheiterte, wie sie am\u00fcsiert erz\u00e4hlte).<\/p>\n\n\n\n<p>Es war ein erf\u00fcllender Tag, und so machte es auch nichts, dass die R\u00fcckfahrt nach Giessen zur Rush Hour ein wenig l\u00e4nger dauerte als gew\u00fcnscht \u2013 viele Bilder im Kopf, Eindr\u00fccke im Herzen und das Gef\u00fchl von Bereicherung der eigenen inneren Landschaften f\u00fchrten zu allgemeiner Zufriedenheit der Teilnehmerinnen. Ein sch\u00f6ner Abschluss des Halbjahresprogramms 2024, und ein herzlicher Dank an die Organisatorinnen im Verein. (bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">28.11.2024<br><strong>Dietlind St\u00fcrz<\/strong><br><strong>Henri Matisse  (1869 &#8211; 1954) &#8211; ein \u00dcberblick<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Abschluss der Vortragsreihe 2024 waren es zwei bekannte Namen, die zu einem gut gef\u00fcllten Netanya-Saal f\u00fchrten: <\/p>\n\n\n\n<p>Die Kunsthistorikerin Dietlind St\u00fcrz ist als langj\u00e4hrige Referentin bei Frau und Kultur und Dozentin der Volkshochschule vielen Kunstinteressierten bekannt. Und wenn dann als Thema noch Henri Matisse angeboten wird, spielen Winter und Wetter keine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Matisse ist der Begr\u00fcnder des Fauvismus, der ersten Avantgarde-Bewegung des 20.Jahrhunderts, den &#8222;wilden K\u00fcnstler&#8220;. Seine stilistischen Neuerungen beeinflussten die Moderne Kunst nachhaltig! Im Frankfurter St\u00e4del Museum kann man sich das Bild &#8222;Blumen und Keramik&#8220; ansehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Picasso nennt ihn, trotz aller Konkurrenz und andersartigen Kunstauffassung \u201eFreund und Genie\u201c, denn er hat \u201edie Sonne im Leib\u201c! Liebermann hingegen zeigte sich bei einer pers\u00f6nlichen Begegnung k\u00fchl und desinteressiert, nannte die Bilder &#8222;Tapete&#8220; wegen der teils auff\u00e4lligen Musterung von Tischdecken und W\u00e4nden.<\/p>\n\n\n\n<p>1941 erkrankte Matisse und blieb den Rest seines Lebens an den <strong>Rollstuhl<\/strong> gebunden. Da ihm das Arbeiten mit dem Pinsel schwerfiel, fing er an \u201emit der Schere zu malen\u201c, also Papier zu schnipseln, wie damals als er noch ein Kind war. Die \u201egouaches d\u00e9coup\u00e9es\u201c finden ihren H\u00f6hepunkt in der Ausstattung der Rosenkranzkapelle in Vence von 1951.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>21.11.2024<\/strong><br><strong>Ulrike Kuschel<\/strong><br><strong>K\u00fcnstlerpaare: Michail Larionow und Natalia Gontscharowa<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Larionow und Gontscharowa werden als Paar in der russischen Kunstszene bezeichnet, das dort die Avantgarde der 1920er Jahre ma\u00dfgeblich pr\u00e4gte. Am 16. Juni 1881 in einem Dorf im Gouvernement Tula geboren und dort in einer adligen wohlhabenden Familie aufgewachsen, blieb Gontscharowa dem L\u00e4ndlichen zeitlebens verbunden. Mit 11 Jahren zog sie nach Moskau und studierte dort sp\u00e4ter Bildhauerei. An der Moskauer Hochschule begegnete sie Michail Larionow \u2013 sie wurden ein Paar und blieben es ihr Leben lang.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Larionow kam vom Land. Die beiden K\u00fcnstler lernten den Impressionismus kennen, der bis ca 1906 stilpr\u00e4gend f\u00fcr sie blieb. Larionow wandte sich jedoch immer mehr dem Fauvismus zu und der primitiven Malerei. Beide lehnten sie sich gegen die akademischen Begrenzungen der Hochschule auf und wurden wiederholt suspendiert. Gontscharowa und Larionow selbst und ihre Werke hingegen waren bekannt und verkauften sich gut. Auch Gontscharowa dr\u00fcckte sich immer mehr mittels der \u201eprimitiven\u201c Kunst aus, mit fl\u00e4chiger Malweise und b\u00e4uerlichen Motiven. Sie begann zu unterrichten, entdeckte f\u00fcr sich den Kubismus und als eine der ersten Malerinnen die Aktmalerei, was ihr den Vorwurf der Pornographie einbrachte. Parallel zu ihrem Schaffen neopositivistischer Bilder experimentierte sie mit dem&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kubofuturismus\">Kubofuturismus<\/a>&nbsp;und dem&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rayonismus\">Rayonismus<\/a>, dessen Konzept sie gemeinsam mit Larionow entwickelte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Milit\u00e4r spielte zun\u00e4chst f\u00fcr Larionow eine bedeutende Rolle, er wurde 1914 eingezogen, schwer verletzt und blieb zeitlebens kriegsversehrt. Larionow nutzte zun\u00e4chst soldatische Szenen als Motive f\u00fcr seine Bilder.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Paar zeigte seine Werke in vielen Ausstellungen in Russland, Paris, Deutschland. Sie waren vernetzt mit dem Salon d`Automne in Paris und dem Blauen Reiter in M\u00fcnchen und gr\u00fcndeten selbst in Moskau die K\u00fcnstlervereinigungen Karo Bube und Eselsschwanz, verlie\u00dfen diese jedoch wieder, da sie sich zu sehr in ihren k\u00fcnstlerischen Entwicklungen eingeschr\u00e4nkt f\u00fchlten. 1906 in Paris hatten sie Kandinsky und Jawlensky kennen gelernt, in London begeisterten sie sich f\u00fcr die Malerei von William Turner. Sie nahmen M\u00fcnther und Gaugin als Vorbilder f\u00fcr ihre Volkskunst, der sie sich immer mehr verschrieben. Im Zuge des Neoprimitivismus (ab 1909) wurden ihre Bilder zunehmend simplizistisch, die Figuren unmodelliert und statisch, eher holzschnittartig, vor allem die von Larionow, w\u00e4hrend der Stil von Gontscharowa eher weicher und undramatischer blieb. Religi\u00f6sit\u00e4t bekam ihren Platz in den Bildern, vor allem Gontscharowa hatte sich intensiv mit Ikonenmalerei besch\u00e4ftigt. Glas (\u201edie Summe aller Empfindungen\u201c), inspiriert durch die Murnauer Hinterglasmalerei, und der Rayonismus wurden in den Werken pr\u00e4gend, Lichtexperimente, von Gegenst\u00e4nden reflektierte Strahlen als zentrale Motive.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch modisch war Gontscharowa eine Trendsetterin und Ikone. Sie entwarf Kleider und trug sie auch selbst. 1914 reiste Gontscharowa nach Paris, um B\u00fchnenbildvorschl\u00e4ge f\u00fcr&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sergei_Pawlowitsch_Djagilew\">Sergei Djagilews<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ballets_Russes\">Ballets-Russes<\/a>-Produktion \u201eLe Coq d\u00b4Or\u201c an der dortigen Oper auszustellen.&nbsp;Ein Jahr sp\u00e4ter begann sie in Genf, Ballettkost\u00fcme und B\u00fchnenbilder zu entwerfen. 1916 unternahm sie gemeinsam mit Sergei Djagilew und Larionow eine Reise nach Spanien, bei der sie ihre Faszination f\u00fcr spanische Frauen in pr\u00e4chtigen Kleidern und Gew\u00e4ndern entdeckte. Spanier(innen) sollten nach der Reise eine Zeitlang ihr favorisiertes Thema sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1918 lebten Gontscharowa und Larionow kontinuierlich in Paris. Bis 1929, dem Todesjahr Djagilews, schuf Gontscharowa dort sehr erfolgreich B\u00fchnenbilder f\u00fcr die Ballets Russes. Anschlie\u00dfend wurde sie weiterhin weltweit als B\u00fchnenbildnerin engagiert, u.&nbsp;a. in New York, Litauen, Lateinamerika, London und Russland. 1932 lie\u00dfen Gontscharowa und Larionow sich endg\u00fcltig in Paris nieder. Erst 1955 heiratete das Paar. Doch ihre Werke verkauften sich nur noch selten. Die letzten Lebensjahre waren von Armut und arthritisbedingten Schmerzen gepr\u00e4gt. 1962 starb Gontscharowa in Paris. 1964, zwei Jahre sp\u00e4ter, folgte Larionow seiner Frau ins Grab. Wenig ist \u00fcber ihn selbst bekannt. Immer kr\u00e4nklich, hatte er sich \u2013 bei gleichzeitiger Unterst\u00fctzung der k\u00fcnstlerischen Weiterentwicklung seiner Frau &#8211; &nbsp;die restlichen f\u00fcnf Jahrzehnte seines Lebens in die intime Malerei im Stil des Sp\u00e4timpressionismus vertieft.<\/p>\n\n\n\n<p>Im R\u00fcckblick bleibt das Bild eines engagierten und \u00fcber k\u00fcnstlerische, nationale und gesellschaftliche Grenzen hinaus denkenden und handelnden K\u00fcnstlerpaares, das nach der russischen Avantgarde dem Heimatland den R\u00fccken zukehrte und sich international Namen machte, die bis heute bekannt sind. Ulrike Kuschel, freiberufliche Kunsthistorikerin, Kuratorin und Lektorin, vermittelte dies einem gespannt lauschenden Publikum, das sich am Ende zufrieden mit deutlichem Applaus bedankte.<\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>14.11.2024<br><strong>Tagesfahrt nach Hanau<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>Unsere erste Station in Hanau war das Goldeschmiedehaus, das die meisten von uns bisher nur von au\u00dfen gesehen hatten. Allerdings befindet sich hinter der schmucken Fachwerkfassade ein Neubau, wie in so vielen deutschen Innenst\u00e4dten war die Zerst\u00f6rung im 2. Weltkrieg enorm.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Vorteil davon ist aber eine optimale Raumgestaltung f\u00fcr Museumszwecke und Barrierefreiheit, wenn man von der steilen Au\u00dfentreppe absieht. Es gibt es aber auch einen &#8222;Hintereingang&#8220;, der nach Klingeln ge\u00f6ffnet wird. Den finden aber nur Eingeweihte.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einleitenden Erl\u00e4uterungen \u00fcber die Geschichte des Hauses und die Goldschmiedekunst in Hanau, ging es in der 1. Etage durch eine Sonderausstellung sakraler Gegenst\u00e4nde verschiedener K\u00fcnstler*innen, die erst abden 50-er Jahren entstanden sind. Bischoffs- und Kardinalsst\u00e4be und -ringe, Abendmahlskelche, Monstanzen und weitere Gegenst\u00e4nde, die vielen nicht bekannt waren. Das Design ist wesentlich sachlicher, schmuckloser als in fr\u00fcheren Epochen, Bergkristall und Halbedelsteine wurden teilweise nur sehr sparsam eingesetzt. <\/p>\n\n\n\n<p>V\u00f6llig anders \u00fcberraschte die Sonderausstellung in 2. Geschoss: Broschen, Ringe und einzelne St\u00fccke in neuen Formen aus andersartigem Material  wie  Hartschaum, die per Hand als Unkate gefertigt sind. Das Echo der Besucherinnen war geteilt, man vermutete zun\u00e4chst den 3Drucker dahinter. <\/p>\n\n\n\n<p>Der gro\u00dfe Spa\u00dfe war der umgewidmete Kaugummi-Automat, aus dem man f\u00fcr 2 Euro eine \u00dcberraschungs-Ei-Kugel &#8222;erdrehen&#8220; konnte, gef\u00fcllt mit kleinen Gegenst\u00e4nden &#8222;Made in Hanau&#8220;. Meine erwiesen sich allerdings als &#8222;Nieten&#8220; &#8211; Anstecker in wenig orginellem Design.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Nachmittag ging es ins Schloss Phillipsruhe, wo uns die gleiche  Dame durch die R\u00e4ume begleitete. Leider sind die Renovierungsarbeiten im Obergeschoss noch nicht abgeschlossen, so dass wir das Papiertheatermuseum nicht besuchen konnten. Die \u00fcbliche klassische F\u00fchrung durch die Prachtr\u00e4ume mit den Portr\u00e4ts der Vorfahren zeigte keine gro\u00dfen Besonderheiten. Beachtlich waren die Kachel\u00f6fen &#8211; zumal wir ja k\u00fcrzlich den Vortrag \u00fcber die Technik und Geschichte dieser Heizm\u00f6glichkeiten genie\u00dfen konnten. <\/p>\n\n\n\n<p>Manch eine schlich sich in die kleine Sonderausstellung des Karrikaturisten Klaus Stuttmann, dem der Hanauer Emil-Grimm-Preis 2024 verliehen wurde. Hochaktuelle politische Karrikaturen als extremer Gegenpol zum Barock-Ambiente bildeten Abschluss einer angenehm ruhig Tagesfahrt.<\/p>\n\n\n\n<p>bs<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>07.11.2024<br><strong>Monica Keichel<br>&#8222;Ich will endlich ich selbst sein&#8220; &#8211; <\/strong><br><strong>ein Portrait Romy Schneiders<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Romy Schneider = \u00bbSissi\u00ab, so ist vielen Menschen die in Wien geborene Schauspielerin bekannt. Aber: \u00bbaber das bin ich nicht!\u00ab, habe sie verzweifelt in ihr Tagebuch geschrieben, sie wollte schon fr\u00fch Charakterdarstellerin sein und dies ist ihr letztlich gelungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sissi-Trilogie war ein voller Erfolg, auch finanziell. Eine vierte und f\u00fcnfte Folge verweigerte sie, schon f\u00fcr &#8220; Kaiserin Sissi&#8220; und &#8222;Schicksalsjahre einer Kaiserin&#8220; m\u00e4chtig \u00fcberredet werden. Sie eroberte nach diesem Erfolg erst sp\u00e4ter Rollen in ernst zu nehmenden Stoffen und k\u00fcnstlerisch wertvollen Filmen. \u00bbDer Prozess\u00ab nach Kafka, \u00bbGruppenbild mit Dame\u00ab nach B\u00f6ll, \u00bbDas M\u00e4dchen und der Kommissar\u00ab sind Beispiele.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr privates Leben zeigte sich aber als Trag\u00f6die: ihre gro\u00dfe Liebe Alain Delon verlie\u00df sie f\u00fcr eine andere Frau, von M\u00e4nnern wurde sie finanziell ausgebeutet, andere Partner erwiesen sich als schwach als sie eine starke Schulter gebraucht h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits mit 42 Jahren starb sie an gebrochenem Herzen, nur einige Monate nachdem ihr geliebter Sohn David auf tragische Art t\u00f6dlich verunfallte.<\/p>\n\n\n\n<p>Alice Schwarzer f\u00fchrte ein langes Interview mit Romy Schneider &#8211; in franz\u00f6sischer Sprache, der &#8222;Sprache des Herzens&#8220;. Ein entsprechender Artikel sollte abgedruckt werden in der ersten Ausgabe der &#8222;Emma&#8220; im Jahr 1977. Leider kam das nicht zustande, und erst viele Jahre sp\u00e4ter kamen die Tonbandaufzeichnungen wieder zutage.<\/p>\n\n\n\n<p>Informationen dazu finden Sie unter <a href=\"https:\/\/www.derstandard.de\/story\/2000087462365\/die-wahre-geschichte-romy-schneider-bei-alice-schwarzer\">https:\/\/www.derstandard.de\/story\/2000087462365\/die-wahre-geschichte-romy-schneider-bei-alice-schwarzer<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Frau Keichel hat einen ausgezeichneten Vortrag gehalten, war mit ganzem Herzen dabei und erhielt auch langen, intensiven Beifall. Es gab nur positive R\u00fcckmeldungen und gro\u00dfe Zustimmung zu einer erneuten Einladung bei Frau und Kultur.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Infos:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.hdg.de\/lemo\/biografie\/romy-schneider.html\">https:\/\/www.hdg.de\/lemo\/biografie\/romy-schneider.html<\/a><br><a href=\"https:\/\/www.deutsche-biographie.de\/sfz114485.html#ndbcontent\">https:\/\/www.deutsche-biographie.de\/sfz114485.html#ndbcontent<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Extra-Termin 29. Oktober 2024<\/strong><br><strong>F\u00fchrung im Gefahrenabwehrzentrum Gie\u00dfen<\/strong><br><strong>mit Tim, einem der Feuerwehrm\u00e4nner<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Stolzenmorgen 19 in Gie\u00dfen? Kennt mein Navi nicht, aber zum Gl\u00fcck Google Maps. Es ist ja auch ein \u201ebrand\u201cneues Geb\u00e4ude, er\u00f6ffnet erst vor einem Jahr, in einem Stadtteil von Gie\u00dfen mit sanierten fr\u00fcheren US-Kasernen, neuer Bebauung und schnellem Zugang zur Auffahrt \u201eUrsulum\u201c auf den Gie\u00dfener Ring.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher ging es mit der (historischen) Handdruckspritze los, wenn irgendwo die Sirene heulte. Ein solches Exemplar ist von R\u00f6dgen nach Gie\u00dfen verbracht worden und nun dort zu bestaunen. Heute geht alles viel schneller: 60 Sekunden haben die Feuerwehrleute Zeit, um in ihre Kleidung und Fahrzeuge zu springen, wenn in der Einsatzstelle ein Notruf eingeht. Die Leitfunkstelle im Stolzenmorgen nimmt Notrufe f\u00fcr den Rettungsdienst und die Feuerwehr f\u00fcr Stadt und Landkreis Gie\u00dfen entgegen, gibt sie ggf. an die Einsatzstelle Gie\u00dfen weiter und koordiniert erforderliche weitergehende Ma\u00dfnahmen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Feuerwehrmann Tim, selbst noch nicht so lange am Standort, erl\u00e4uterte uns entspannt die Abteilungen, Zust\u00e4ndigkeiten und Arbeitsabl\u00e4ufe und zeigte uns die R\u00e4umlichkeiten. In dem dreist\u00f6ckigen Geb\u00e4ude untergebracht sind \u00fcber die Berufsfeuerwehr Gie\u00dfen und die Zentrale Leitstelle hinaus das Amt f\u00fcr Brand- und Bev\u00f6lkerungsschutz der Stadt Gie\u00dfen und der Fachdienst Gefahrenabwehr des Landkreises mit entsprechenden B\u00fcros und Schulungsr\u00e4umen. Ger\u00e4tschaften und Fahrzeuge der Feuerwehr, Lagerr\u00e4ume, Werkst\u00e4tten, Trainingsr\u00e4ume, Schlaf- und Aufenthaltsr\u00e4ume und eine K\u00fcche, in der sich die Feuerwehrleute selbst versorgen, also auch kochen, befinden sich im Erdgeschoss und im 2. Stock. Personalengp\u00e4sse scheint es nicht zu geben \u2013 jedes Jahr bewirbt sich potenzieller Nachwuchs vor Ort.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einsatzkr\u00e4fte arbeiten, aufgeteilt in drei Wachabteilungen, in drei Schichten mit mindestens 11-13 Leuten. Zweimal in der Woche sind die Feuerwehrleute f\u00fcr 24 Stunden vor Ort. Sind sie nicht in der Schicht zum Einsatz, so k\u00f6nnen sie das Gym benutzen oder sich anders fit halten. Fortlaufend gibt es Trainings (auch im Westbad), \u00dcbungen (z.B. im Dunkelraum bei voller Montur und mit Atemschutzger\u00e4ten in einem k\u00e4figartigen Areal oder an Ger\u00e4ten\/Fahrzeugen im Hof), Fitnesschecks und gesundheitliche \u00dcberpr\u00fcfungen sowie Fortbildungen zu relevanten Themen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gesamte Infrastruktur, die f\u00fcr den effizienten Einsatz der ca. 80 Kr\u00e4fte erforderlich ist, wird von zus\u00e4tzlichem Personal betreut. Die verbeamteten Feuerwehrleute selbst sind gleichzeitig Rettungssanit\u00e4ter, kommen meistens aus handwerklichen Berufen und bew\u00e4ltigen 1100-1700 Eins\u00e4tze im Jahr. Schwerpunktm\u00e4\u00dfig handelt es sich dabei um durch Brandmeldeanlagen ausgel\u00f6ste Alarme, T\u00fcr\u00f6ffnungen in Gefahrenlagen, \u00d6lspuren, \u00fcberflutete Keller und Verkehrsunf\u00e4lle. Dazu stehen ihnen hochger\u00fcstete PKWs und Mannschaftswagen (Tankl\u00f6schfahrzeuge) zur Verf\u00fcgung. Diese sind mit 2000 Liter Wasser, L\u00f6schschaum und ggf. Scherenspreitzern (Verkehrsunf\u00e4lle) ausgestattet. Anlassbezogen ist auch ein Kleintransporter, als mobile Einsatzzentrale eingerichtet, vor Ort.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Begehung der R\u00e4umlichkeiten und Antworten auf unsere vielen Fragen gingen wir mit einem Gef\u00fchl der Dankbarkeit nach Hause, dass wir potenziell so gut besch\u00fctzt sind. Allerdings nicht bevor Tim uns vorgef\u00fchrt hatte, wie man (als junger Mensch!) elegant die Stange vom Aufenthaltsraum zum Fuhrpark herunterrutscht \u2013 alles ganz easy J.<\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Engelbach<\/strong><br><strong>\u201eHinter dem Ofen ist es mir wohl\u201c \u2013 <\/strong><br><strong>eine kleine Geschichte des h\u00e4uslichen Heizens<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Vortrag von Klaus Engelbach begann mit einer f\u00fcr fr\u00fchere Zeiten typischen Abbildung: zwei Feuerstellen in einem Haushalt, ein gu\u00dfeiserner Herd mit L\u00f6wenf\u00fc\u00dfen in der K\u00fcche, wo sich in der Regel die Familie aufhielt, und ein Kohleofen im Wohnzimmer, wo man nur sonntags verweilte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Historie der Feuerstellen reicht, so Engelbach, nachweislich 400.000 Jahre zur\u00fcck \u2013 wobei unterschieden wird zwischen Feuernutzung (vielleicht schon vor \u00fcber einer Million Jahren) und der Feuerherstellung. Feuer hatte schon immer sowohl praktische als auch \u00fcbersinnliche Bedeutung. Fundorte wie Bilzingsleben in Th\u00fcringen, Feddersen Wierde (Flachsiedlung) und Husterknupp (Turmh\u00fcgelburg) im 1.-10. Jahrhundert belegen, dass es schon lange die uns noch heute bekannte klassische Aufteilung von Geb\u00e4uden mit zwei R\u00e4umen f\u00fcr Vieh und Lagerhaltung und mittig einem Bereich mit Feuerstelle gab, in dem sich die Menschen aufhielten und nachts auch schliefen. Schon vor 2.000 Jahren gab es aber auch eine Art Fu\u00dfbodenheizung, wie beispielsweise im Salzburger Museum zu bestaunen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutliche Ver\u00e4nderungen in unseren Breitengraden entstanden seit dem Steinbau. Eindrucksvoll zeigt der St. Galler Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert, wie sich die Architektur des Heizens weiterentwickelte. Das Abtshaus hatte einen Speise- und einen Schlafraum mit dazwischen liegender Feuerstelle, die beide R\u00e4ume beheizte. Die benachbarten Handwerkerh\u00e4user hatten auf dem Dach ein weiteres D\u00e4chelchen, \u00fcber die Feuerstelle gebaut, damit der Rauch abziehen konnte. Dieses Prinzip wird noch heute verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch dann begann die Entwicklung der Kachel\u00f6fen \u2013 \u00e4ltester Nachweis sind Ausgrabungen in der N\u00e4he von Basel. Stube und K\u00fcche wurden getrennt. In Frohburg gibt es Funde um das Jahr 1100 die zeigen, dass \u00d6fen nun oft einen Vorder- und einen Hinterlader hatten und der Rauch \u00fcber die Esse abzog. Der Ofen wurde zur \u201eSeele des Hauses\u201c. Die urspr\u00fcngliche Feuerstelle, oft nur durch einen Steinkreis umrandet, wich komfortableren Modellen bis hin zu Konstrukten in herrschaftlichen Haushalten mit aufgemauertem Herd und einem \u201eRauchhansel\u201c, der den Spie\u00df drehte. Kachel\u00f6fen \u2013 so dokumentieren Drucke \u2013 wurden zu behaglichen Treffpunkten, in deren N\u00e4he man sich gut aufhalten konnte: \u201eIch lig hie als all fude sol hinder dem ofen ist mir wol\u201c (Weberinnenfreske im Haus zur Kunkel in Konstanz). Dort ruhte man nach der Arbeit, Alte und Kranke sa\u00dfen oder lagen dort, aber auch Faulenzer und Dr\u00fcckeberger (\u201esie lagen auf der B\u00e4renhaut\u201c), so Engelbach.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit der Herstellung der beim Bau der \u00d6fen benutzen Kacheln (\u201eBecherkacheln\u201c, \u201eTopfkacheln\u201c, \u201eSpitzkacheln\u201c \u201eSch\u00fcsselkacheln\u201c, \u201eHalbzylinderkacheln\u201c) entwickelten sich die Formen immer weiter. Anfang des 14. Jahrhunderts begann man sie auf der Schauseite zu glasieren. Zun\u00e4chst gab es die gelbe Bleiglasur, dann gr\u00fcne und rote Glasuren (15. Jahrhundert). Die Verzierungen wurden immer aufw\u00e4ndiger, der Kachelofen wurde mehr und mehr, \u00fcber seine eigentliche Funktion hinaus, zum Kunstobjekt. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Erg\u00e4nzt wurde der Kachelofen durch eine neue Technologie: den gusseisernen Ofen, nicht selten mit biblischen Motiven. Im 19. Jahrhundert erlebte der Ofen als zentraler Stelle eines Hauses eine Renaissance: Dort traf man sich zum Spinnen, Geschichten erz\u00e4hlen, und man benutzte den Kamin sogar als Schlafstelle. Und noch heute, so der Referent, sind Feuer und Feuerstellen h\u00f6chst beliebt: als Erg\u00e4nzung zur h\u00e4uslichen Heizungsanlage, zum Grillen und Feste feiern (Lagerfeuer, Osterfeuer) mit der Familie. Denn Feuer ist mehr als nur zum W\u00e4rmen und Garen n\u00f6tig \u2013 noch immer sind mit ihm Riten und Br\u00e4uche verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende anerkennender Applaus: Klaus Engelbach ist gut bekannt bei Frau und Kultur. Wer mehr \u00fcber den ehemaligen Lehrer und Bodendenkmalpfleger wissen will: &nbsp;<a href=\"https:\/\/www.giessener-allgemeine.de\/hessen\/interesse-geschichte-stadt-wecken-12132551.html\">https:\/\/www.giessener-allgemeine.de\/hessen\/interesse-geschichte-stadt-wecken-12132551.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>17. Oktober 2024<\/strong><br><strong>Wolfgang Brandes<\/strong><br><strong>Carlo Goldoni und die Commedia dell\u2019Arte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als Dichter und Librettist wird der Arztsohn Carlo Goldoni (1707-1793) bezeichnet. Schon fr\u00fch besuchte er ein Jesuitencolleg in Perugia. Da er sich f\u00fcr die Medizin nicht interessierte, lenkte sein Vater ihn in die juristische Richtung \u2013 1723 erhielt Carlo ein Stipendium am katholischen Collegio Ghislieri in Pavia. Schon fr\u00fch schrieb er St\u00fccke. Eine Satire \u00fcber die B\u00fcrger in Pavia, insbesondere die M\u00e4dchen der Stadt, f\u00fchrte zu seinem Rauswurf aus dem Collegio. Mit Unterst\u00fctzung seines Vaters arbeitete er weiter im juristischen Feld, bestand 1731 seine Pr\u00fcfung und wurde ein Jahr sp\u00e4ter als Avvocato zugelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch seine Liebe und sein Talent galten dem Theater. Seine ersten St\u00fccke waren zun\u00e4chst von m\u00e4\u00dfigem Erfolg. Das \u00e4nderte sich, als er in Verona den Impresario Guiseppe Immer traf. 1734 wurde Goldonis Balsario aufgef\u00fchrt \u2013 ein Durchbruch, dem acht Jahre erfolgreicher Theaterarbeit folgten. Sein Name wurde in ganz Italien bekannt. Er arbeitete als Librettist f\u00fcr opere buffe mit Ciampi und Galuppi am Teatro San Samuele und dem Teatro San Giovanni Chrisostomo. 1738 schrieb Goldoni seine erste Kom\u00f6die mit textlicher Vorgabe der Dialoge.<\/p>\n\n\n\n<p>Goldoni, inzwischen mit der 10 Jahre j\u00fcngeren Notarstochter Nicoletta Connio verheiratet, nahm 1754 die beiden Kinder seines verwitweten Bruders auf. Inzwischen, seit 1740, war&nbsp; Goldoni vor\u00fcbergehend Konsul der Republik Genua, was jedoch zu seiner Verschuldung f\u00fchrte, so dass er sich wieder ganz dem Theater zuwandte, gleichzeitig aber auch in Pisa als Anwalt arbeitete und es zu weiterem Ansehen brachte. 1745 erschien sein wohl erfolgreichstes St\u00fcck \u201eDer Diener zweier Herren\u201c, das heute noch aufgef\u00fchrt wird. Zwei Jahre sp\u00e4ter schloss er einen Vier-Jahres-Vertrag mit Festgehalt mit dem Theaterdirektor Girolamo Medebach (Theater Sant\u2019Angelo in Venedig) und verpflichtete sich, jedes Jahr acht Kom\u00f6dien und zwei Libretti zu liefern.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Zeit entstand ein Streit zwischen ihm und seinem Konkurrenten Abate Pietro Chiari, eher Klassiker der Commedia dell\u2018 arte im Sinne einer Stegreifkom\u00f6die. Sein Hauptgegenspieler war jedoch Carlo Gozzi, der ihn heftig bek\u00e4mpfte. Um dem Produktionsdruck zu entkommen und mit besseren finanziellen Konditionen und Druckrechten versehen verpflichtete sich Goldoni dem Theater San Luca. Die Differenzen mit Chiari nahmen zu und bef\u00f6rderten Goldonis Disposition zu depressiven Zust\u00e4nden. Er war jedoch dessen ungeachtet weiterhin ein erfolgreicher und gefragter Autor.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit 53 Jahren wagte Goldoni den Sprung nach Paris. Zun\u00e4chst waren seine St\u00fccke dort wenig nachgefragt \u2013 vor allem Schauspieler selbst machten ihm das Leben schwer, denn sie bevorzugten den alten italienischen Stil. Goldoni lie\u00df schon lange dem Kernelement des Kom\u00f6dienstils, der Improvisation, und den klassischen Arrangements sowohl inhaltlich als auch in der Darstellung und den Figuren kaum noch Raum. Die Schauspieler hatten Schwierigkeiten, die von ihm vorgegeben Texte auswendig zu lernen und weniger klamaukhaft zu spielen, und widersetzten sich. Auch finanziell war seine Lage immer wieder schwierig. Dennoch schaffte Goldoni es, Mitglied der Accademia Roveretana degli Agiati zu werden. Er war zeitlebens gesellschaftlich gut vernetzt und konnte davon immer wieder sowohl vom Status her als auch finanziell profitieren, auch als Anwalt. 1793 starb Goldoni im Alter von 85 Jahren in Paris.<\/p>\n\n\n\n<p>Worin aber bestand nun der Zwist \u2013 gelegentlich als \u201eKrieg\u201c bezeichnet &#8211; zwischen Goldoni und Gozzi?&nbsp; Carlo Gozzi (1720-1806) stand f\u00fcr die Form der Theaterm\u00e4rchen, sch\u00f6pfend aus exotischen Geschichten, und die Beibehaltung von traditionellen Figuren und Masken wie Truffaldino und Tartaglia, mit hohen Anteilen der Improvisation. Goldoni wollte Ver\u00e4nderungen nach dem Vorbild Moli\u00e8res, Lustspiele und Charakterkom\u00f6dien statt Improvisationstheater mit neuen Figuren (Schauspieler mit Seele), nat\u00fcrlichem zur\u00fcckgenommenem Spiel, ausdrucksstarker Mimik und Gestik und vorgegebenen Dialogen statt Versen. In der klassischen Commedia del\u2019Arte gab es die Zanni (Arlecchino, Brighellla, Pagliaccio und Colombina) und die Vecchi (Pantalone, der Dottore) und weitere Figuren wie den Soldaten Il Capitano, den Angeber Scaramouche und Coviello, Pulcinella und Tartaglia. Ihnen waren Kleidung, Masken und Rollen zugewiesen \u2013 nur die konkrete Darstellung ihrer selbst war offen (es gab nur einen Leitfaden) und bot einen gro\u00dfen textlichen und spielerischen Improvisationsraum, den die Darsteller unterschiedlich nutzten \u2013 sehr zum Vergn\u00fcgen des Publikums. Goldoni fand das langweilig. Jedoch musste auch er Kompromisse schlie\u00dfen, um seine Beliebtheit nicht zu verlieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Unbestritten trotz aller Kompromisse ist, dass Goldoni im 18. Jahrhundert das italienische Theater reformierte und dem europ\u00e4ischen Theater Impulse gab, die noch heute tragf\u00e4hig sind. Von seinen 137 Kom\u00f6dien, 16 Tragikom\u00f6dien, 5 Trag\u00f6dien, 57 Szenarien, 20 Intermezzi, 13 Dramen, 15 Libretti und drei Farcen f\u00fcr das Musiktheater&nbsp;wird heute nicht mehr viel gespielt: zeitlos aber \u201eDer Diener zweier Herren.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der kurzfristig erkrankte Referent Wolfgang Brandes hatte seinen Vortrag als Film vorbereitet. So fehlten zwar Gestik und Mimik, aber die Pr\u00e4sentation kompensierte seine Abwesenheit zur Zufriedenheit aller Anwesenden.<\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>10.10.2024<br><strong>Dr. Martin Reulecke<\/strong><br><strong>Die T\u00f6chter der Professorenfamilie Michaelis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In G\u00f6ttinger akademischen Kreisen war sie sicherlich gut bekannt: die Familie des Professors der Theologie und Orientalistik Johann David Michaelis (1717-1791). Johann David, Vater von Dorothea Caroline Albertine (1763-1809), Charlotte (Lotte) (1766-1793) und Luise (1770-1846), wurde auch als \u201eNestor der akademischen Frauenbildung\u201c bezeichnet, so der Referent Dr. Martin Reulecke. Dr. Reulecke ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Direktor des Giessener Stadttheaters. Er ist aber auch Experte zum Thema: Eine in Familienbesitz befindliche Hinterglasmalerei mit den T\u00f6chtern Michaelis und ihrer Mutter war Ausgangspunkt seiner Recherchen, zusammengefasst in \u201eCaroline Schlegel-Schelling. Virtuosin der Freiheit. Eine kommentierte Bibliographie.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Zweifelsfrei war Caroline Schlegel-Schelling als sp\u00e4tere Mitbegr\u00fcnderin der Fr\u00fchromantik die herausragende der drei Michaelis-Schwestern. Der bildh\u00fcbschen Charlotte, der \u201eSorgenschwester\u201c, wurde, 14j\u00e4hrig, eine hei\u00dfe Liebschaft mit August von Kotzebue nachgesagt, doch dessen Frau passte auf und es wurde nichts daraus. Lotte heiratete 1792 den G\u00f6ttinger Verlegersohn Heinrich Dieterich und starb, nur 26j\u00e4hrig, im Wochenbett. Ihre \u00e4ltere Schwester Luise galt als \u201eweniger begabt\u201c, wenngleich von gro\u00dfer \u00c4hnlichkeit mit ihrem Vater, als \u201ekleines Dummerchen\u201c, das schwer lesen lernte. Sie heiratete den sp\u00e4teren Gyn\u00e4kologieprofessor Rudolf Wiedemann und zog mit ihm nach Kiel. Sie galt als resolute Hausfrau. Auch sie verlor, wie Caroline, mehrere ihrer Kinder.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle drei M\u00e4dchen wuchsen mit den weiteren Geschwistern im Michaelishaus (\u201eLondonsch\u00e4nke\u201c) gegen\u00fcber der G\u00f6ttinger Universit\u00e4t auf. Dort verkehrten viele Pers\u00f6nlichkeiten und Caroline \u00fcbte sich schon in j\u00fcngeren Jahren gelegentlich als \u201eSalonni\u00e8re\u201c. Die drei Schwestern waren ausgezeichnet gebildet, ihre Mutter Luise geb. Schr\u00f6der, jung verheiratet, blieb jedoch zeitlebens im Schatten der Familie. Vater Johann David setzte sich au\u00dferhalb seiner Familie f\u00fcr die M\u00f6glichkeit der universit\u00e4ren Bildung von Frauen ein, insbesondere der hochbegabten G\u00f6ttinger Philosophin Dorothea Schl\u00f6zer, eine \u201eUniversit\u00e4tsmamsell\u201c, die 1787 als zweite Frau in Deutschland promovierte, f\u00fcr die jedoch die damalige akademische Gesellschaft keine Verwendung fand sondern sie und ihren ambitionierten Vater verh\u00f6hnte und verspottete. Ein solches Schicksal wollte Johann David seinen T\u00f6chtern ersparen. Dennoch waren Luise und Dorothea miteinander befreundet und schrieben sich.<\/p>\n\n\n\n<p>Caroline heiratete 1784 den Arzt Johann Franz Wilhelm B\u00f6hmer, der 1788 starb. Von ihren drei ehelichen Kindern \u00fcberlebte zun\u00e4chst nur eines, Auguste. Caroline zog sp\u00e4ter nach Mainz, inzwischen unter franz\u00f6sischer Besatzung, und machte aus ihrer demokratisch-revolution\u00e4ren Gesinnung keinen Hehl. Caroline wurde von einem jungen franz\u00f6sischen Leutnant schwanger. Auch dieses, in Obhut gegebene Kind starb jung. Die schwangere Caroline verlie\u00df in Begleitung der jakobinischen Familie Wedekind Mainz in Richtung Gotha und wurde prompt im benachbarten Oppenheim festgenommen und in der Festung K\u00f6nigstein arrestiert. August Wilhelm Schlegel half ihr und brachte Caroline, inzwischen sowohl politisch als auch gesellschaftlich persona non grata (\u201eunweiblich\u201c, \u201eunschicklich\u201c, \u201eemanzipiert\u201c) nach Th\u00fcringen. Die Beiden heirateten 1796. <\/p>\n\n\n\n<p>In ihrem Wohnort entwickelte sich die Jenaer Fr\u00fchromantik, in der Caroline eine wichtige Rolle spielte. Sie war eine geistvolle Gastgeberin und half ihrem Mann bei Shakespeare-\u00dcbersetzungen. Dokumentiert sind vielgepriesene Briefe, \u201eGl\u00fcckseligkeit aus Einzelheiten zusammengesammelt\u201c. Ihr Schreibstil entwickelte sich zunehmend. Kontakte mit Goethe wurden gepflegt, eine regelrechte Feindschaft mit Schiller und seinem Umfeld entstand.<br>1798 trat der Philosoph Friedrich Wilhelm Schelling in das Leben des Ehepaares. Caroline und Friedrich wurden ein Liebespaar, Carolines Erkrankung und der pl\u00f6tzliche Tod ihrer Tochter Auguste verhinderte jedoch zun\u00e4chst eine Trennung von Schlegel. Doch 1803 heiratete das Paar dann doch. 1809 starb Caroline mit nur 46 Jahren. Zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter wurden ihre Briefe ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Ende des Vortrags dankbarer Applaus f\u00fcr den Referenten: Die Michaelis-Schwestern haben Gestalt angenommen, der Vortrag machte Appetit auf mehr.<br>(bt)<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;&nbsp;*******************************&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>26.09.2024<br><strong>Peter Eschke<\/strong><br><strong>Zwischen Bahn und Lahn &#8211;<\/strong><br><strong>Verkehrswege in der Zeit der Industrialisierung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wegen der Eisenerzvorkommen an Lahn und Dill wurde schon fr\u00fch \u00fcber eine Schiffbarmachung der Lahn nachgedacht, aber erst durch die einsetzende Industrialisierung und eine Gebietsreform wurde dies ab ca. 1840 m\u00f6glich und sinnvoll.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch die Erfindung der Dampfmaschine wurde die Eisenbahn ein zweites sehr wichtiges Transportsystem. Beide Entwicklungen f\u00fchrten zur Ansiedlung der heutigen optischen und feinmechanischen Industrie mit weltmarktf\u00fchrenden Hightech-Produktionsst\u00e4tten in Wetzlar und Umgebung.<\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Vortrag beschrieb Peter Eschke die schrittweise Entwicklung und erg\u00e4nzte die Fakten mit den passenden Anekdoten. Der virtueller Spaziergang entlang der Lahn begann bei der Badenburg und endete an den Stellen, wo die Wasserversorgung und Entsorgung im Stadtgebiet Gie\u00dfens zentriert war. Bei den Alt-Gie\u00dfenerinnen kamen viele Kindheitserinnerungen hoch, denn es ging darum,  was einmal wo war. Wo waren die Eish\u00e4user, die Badeanstalten, die fr\u00fcheren Furten und Br\u00fccken, f\u00fcr die &#8222;Zugezogenen&#8220;  immer verkn\u00fcpft mit den Hinweisen darauf, was jetzt dort zu sehen ist.  <\/p>\n\n\n\n<p>Die Entwicklung der Bahnverbindungen der Main-Weser-Bahn wurden ebenfalls kurz behandelt.  Der erste Bahnhof (1850) war am Oswaldsgarten &#8211; wo auch jetzt ein Haltepunkt geschaffen wurde. Der pr\u00e4chtige Hauptbahnhof erhielt sein heutiges Aussehen von 1904 bis 1911 und ist bis heute in in Betrieb.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem 2-st\u00fcndigen Vortrag zeigte Herr Eschke die ganze F\u00fclle seines Wissens und h\u00e4tte durchaus noch weitererz\u00e4hlen k\u00f6nnen. Die Ergebnisse seiner Forschungen hat er in einer dicken Brosch\u00fcre  &#8222;Zwischen Bahn und Lahn&#8220; ver\u00f6ffentlicht. Eine Zusammenfassung bietet der nachstehende Artikel der Gie\u00dfener Allgemeinen:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.giessener-allgemeine.de\/kultur\/die-lahn-zwischen-giessen-und-leun-92107696.html\">https:\/\/www.giessener-allgemeine.de\/kultur\/die-lahn-zwischen-giessen-und-leun-92107696.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>(bs)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>19.09.2024<br><strong>Burkhard Muth&nbsp;<\/strong><br><strong>Romantische Klaviermusik von Theodor Leschetizky, &nbsp;&nbsp;<\/strong><br><strong>Fr\u00e9d\u00e9ric Chopin und Robert Schumann<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Theodor Leschetizky (1830\u20131915), Pianist, Klavierp\u00e4dagoge und Komponist, war eine der brillantesten Musikerpers\u00f6nlichkeiten des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammen mit Franz Liszt gilt er als der bedeutendste Klavierlehrer, zu seinen \u00fcber 1.000 Sch\u00fclern z\u00e4hlen Pianisten wie Artur Schnabel, Elly Ney, Ignacy Jan Paderewski, Mieczyslaw Horszowski, Ossip Gabrilowitsch, Mark Hambourg und Benno Moiseiwitsch, um nur einige zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Komponist steht Leschetizky \u2013 wie Chopin und Schumann \u2013 ganz in der Tradition des 19. Jahrhunderts. W\u00e4hrend die beiden Letzteren sehr bekannte Komponisten sind, geriet Leschetizkys kompositorisches \u0152uvre zun\u00e4chst in Vergessenheit. Die Leschetizky-Renaissance begann erst in den 1990er Jahren, mitbedingt durch zahlreiche CD-Produktionen. Auch wurde 2015 seine einzige Oper wiederaufgef\u00fchrt und 2019 fand der erste Leschetizky-Weltkongress in Bad Ischl statt.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem Vortrag wurden wesentliche Stationen seines Lebens dargestellt, eingebettet in zahlreiche Musikbeispiele. Um die N\u00e4he zu Chopin und Schumann zu illustrieren, wurden ihnen vergleichbare St\u00fccke dieser Komponisten gegen\u00fcbergestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e4heres siehe:      <a href=\"https:\/\/deutsche-leschetizky-ges.jimdo.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/deutsche-leschetizky-ges.jimdo.com\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>12.09.2024<br><strong>Dr. Erika Schellenberger<\/strong><br><strong>\u201eAlles behalten f\u00fcr immer. Ruth Rilke.\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">In Hessen waren sie ein paar Wochen exklusiv zusammen. Der ber\u00fchmte Dichter Rainer Maria Rilke, die bekannte Bildhauerin Clara Westhoff und ihre gemeinsame Tochter, die kleine Ruth, die im Alter von f\u00fcnf Jahren mit ihren Eltern 1906 einen \u201ePrinzessinnensommer\u201c auf dem Hofgut Friedelhausen verbrachte. Es war f\u00fcr sie ein unstetes Leben, mit Aufenthalten bei den Gro\u00dfeltern in Bremen und einer Zwischenstation in M\u00fcnchen (1912-1917), wo sich Ruths Vater, getrennt lebend, des \u00d6fteren mit der Familie traf. Ansonsten sah sie den Vater eher selten, die Ehe war schon nach einem Jahr in die Br\u00fcche gegangen. &nbsp;Ab 1919 wohnte Ruth schlie\u00dflich mit ihrer Mutter in Fischerhude, wo diese sich ein Haus gekauft hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Ruth \u00fcbernahm nach dem Tod ihrer Mutter das Haus und renovierte es. In diese Arbeiten platzte der Journalist S\u00e1ndor Schulz von Radio Bremen mit einem Telefonat. Ruth war inzwischen eine verheiratete Fritzsche. S\u00e1ndor Schulz, zun\u00e4chst auf das n\u00e4chste Jahr vertr\u00f6stet, lie\u00df nicht locker und tauchte pers\u00f6nlich auf. Im Garten des Hauses, romantisch an einem Seitenarm der W\u00fcmme gelegen, mit Blick auf einen Kahn, am Anleger festget\u00e4ut, dahinter Wiesen und K\u00fche, kamen S\u00e1ndor und Ruth ins Gespr\u00e4ch. Von Schulz angeregt, der eine Rundfunksendung zum 80. Geburtstag von Clara Westhoff plante, versetzte sich Ruth sukzessive zur\u00fcck in ihr Leben mit dem meist abwesenden Vater, mit dem sie, ungeachtet dessen, zeitebens innig verbunden war.<\/p>\n\n\n\n<p>In den von Frau Schellenberger ausgew\u00e4hlten Leseproben erfuhr das Publikum, wie die Rilke-Westhoff-Tochter Ruth ihre Kindheit erlebte und wie sie nach dem Tod ihres Vaters 1926&nbsp; ihr &nbsp;Leben der akribischen Arbeit am Nachlass ihres Vaters widmete. Sie schrieb selbst, sechs Jahre sp\u00e4ter, einmal an eine Freundin: \u201eNur manchmal scheint es mir, als k\u00e4me ich gar nicht zu einem eigenen Leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber sieben Jahr hinweg hat Erika Schellenberger, promovierte Literaturwissenschaftlerin und Landeskoordinatorin Literatur und Schule im B\u00fcro Kulturelle Bildung des Hessischen Kultusministeriums, zu ihrem Buch recherchiert, Expertinnen getroffen (u.a. die Tochter von Ruth) und Orte des Geschehens besucht. Sie berichtete bei der Lesung auch ausf\u00fchrlich \u00fcber das Zustandekommen der Ausstellung \u201eRainer Maria Rilke. Ausstellung aus dem Besitz von Anton und Katharina Kippenberg&#8220; &nbsp;&nbsp;im September 1947, zu der auch Ruth aus Weimar anreiste. M\u00f6glich wurde diese Ausstellung vor allem durch die intensiven Forschungsarbeiten von Ingeborg Schnack, Renate Scharffenberg, Kippenbergs Assistentin, und die List des Sieber-Ehepaares (Ruth hatte zum zweiten Mal geheiratet), in einem Geigenkasten Rilke-Manuskripte aus der \u201eZone\u201c nach Marburg zu schmuggeln.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">\u201eAlles behalten f\u00fcr immer\u201c ist eine erz\u00e4hlerische Dokumentation, die sprachlich und situativ schwerpunktm\u00e4\u00dfig nach Norddeutschland entf\u00fchrt und die Worpsweder &nbsp;K\u00fcnstlerkolonie streift, mit der ihre Mutter&nbsp; &#8211; vor allem mit Paula Modersohn \u2013 eng verbunden war. Dialoge in Platt, die typische Moorlandschaft und die pr\u00e4zisen \u00f6rtlichen, noch heute g\u00fcltigen Beschreibungen wie zum Beispiel das Hotel Restaurant Haus Berkelmann in Fischerhude, wo Schulz 1957 mit seinem Fahrrad links in die Bredenau einbog, schaffen Realit\u00e4tsn\u00e4he. &nbsp;Mit ihrer Fantasie gelingt es der Autorin in dem Buch, das Gef\u00fchl zu vermitteln, selbst dabei zu sein, als Zuschauerin und Zuh\u00f6rerin in den beschriebenen Szenen. Eine gelungene Lesung, eine gelungene Biografie. (bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>05.09.2024<br><strong>Thomas Otto<\/strong><br><strong>Wer entscheidet f\u00fcr mich, wenn ich es nicht<\/strong> <strong>mehr kann?&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit Karacho und ohne Helm mit dem Fahrrad die Ludwigstra\u00dfe runter, Freiheitsgef\u00fchl pur. Bestimmt hat der junge Mensch noch nie an eine Betreuungsvollmacht oder eine Patientenverf\u00fcgung gedacht, etwas \u00e4ltere Menschen verdr\u00e4ngen den Gedanken daran m\u00f6glichst. Dabei kann es jedem und jederzeit passieren, dass man vor\u00fcbergehend oder dauerhaft die F\u00e4higkeit verliert, Entscheidungen selbst zu f\u00e4llen.<\/p>\n\n\n\n<p>Thomas Otto, Richter am Amtsgericht Wetzlar, wies zun\u00e4chst darauf hin, dass Betreuungsvollmacht und Patientenverf\u00fcgung zwei v\u00f6llig getrennte Sachen sind, auch wenn sie auf einem gemeinsamen Formular stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zum 18.Lj. sind automatisch die Eltern bevollm\u00e4chtigt, aber nicht automatisch auch der Ehepartner \u2013 eine Tatsache, die viele \u00fcberrascht hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vollmacht muss schriftlich abgefasst werden und \u201egriffbereit\u201c aufbewahrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bevollm\u00e4chtigte ist berechtigt Entscheidungen zu f\u00e4llen, unter der Voraussetzung, dass der\/die Betroffene dazu selbst nicht in der Lage ist, nicht aber dazu verpflichtet. Sie gilt f\u00fcr alle Lebensbereiche, nicht aber f\u00fcr Immobilien-Gesch\u00e4fte und Verm\u00f6gensumschichtungen \u2013 hierzu ist eine notarielle Beglaubigung notwendig.<\/p>\n\n\n\n<p>Liegt keine Vollmacht vor, wird nach Pr\u00fcfung durch das Amtsgericht ein Betreuer von Amts wegen eingesetzt. Aber keine Panik \u2013 in den meisten F\u00e4llen spricht sich der \u00fcberpr\u00fcfende Richter dabei f\u00fcr die vorgeschlagene Person aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gesetzesgrundlage findet sich im BGB, \u00a7\u00a7 1814 ff.&nbsp; Verst\u00e4ndliche Details enth\u00e4lt eine Brosch\u00fcre \u201eBetreuungsrecht\u201c, die beim Bundesministerium der Justiz heruntergeladen werden kann unter https:\/\/www.bmj.de<\/p>\n\n\n\n<p>Das zweite wichtige Dokument, die Patientenverf\u00fcgung, dient zur Vorlage bei dringend erforderlichen Behandlungen, wenn der Patient nicht ansprechbar ist. Darin sollte festgehalten werden, welche lebenserhaltende Ma\u00dfnahmen gew\u00fcnscht bzw. nicht gew\u00fcnscht werden. Hier stehen die gesetzlichen Vorschriften eher im Hintergrund, entscheidend ist, was sich ein Mensch in einer solchen Krisensituation gew\u00fcnscht h\u00e4tte, wenn er im Vollbesitz seiner geistigen F\u00e4higkeiten gewesen w\u00e4re. Dies ist aber ein Sachverhalt, den jeder mit sich selbst kl\u00e4ren oder seinem Umfeld besprechen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt es eine F\u00fclle von Vordrucken und Beratungsstellen, rechtssicher ist eine Recherche beim Bundesministerium der Justiz (\u201ePatientenverf\u00fcgung\u201c) sowie beim Gesundheitsministerium, bei vielen Krankenkassen sowie beim VDK.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist also alles nicht so einfach \u2013 gut informiert kann man beruhigter durch das Leben gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschluss an den Vortrag konnte Herr Otto viele Fragen aus dem Publikum beantworten.<\/p>\n\n\n\n<p>(bs)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>29.08.2024<br>Unsere <strong>5-t\u00e4gige Studienreise ins Saarland<\/strong> war wundersch\u00f6n, interessant und auf Hin- und R\u00fcckfahrt mit au\u00dfergew\u00f6hnlichen Zielen \u00fcberraschend. Ein paar Hitzegrade weniger w\u00e4ren aber paradiesisch gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein detaillierter Reisebericht von Frau Bausch erscheint  evtl.  in der n\u00e4chsten Ausgabe unserer Verbandszeitschrift, die unter &#8222;Deutscher Verband Frau und Kultur&#8220; zu finden ist oder kann bei der Gruppe Gie\u00dfen angefordert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>(bs)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">22.08.2024&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>&nbsp;<strong>Thomas Sander<\/strong><br><strong>\u201eRache ist s\u00fc\u00df und macht nicht dick\u201c \u2013&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><br><strong>Alfred Hitchcock zum 125. Geburtstag<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hinter dem Vorhang erscheint eine Silhouette. Die Gestalt schwingt ein Messer und sticht zu.  Immer wieder. Das Opfer sucht Halt am Duschvorhang und gleitet, t\u00f6dlich verletzt und blutend, zu Boden.<br><br>Thomas Sander, vormals Leiter der Wetzlarer Musikschule, lenkt bei dieser Szene aus dem Thriller \u201ePsycho\u201c das Augenmerk seines zahlreich erschienenen Publikums auf zweierlei: die Handlung und die Musik. Interessant die Diskrepanz zwischen dem \u201eGesehenen\u201c und der tats\u00e4chlichen Handlung, in der das menschliche Gehirn Dinge wahrnimmt die gar nicht sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Genie eben, der Alfred (1899-1980), in den ersten Lebensjahren ein ungl\u00fcckliches gewalterfahrenes Kind, sp\u00e4ter DER Thrillerregisseur weltweit, dem es gelang, mittels mehrerer ineinander greifender Disziplinen unvergessliche Thriller zu schaffen: mit Handlung, Musik, Beleuchtung und Perspektive. Immer wiederkehrende Themen sind Angst, Schuld und Identit\u00e4t. Untermalt von Kompositionen, in acht Filmen wie bei \u201ePsycho\u201c von Bernard Hermann geschrieben, ziehen diese das Publikum auf besondere Art in ihren Bann, n\u00e4mlich durch minimalistische Streichorchester, in denen verschiedene Instrumente (hohe T\u00f6ne der Geigen) sukzessive durch die Handlung hetzen, \u00fcber die mittelhohe Bratsche bis hinunter zu den Celli und Kontrabassen, die unheilvoll den Tod verk\u00fcnden.<br><\/p>\n\n\n\n<p>An weiteren Szenen aus \u201eDer Unsichtbare Dritte\u201c und \u201eBei Anruf Mord\u201c erl\u00e4utert Thomas Sander, wie fulminante Filmmusik im 6\/8 Takt (Vandana) Cary Grants wiederholte Fluchtversuche in das Maisfeld dramatisiert und Grace Kelly sich gegen ihren von ihrem Mann gedungenen M\u00f6rder wehrt, w\u00e4hrend die Musik langsam zum Stehen kommt\u2026 Auch hier lenkt die Musik die Emotionen. Verschiedene musikalische Signaturen, bestimmten Themen zugeordnet, erg\u00e4nzen perfekt die Szenen und bestimmen den Puls der Zuschauer.<br><br>Wenn es enth\u00fcllt ist, ist es auch offenbar: die Messerstiche in der Duschszene sind Messerstiche in eine Melone. So klingt das! Aber das menschliche Hirn w\u00e4re nicht es selbst, wenn es nicht K\u00fcnstlern gel\u00e4nge, in ihm unterschiedlichste Illusionen zu erwecken. Und das war er, ein Meister der Illusionen und Vorreiter des Minimalismus, Alfred Hitchcock. Wer diese Art von Illusionen liebt, wer zur Hitchcock- Fangemeinde geh\u00f6rt, das lie\u00df sich leicht sehen und h\u00f6ren an diesem Donnerstag Nachmittag \u2013 dank des engagierten und kundigen Referenten, der selbst diese Begeisterung teilte.<br>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>15. August 2024<\/strong><br><strong>Prof. Dr. Joachim Breckow<\/strong><br><strong>Einstein und sein Einfluss auf unser heutiges Weltbild<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Strahlenphysik und Strahlenschutz waren die Schwerpunkte seiner Arbeit an der THM Gie\u00dfen \u2013 auf andere Art und Weise strahlend war sein Auftritt im Netanyasaal, als Prof. Dr. Joachim Breckow mit ausdrucksstarker Mimik und Gestik und gekonntem Adressatinnenbezug seine Zuh\u00f6rerinnen (und ein paar Zuh\u00f6rer) mitnahm zu Albert Einstein (1879-1955), dem wohl gr\u00f6\u00dften Physiker aller Zeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer war Albert Einstein? Welche Mythen \u00fcber ihn stimmen nicht? &nbsp;\u2013 Einstein, der deutsche Jude, der leidenschaftliche Segler, der Zionist, der Pazifist, der Sozialist, der vor allem in Deutschland, der Schweiz und \u00d6sterreich lebte und 1933 dann in die USA ging. Einstein, der politisch denkende Mensch und Philosoph, ein Kind seiner Zeit, seiner Herkunft und seiner Erfahrungen. Einstein, der KEIN schlechter Sch\u00fcler, KEIN Familienmensch, KEIN schlechter Experimentator war, NICHT naiv und weltfremd, NICHT den Nobelpreis f\u00fcr seine Relativit\u00e4tstheorie bekam (sondern \u00abf\u00fcr seine Verdienste um die Theoretische Physik, besonders f\u00fcr seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts\u00bb), und seine ber\u00fchmte Formel war NICHT die Grundlage f\u00fcr den Bau der Atombombe. Soweit zum Thema \u201eMissverst\u00e4ndnisse und Legenden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Bonmots sind ihm zugeschrieben, solche wie \u201eGott w\u00fcrfelt nicht\u201c, \u201eGeniale Menschen sind selten ordentlich. Ordentliche selten genial.\u201c Oder \u201eEs ist leichter einen Atomkern zu spalten als Vorurteile.\u201c&nbsp; Wer kennt sie nicht\u2026 Deutschland war in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts weltweit f\u00fchrend in der Modernen Physik, vor allem der Atomphysik, Einstein damals schon eine Art Popstar dieser Wissenschaft, 1917 zum Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts f\u00fcr Physik berufen. Bis heute, so der Referent, sind die Nachwehen des Kahlschlags in der deutschen Wissenschafts- und Kulturelite durch die Nazis sp\u00fcrbar, die, wie Einstein, emigrierten, vertrieben oder mundtot gemacht wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>So erkl\u00e4rt es sich, dass Einstein, der Physikexperte und Pazifist, im Jahr 1939 in einem gemeinsamen Brief mit Le\u00f3 Szil\u00e1rd in Absprache mit Teller und Wigner vor dem m\u00f6glichen Bau einer Atombombe durch Hitler warnte \u2013 was in den USA zu einer Eigendynamik mit den bekannten Ergebnissen f\u00fchrte (Einstein bezeichnete das Manhattan-Projekt zum Bau der Atombombe sp\u00e4ter als \u201eschweren Fehler\u201c). Doch \u2013 so Breckow \u2013 wir m\u00f6gen uns den Gang der Geschichte nicht vorstellen, w\u00e4re stattdessen Nazideutschland der Bau gelungen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Einstein der Wissenschaftler \u2013 sein Name ist untrennbar verbunden mit seiner Speziellen Relativit\u00e4tstheorie (\u201enichts ist absolut\u201c), 1905 entwickelt, und, noch mehr, seiner Allgemeinen Relativit\u00e4tstheorie (1916) mit der Erkenntnis, dass die Gravitation das Wesen von Raum und Zeit und damit das des Universums bestimmt.&nbsp; E=mc\u00b2 &nbsp;&nbsp;&#8211; kaum ein Schulkind kommt an dieser Formel vorbei, die besagt, dass die gespeicherte Energie immer gr\u00f6\u00dfer ist als die freie Energie. Beispielsweise die Bewegungsenergie. Und mit sportlichem Elan stieg der Referent auf einen Stuhl hinauf und wieder hinab, um die Theorie zu veranschaulichen, dass er vorher und hinterher weniger wog als auf dem Stuhl stehend. Wer h\u00e4tte sich nicht f\u00fcr die eigene Schulzeit einen solchen Lehrer gew\u00fcnscht?! Aber Vorsicht, ganz so einfach sei es dann auch wieder nicht\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Nun aber zur\u00fcck zur Relativit\u00e4tstheorie und zur Beantwortung der Frage: was bedeutet sie f\u00fcr unser Weltbild? Die Relativit\u00e4tstheorie erlaubt die Beschreibung ALLER Vorg\u00e4nge im Universum und somit des Universums selbst. Das ist ph\u00e4nomenal! Zum Zeitpunkt ihrer Entstehung glaubte man jedoch noch an ein statisches Universum. Gro\u00dfe Bedeutung im Kontext der sp\u00e4ter folgenden Erkenntnis eines sich rasch ausweitenden Universums hat heute aber wieder die damals von Einstein eingef\u00fchrte kosmologische Konstante Lambda, ein \u201eKunstgriff\u201c in der Allgemeinen Relativit\u00e4tstheorie, die er selbst noch als seine \u201egr\u00f6\u00dfte Eselei\u201c bezeichnete. Heute wissen wir um die Signifikanz der dunklen Energie, die rund 72% ausmacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Erkenntnisse, dass es Schwarze L\u00f6cher gibt, Abermilliarden von Galaxien mit ebenso vielen Sternen, Tausende von Expo-Planeten, dass das Universum seit 13,7 Milliarden existiert und dass Gravitationswellen das Geschehen in diesem Raum bestimmen, fu\u00dfen auf Einsteins Relativit\u00e4tstheorie. Ohne ihn und seine Erkenntnisse g\u00e4be es das heutige Weltbild nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ungeachtet der unvermeidlichen Erkenntnis \u00fcber die eigenen Grenzen des Verstehens fiel der Applaus des Publikums am Ende dieses mitrei\u00dfenden Vortrags begeistert aus, verbunden mit der Bitte an Dr. Breckow, doch bald wiederzukommen. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p>25.07.2024<br><strong>Tagesfahrt nach Frankfurt a.M.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zwei sehr verschiedene Museen standen auf dem Programm der Fahrt nach Frankfurt,  die wechselsweise von 2 Gruppen besucht wurden. Durch kurzfristige Abmeldungen ergaben sich angenehme Gruppengr\u00f6\u00dfen, ein Nachteil ist dabei aber immer, dass es durchaus unterschiedliche Eindr\u00fccke der F\u00fchrungen gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit Neuem d\u00fcrfen Reisebusse nicht mehr in der Innenstadt bleiben, f\u00fcr einen kurzen Halt zum Ein- und Aussteigen m\u00fcsste eigentlich ein 15-Minuten-Parkschein f\u00fcr 5,00 Euro gekauft werden. Da hie\u00df es jedesmal sich zu sputen, um unseren Busfahrer nicht zu sehr zu stressen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ging einerseits ins Romantikmuseum in die Sonderausstellung &#8222;W\u00e4lder&#8220;. Das Thema wird von 3 Museen aus verschiedenen Blickwinkeln bearbeitet. Das Sinclair-Haus in Bad Homburg war schon im vorigen Monat unser Ziel, im Zentrum stand hier die k\u00fcnstlerische Herangehensweise. Das Senckenbergmuseum als naturkundliche Sammlung erg\u00e4nzte mit der wissenschaftlichen Sichtweise und das Romantikmuseum hatte die Epoche der Romantik als Einstiegspunkt. Texte von Ludwig von Thieck, der das Wort &#8222;Waldeinsamkeit&#8220; pr\u00e4gte, Goethes &#8222;Wanderers Nachtlied&#8220; und Vogelstimmen, Rauschen, Rascheln und ein dezenter Holzduft schafften eine echte &#8222;Waldstimmung&#8220;. M\u00e4rchen und der b\u00f6se Wolf durften nicht fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p>In weiteren Stationen ging es um die Zerst\u00f6rung der Naturw\u00e4lder durch extensive Nutzung zur Holzgewinnung, Zersiedlung, Aufforstung mit schnellwachsenden Holzarten sowie die Sch\u00e4digungen durch Borkenk\u00e4fer, Sauren Regen und St\u00fcrme aufgrund der Klimaver\u00e4nderungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Abschluss bildete die Fragestellung an \u00f6ffentliche Institutionen aber auch an die Besucher pers\u00f6nlich: welchen Schaden richten wir an &#8211; was k\u00f6nnen wir selbst f\u00fcr eine Regenartion tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Das MMK, das Museum f\u00fcr Moderne Kunst in der Domstra\u00dfe, ist ein architektonisches Highlight: hell, mit Durchblicken, kleinen aber dennoch offenen R\u00e4umen. Dadurch ist es aber auch sehr hellh\u00f6rig, und die Kunstvermittler w\u00e4ren ohne die &#8222;Verkabelung&#8220; nur schwer zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Befremdlich ist die Kleidung des Aufsichtspersonals: durch blaue Kittel mit einem Logo hatte man den Eindruck, es w\u00e4ren alles Hausmeister.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung &#8222;There is no There there&#8220; zeigt Werke verschiedener K\u00fcnstler und auch &#8222;Laien&#8220;, die jenseits der Heimat entstanden sind. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Aufenthalt in Ost- und Westdeutschland sind sehr unterschiedlich: politisch motivierte Flucht, Stipendien aber auch finanzielle Gr\u00fcnde. Und entsprechend unterschiedlich sind die Techniken und Motive. <\/p>\n\n\n\n<p>Und auch auf die Frage, wer in die Heimat zur\u00fcckging oder wer oder warum er in Deutschland geblieben ist, finden sich aus\u00fchrliche Informationen unter:<br><a href=\"https:\/\/www.mmk.art\/de\/whats-on\/there-is-no-there-there\">https:\/\/www.mmk.art\/de\/whats-on\/there-is-no-there-there<\/a><br>(bs)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p>18.07.2024<br><strong>Dr. Stefanie J. Jung<\/strong><strong><br>W\u00f6lfe in Hessen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Haben Sie schon mal einen Wolf gestreichelt? Wir schon! Zugegeben \u2013 unser &nbsp;Exemplar lebte schon lange nicht mehr, und es lag auch nur sein Fell aus \u2013 das sich weich und gleichzeitig leicht struppig anf\u00fchlte. Die Gelegenheit dazu bot sich bei dem Vortrag \u00fcber W\u00f6lfe in Hessen &nbsp;von Dr. Stefanie Jung, bis 2022 Botanikerin an der Hermann-Hoffmann-Akademie der JLU.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz gro\u00dfer Hitze waren viele Zuh\u00f6rerinnen gekommen. Kontroverse Aspekte zun\u00e4chst aussparend, referierte Stefanie Jung \u00fcber Fakten zum Thema. Der Canis Lupus geh\u00f6rt zur Familie der Hunde. Er wird 30-50 kg schwer, 60-90 cm gro\u00df und ca 10-13 Jahre alt. Er l\u00e4uft bis zu 80 km am Tag und ist bis zu 50 km\/h schnell. Er lebt als Einzelg\u00e4nger, als Paar oder im Rudel mit 6-8 Welpen pro Jahr, von denen ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte \u00fcberlebt. Jungtiere bleiben ca 3 Jahre beim Rudel. Das Territorium ist zwischen 150 und 350 Quadratkilometer gro\u00df (zum Vergleich: Gie\u00dfen= 73 km2). Markiert wird mittels Duftmarken und Heulen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1841 wurde in Deutschland im Wald bei Lorsch der letzte Wolf erlegt. Um den Spitzenpr\u00e4dator (nur der Mensch ist sein nat\u00fcrlicher Feind) ranken sich weltweit Mythen und M\u00e4rchen \u2013 wir alle sind mit ihnen aufgewachsen. Gezielt wieder angesiedelt wurden W\u00f6lfe &nbsp;beispielsweise 1995 im Yellowstone National Park, um die Elch- und Koyotenpopulation effektiv einzud\u00e4mmen und die der F\u00fcchse und Grizzlies zu bef\u00f6rdern. Das vom Wolf hinterlassene Aas \u2013 denn er pickt sich nur die leckersten Teile von seiner Beute heraus \u2013 diente anderen Tieren als Futter, das \u00d6kosystem regenerierte sich, Nistpl\u00e4tze nahmen zu, auch Beerenstr\u00e4ucher, Bieber, Fische, um nur einige zu nennen. Der Wolf hat also einen wichtigen Platz im \u00d6kosystem.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht so unverzichtbar jedoch war der Wolf in Europa, v.a. in Mitteleuropa. Es ging auch ohne ihn. Doch ca 12.000 Tiere gibt es auf unserem Kontinent, teilweise leben sie sehr isoliert. W\u00f6lfe, die in unsere Breitengrade wieder einwandern, kommen aus dem karelisch-baltischen Raum, in Hessen wurde der erste im Jahr 2008 im Reinhardswald gesichtet. 484 erwachsene W\u00f6lfe wurden 2022\/23 in Deutschland gez\u00e4hlt. Sie leben vor allem von Rotwild und Wildschweinen und rei\u00dfen meist schwache, kranke und junge Tiere. So gesehen sind sie Helfer der J\u00e4ger. Probleme entstehen, wenn sie Schafe rei\u00dfen (im Jahr 2022 waren es 4.400). Herdenschutzhunde und Elektroz\u00e4une bieten Protektion vor solchen \u00dcberf\u00e4llen \u2013 der Kauf wird subventioniert und der wirtschaftliche Schaden erstattet.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch wachsen die Vorbehalte gegen\u00fcber den W\u00f6lfen, die eigentlich den Menschen meiden. Jedoch immer \u00f6fter kommt es zu Begegnungen zwischen Mensch und Wolf &#8211;&nbsp; und diese sind hoch emotional besetzt. &nbsp;Das zeigte auch die Diskussion, die sich dem halbst\u00fcndigen Vortrag anschloss. Da gibt es diejenigen, die W\u00f6lfe f\u00fcrchten und sich nicht mehr in den Wald trauen. Diejenigen, die um ihre Hunde als potenzielle Beute bangen oder Angst haben, ihre Kinder oder sie selbst k\u00f6nnten angegriffen werden. Diejenigen, die zerfetzte Beute vor Augen haben. Diejenigen, denen als Sch\u00e4fer ihre Arbeit erschwert wird. Es gibt aber auch diejenigen, die in W\u00f6lfen eine liebenswerte und irgendwie fast vertraute Art erkennen \u2013 oft bef\u00f6rdert durch ihre ohnehin gro\u00dfe Liebe zu Hunden. Diejenigen, die sich W\u00f6lfe als Teil unseres nat\u00fcrlichen Umfeldes w\u00fcnschen und sie als wertvollen Teil unseres \u00d6kosystems sehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Konkrete Erfahrung wie am Donnerstag machte die Entscheidung leichter: streicht man dem Wolf \u00fcber das Fell oder schaut man der jungen schlanken W\u00f6lfin in der Vitrine am Eingang der Hermann-Hoffmann-Akademie in die Augen, so kennen die Emotionen eigentlich nur eine Antwort: Ja, liebe W\u00f6lfe, es ist richtig und wichtig, dass ihr unter Artenschutz steht und, wie es in der J\u00e4ger- und Biologensprache hei\u00dft, nicht entnommen, also get\u00f6tet werden d\u00fcrft. Und die Geschichte vom Wolf und den sieben Gei\u00dflein und vom Rotk\u00e4ppchen sind eben, das wissen wir doch alle, nichts als M\u00e4rchen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************<\/p>\n\n\n\n<p>11.07.2024, <strong>Beginn 15:30 Uhr <\/strong><br><strong>Gerhard Pr\u00f6l\u00df<\/strong><br><strong>Alexander v. Humboldt &#8211; der letzte Universalgelehrte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In seinem Vortrag beschreibt Gerhard Pr\u00f6l\u00df aus Marburg einen au\u00dfergew\u00f6hnlichen Menschen und Wissenschaftler.<\/p>\n\n\n\n<p>Von der Mutter ungeliebt, lange im Schatten seines Bruders, ohne jeden Beruf mit eigenem Einkommen fast sein Leben lang \u2013 und dennoch wurde er einer der bekanntesten Deutschen weltweit und hochverehrt, vielleicht der genialste Forscher in allen Naturwissenschaften, von denen er einige neue Richtungen begr\u00fcndet hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein geistiger Riese und ein spannendes Leben: Alexander von Humboldt. Fast in allen L\u00e4ndern wurde er hochgeehrt, als er mit 90 Jahren gestorben ist am 6.Mai 1859 in Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p>(bs)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************<\/p>\n\n\n\n<p>04. Juli 2024<br><strong>Dr. Jutta Failing<\/strong><br><strong>Ausflug zum Hofgut Schmitte<\/strong><br><strong>Eine Perle erinnert sich \u2013 eine Hausdame um 1900 erz\u00e4hlt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sie wei\u00df von Blutspuren auf der Treppe zu erz\u00e4hlen, die sich nicht wegscheuern lassen. Von Schritten, die aus dem Nichts kommen und wieder gehen. Von Feuersbr\u00fcnsten in ferner und naher Vergangenheit, von Selbstmorden, von Ritualen und \u00fcber Herrschaften, die vor und nach ihr kamen und gingen. Die \u201ePerle\u201c, Hausdame derer van der Hoop zur Zeit der 19. Jahrhundertwende, im wahren Leben die Gie\u00dfener Stadtf\u00fchrerin Jutta Failing, f\u00fchrt durch die frisch sanierten und renovierten R\u00e4umlichkeiten des heutigen Biebertaler Boutique Hotels mit Restaurant und Biergarten, Veranstaltungsr\u00e4umen und Wellnessbereich, in dem Historie und Moderne des \u201eHofgut Schmitte\u201c ein neues Ensemble bilden.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00fcbsch im Biebertal gelegen, der 1412 erstmals erw\u00e4hnte damalige Eisenhammer \u201eWaldsmith\u201c (Waldschmiede) nahe des B\u00e4chleins Bieber, an dem entlang fr\u00fcher das Bieberlieschen nach Gie\u00dfen Kalkstein und Eisenerz transportierte und am Wochenende B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger mitbrachte, die sich zu F\u00fc\u00dfen von Gleiberg, Vetzberg und D\u00fcnsberg den Gie\u00dfener Stadtmief aus den Kleidern sch\u00fcttelten.<\/p>\n\n\n\n<p>Es waren viele, die dort residierten, mit Namen wie Henne von Rodheim, Henne Lesch, Marx Lesch (ein getreuer Diener des Landgrafen Philipp dem Gro\u00dfm\u00fctigen, der ihm gegen die Wiedert\u00e4ufer in M\u00fcnster half und den Eisenhammer in eine Getreidem\u00fchle umbaute, die bis in die 1950er Jahre Mehl produzierte). Da war der Freiherr von Firnhaber zu Eberstein. Da gab es die Brennhausens und schlie\u00dflich die van der Hoops, zu deren letzten Nachkommen am Ort Dorothea van der Hoop (Doro) geh\u00f6rte, die 2007 verstarb und noch vielen \u00c4lteren in der Region bekannt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch wer dort wann was baute und bewohnte l\u00e4sst sich besser im Internet recherchieren als hier zusammenfassen. Dass sich unter ihnen schmucke Herren befanden, die auch heute noch Damenherzen h\u00f6her schlagen lassen w\u00fcrden, veranschaulichte die \u201ePerle\u201c mithilfe diverser Fotos und kleiner Geschichten. Das Inventar, in dem diese wohnten, ist allerdings nicht mehr zu bestaunen, denn die Erbengemeinschaft van der Hoop versteigerte es nach dem Tod von Doro. Die Wipfel der stattlichen Platane im Hof k\u00f6nnten vielleicht auch noch einiges \u00fcber die Herrschaften erz\u00e4hlen \u2013 oder der Taufstein des Hofguts, der 1836 an die Evangelische Kirche von Rodheim ging und noch heute dort verwendet wird. Aber die \u201ePerle\u201c hat uns in den eineinhalb Stunden schon umfassend und mit viel Charme und Witz ins Bild gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer nach dem Rundgang nicht kulinarisch verweilen wollte, kann dies ein andermal tun \u2013 &nbsp;auch das Umfeld des Hofguts\/Hotels bietet interessante Freizeitm\u00f6glichkeiten. Hinter dem Anwesen geht es hinauf in ein gro\u00dfes Waldgebiet mit Trimm-Dich-Pfad und Kneippbecken. Im Ort, in Rodheim, stehen an den Wochenenden die Tore offen zum idyllisch angelegten Gail\u2018schen Park, in dem einer der Investoren des Hotels, Dr. Wolfgang Lust, mit Familie wohnt. &nbsp;Hier gibt es in den w\u00e4rmeren Monaten Ausstellungen und Veranstaltungen. Auch die bereits erw\u00e4hnte gotische Evangelische Kirche von Rodheim ist sehenswert und keltische Ausgrabungen am nahegelegenen D\u00fcnsberg bieten sich an f\u00fcr historisch Interessierte. Und \u2013 ein Geheimtipp von mir \u2013 am Ortsausgang von Bieber steht der meiner Ansicht nach beste Eis-Truck der Region \u201eda Toni\u201c. Wer dann den Weg zur\u00fcck nach Hause zu beschwerlich findet, kann eines der Hotelzimmer in der Schmitte beziehen und von alten und neuen Zeiten tr\u00e4umen \u2013 denn romantisch ist dieses Fleckchen Erde allemal. <\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************<\/p>\n\n\n\n<p>27.06.2024<br><strong>Gabriele Gareis-Stammler, Carmen Lange, Chris Sima<\/strong><br><strong>Ich wollte nicht nach England. Ich wollte ich den Zoo.<\/strong><br><strong>Lesung zum Gedenken an j\u00fcdische Kinder und Jugendliche von <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mehr als 600 Jahre vor der Reichskristallnacht im November 1938 lockte der Rattenf\u00e4nger von Hameln aus Rache Kinder mit Fl\u00f6tenkl\u00e4ngen aus der Stadt. Sie waren nie wieder gesehen. Zwischen Dezember 1938 und August 1939 wurden fast 10.00 Kinder und Jugendliche aus Deutschland, \u00d6sterreich, der Tschechoslowakei und Polen von zu Hause nach England verbracht \u2013 jedoch in die Sicherheit. Diese beiden Ereignisse verweben die Referentinnen zu Beginn ihrer Lesung inhaltlich und musikalisch.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:39% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"348\" height=\"382\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Kindertransporte-england.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3853 size-full\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Kindertransporte-england.jpg 348w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Kindertransporte-england-273x300.jpg 273w\" sizes=\"auto, (max-width: 348px) 100vw, 348px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Doch der Transport der j\u00fcdischen Kinder auf sicheres Terrain ist bittere Realit\u00e4t \u2013 Hameln hingegen eine Legende. Nur wenige Dinge d\u00fcrfen mitgenommen werden, nichts von materiellem Wert.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>(Foto privat) <\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Die Referentinnen lesen hierzu Erinnerungen von f\u00fcnfzehn verschiedenen damals betroffenen Kindern vor \u2013 es geht um Vorbereitung und Abschied, Impressionen und Gef\u00fchle w\u00e4hrend der Reise, und das Ankommen in England. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die Realit\u00e4t dieser Kinder seit der Macht\u00fcbernahme der Nazis in Deutschland: Tagt\u00e4gliche Diskriminierungen, seelische und k\u00f6rperliche Ausgrenzungen und Gewalt. Sie werden zitiert, wie sie in der Schule gedem\u00fctigt worden waren, geschlagen, ausgeschlossen \u2013 verbannt auf die \u201eJudenbank\u201c in der letzten Reihe.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun der Abschied. Eltern versprechen nachzukommen. Es lebt die Hoffnung. Nicht alle Kinder k\u00f6nnen dies verstehen und glauben (\u201eihr wollt mich loswerden\u201c). Doch dann sind da positive Signale. Eine zugesteckte Tafel Schokolade im Zug, ein Banner \u201eWelcome to Dover\u201c, rote Doppeldeckerbusse, ein Ferienlager, in dem es Kippers (ger\u00e4ucherten Hering) zum Fr\u00fchst\u00fcck gibt und Jungens im Nachbardorf, die mit den noch k\u00fcrzlich so beschimpften \u201edreckigen Judenkindern\u201c Fu\u00dfball spielen wollen! &nbsp;&nbsp;Nette Frauen und M\u00e4nner nehmen sie nach und nach in ihre neuen Elternh\u00e4user mit. Verm\u00f6gende Familien wie beispielsweise die des Baron Rothschild sogar viel mehr, 26, und sie verhelfen einigen ausreisewilligen Eltern zu Arbeit und Visa. Deren Situation in Deutschland versch\u00e4rft sich zunehmend, was sich in flehentlichen und nachdr\u00fccklichen Anfragen an die Kinder \u00e4u\u00dfert, ob und wann sie denn kommen k\u00f6nnen. Jedwede Arbeit w\u00fcrde angenommen. Der Jewish Chronicle ist voll von Arbeitsgesuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst ist die Kommunikation schwierig, doch die Kinder lernen schnell. Zunehmend mischen sich Deutsch und Englisch. Dann oft nur noch Englisch. Als dann jedoch der Krieg ausbricht, gibt es keine direkten Briefe mehr zwischen Kindern und Eltern. Erst nach der Kapitulation werden die F\u00e4den wiederaufgenommen. Doch zu viel ist passiert, wie das Wiedersehen zwischen Esther und ihrer Mutter exemplarisch zeigt. \u201eIst das Esther?\u201c <em>\u201eMother?\u201c<\/em> \u201eDu bist jetzt 20\u201c. <em>\u201e21 \u2026 ich hei\u00dfe jetzt Sarah. Ich wollte dass mein Name englisch klingt\u201c<\/em>. \u201eIch gehe nach New York. Kommst du mit mir?\u201c <em>\u201eIch habe jetzt hier meine Familie.\u201c <\/em>\u201eIch denke an dich, Sarah.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eine andere Kindheitserinnerung: <em>\u201eIch muss sie sehr geliebt haben. Ich wei\u00df nicht mehr, wie sich das anf\u00fchlte.\u201c<\/em> Und: \u201e<em>Ich liebe Deutschland. Ich liebe England<\/em>.\u201c&nbsp; Und: gro\u00dfer Stolz bei der \u00dcbergabe des ersten englischen Passes: <em>\u201eIch liebe beide L\u00e4nder.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Einer der Retter war Norbert Wollheim. Mit Frau und Kind wurde er 1943 nach Auschwitz deportiert. Er \u00fcberlebte als einziger seiner Familie.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach diesem einf\u00fchlsamen, mit Klezmermusik und Songs untermalten Vortrag bleibt es dem Publikum \u00fcberlassen, den eigenen Gedanken und Gef\u00fchlen zu folgen. Sie nehmen die Losung der getrennten Familien im Herzen mit: \u201eLass die Sterne der Nacht und die Sonnenstrahlen am Tag die Botschafter deiner Gedanken und deiner Liebe sein. So k\u00f6nnen wir uns ganz nah sein.\u201c<br>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************<\/p>\n\n\n\n<p>20.06.2024 <br><strong>Sommerfest auf dem Dottenfelder Hof bei Bad Vilbel<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"697\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Eingang-zum-Innenhof-1-697x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3867\" style=\"width:212px;height:auto\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Eingang-zum-Innenhof-1-697x1024.jpg 697w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Eingang-zum-Innenhof-1-204x300.jpg 204w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Eingang-zum-Innenhof-1-768x1129.jpg 768w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Eingang-zum-Innenhof-1-1045x1536.jpg 1045w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Eingang-zum-Innenhof-1-1394x2048.jpg 1394w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Eingang-zum-Innenhof-1-scaled.jpg 1742w\" sizes=\"auto, (max-width: 697px) 100vw, 697px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>38 Damen unternahmen einen Ausflug auf&#8217;s Land, um bei bestem Wetter das diesj\u00e4hrige Sommerfest zu begehen. Gleich drei Aktionen bot der Dottenfelder Hof, ein Demeter-Bauernhof mit Tierhaltung, f\u00fcr einen interessanten und vergn\u00fcglichen Nachmittag.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der Hof selbst wurde schon im Jahr 976 urkundlich als &#8222;Dudtunfeld&#8220; erw\u00e4hnt als Versorgungsbetrieb des Klosters Worms. Dabei blieb es bis zur S\u00e4kularisierung 1803. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Gebietsreform 1951 begann eine unruhige Zeit, Spekulanten interessierten sich f\u00fcr das Bauland mit &#8222;Potential&#8220; bei Vilbel im Einzugsgebiet Frankfurts. Wie es wirtschaftlich weiterging, von der Gr\u00fcndung der Betriebsgemeinschaft Dottenfelder Hof in 1968  bis heute findet sich unter:   <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">https:\/\/www.dottenfelderhof.de\/dottenfelderhof\/unser-hof\/die-betriebsgemeinschaft\/  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Heute wird nach Demeter-Vorschrift biologisch-dynamischer  Landbau und Tierzucht  betrieben. <\/p>\n\n\n\n<p>In zwei Gruppen erfolgte ein Rundgang mit Schwerpunkt zur Tierhaltung:  man konnte den 80 &#8222;horntragenden Schwarz-Bunten&#8220; im Offen-Stall beim Gr\u00fcnfutter-Genuss zuschauen, danach geht es f\u00fcr die Herde zusammen mit den K\u00e4lbchen auf die Weiden, wo sie auch \u00fcber Nacht verbleiben. Die H\u00fchner (nat\u00fcrlich mit H\u00e4hnen) k\u00f6nnen sich tags\u00fcber in einem gro\u00dfen teilweise \u00fcberdachten Auslauf aufhalten &#8211; bei beginnender Dunkelheit gehen sie freiwillig in die Hallen mit den Sitzstangen und den Legem\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Die-Schweinerei-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3868\" style=\"width:285px;height:auto\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Die-Schweinerei-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Die-Schweinerei-300x225.jpg 300w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Die-Schweinerei-768x576.jpg 768w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Die-Schweinerei-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/Die-Schweinerei-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Es werden auch Schweine (ebenfalls alte Rassen) gehalten, sehen konnte man zur Zeit nur eine kr\u00e4ftige, aber ersch\u00f6pfte Sau die im Au\u00dfenbereich mit ihren wuseligen Ferkeln untergebracht war &#8211; Schweinepest-Alarm machte den Besuch der Stallungen unm\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Es versteht sich von selbst, dass der Hof kein &#8222;Bullerb\u00fc&#8220; und auch kein Gnadenhof ist. Alle Nutztiere werden letztendlich verkauft, aber aus Hygienegr\u00fcnden nicht selbst geschlachtet. Eier und Milch werden in hofeigenen Betriebsteilen (Backhaus, K\u00e4serei und Hofcaf\u00e9) verwertet und im gro\u00dfen modernen Bioladen sowie auf Wochenm\u00e4rkten in Bad Vilbel, auf der Konstabler Wache in Frankfurt und in Bad Nauheim verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Seminarraum war anschlie\u00dfend f\u00fcr Kaffee und Kuchen gedeckt, eine k\u00f6stliche Kuchenauswahl vervollkommnete den Nachmittag. Halt &#8211; nicht zu vergessen war die M\u00f6glichkeit, sich im Bioladen mit Brot, K\u00e4se, Eiern, Butter &#8230;.. einzudecken. Davon wurde intensiv Gebrauch gemacht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Seminarraum dient sonst der Weiterbildung, denn neben der Ausbildung eigener Mitarbeiter werden auch externe Schulungen abgehalten  zu biologisch-dynamischen Landbau und Saatzucht. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das besondere Projekt &#8222;Schulbauernhof&#8220; rundete der Verein die Spenden der Besucherinnen auf 125,00 Euro auf. Gut angelegtes Geld, das den Schulklassen die Produktion der Nahrungsmittel wieder etwas n\u00e4her bringen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>bs (Fotos von privat)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;*******************************<\/p>\n\n\n\n<p>13.06.2024, Beginn 15:30 Uhr &nbsp; <br><strong>Prof. Dr. Peter Schubert&nbsp;<br>Eigentlich alles ganz einfach &#8211; <br>Minimalismus in der Bildenden Kunst &nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich wird in jedem Kunstwerk ein Sachinhalt dargestellt, der K\u00fcnstler bestimmt dessen Form und die Einordnung in ein kompositorisches Ganzes.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses traditionelle k\u00fcnstlerische Gestaltungsprinzip emanzipiert sich in der Entwicklung der Moderne vom Sachinhalt weg, hin zur immer st\u00e4rkeren Betonung des Forminhalts, ja hin zu dessen absoluter Autonomie \u2013 ein Weg hin zum Minimalismus des objektiven Selbstwerts der Form: ein Kreis ist ein Kreis, ein Quadrat ein Quadrat, ein Dreieck ein Dreieck.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem sehr anspruchsvollen Vortrag von Prof. Dr. Schubert gelang es, diesen Weg anhand zahlreicher Bildbeispiele aufzuzeigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als erster Maler stellte Kazimir Malevicz in 1915 die erste Version seines ber\u00fchmte Bild &#8222;Schwarze Quadrat&#8220;, in der Ausstellung 0,10 aus, ein relativ kleinformatiges Tafelbild, das im oberen linken Winkel quer geh\u00e4ngt ist &#8211; an der sonst in Russland \u00fcblichen Stelle f\u00fcr Ikonen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Gegenteil zeigt sich &#8222;Who&#8217;s afraid of red, yellow and blue&#8220; von <strong>Barnett Newman <\/strong>(1966-1970 entstanden)  &#8211; mit 4&#215;5 Meter riesig, \u00fcberwiegend in heftigem Rot, aber nicht monochrom: ein breiterer blauer und ein schmaler gelber Streifen fordern den Betrachter heraus. Weitere Infos gibt es massenhaft im Internet, Interessantes ist auch https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=cANVBj7KX0U zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den drei Prim\u00e4rfarben arbeiteten auch <strong>Piet Mondiran<\/strong> und <strong>Mark Rothko<\/strong> (Untiteld 1953). wenn auch mit unterschiedlichen Ergebnissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der gleiche Titel wird von Piet Mondrian verwendet, allerdings f\u00fcr ein Gem\u00e4lde aus dem Jahr 1930. Strenge dicke schwarze, sich kreuzende Linien bilden unterschiedliche Rechtecke, in unterschiedlichen gro\u00dfen, besser gesagt: kleinen Rechtecken an 3 Bildr\u00e4ndern finden sich die genannten Prim\u00e4rfarben. In der Wirkung sind sie aber garnicht &#8222;an den Rand gedr\u00e4ngt&#8220;, eher im Gegenteil. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Vortrag bot mehr als genug Anregung f\u00fcr eigene Recherchen \u00fcber genauere Informationen. Die inhaltliche Qualit\u00e4t und auch die Vortragsweise &#8211; mit teilweise homurvollen erg\u00e4nzenden Einsprengseln &#8211; begeisterte das Publikum zu 3-maligem Applaus.<\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p>06. 06.2024<br><strong>Dr. Carola Fey<br>Die Kunstkammer der Herz\u00f6ge und Herzoginnen von W\u00fcrttemberg<\/strong><br><strong>&#8211; Kunst und Wissenschaft am Stuttgarter Hof<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Kennerinnen wissen es: die Kunstkammer der w\u00fcrttembergischen Herz\u00f6ge war und ist mehr als vorzeigbar. Wobei es damals \u2013 heute kaum noch nachvollziehbar \u2013 den G\u00e4sten der Adeligen und ausgew\u00e4hlten Forschern und Gelehrten vorbehalten war, dort zu flanieren beziehungsweise zu studieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Herzog Friedrich I. (1593-1608) legte den Grundstock dieser Sammlung. Er veranlasste Grabungen, sammelte auf seinen Reisen und lie\u00df Gegenst\u00e4nde aus noch nicht s\u00e4kularisierten Kl\u00f6stern beschlagnahmen. Sp\u00e4ter wurden Geistliche dazu aufgefordert nachzuforschen und Funde einzuschicken. Es wurde gekauft, geraubt und geerbt. Auch Herzogin Sibylla war eine eifrige Sammlerin \u2013 nach ihrem Tod landeten Gebrauchsgegenst\u00e4nde wie zwei Pokale aus Perlmutt in Schneckenform und filigrane Schalen und Becher aus Elfenbein aus ihrem Besitz in der Kunstkammer.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst aber ging es darum, Objekte aus Fauna und Flora sowie Ger\u00e4te, B\u00fccher und Kunstgegenst\u00e4nde zu sammeln, die Fragen bez\u00fcglich des Verh\u00e4ltnisses von Mensch und Kosmos aufwarfen und beantworteten. Wissenschaftliche Instrumente f\u00fcr Astronomie, aber auch solche f\u00fcr Vermessungstechnik und landwirtschaftliche Ger\u00e4te oder entsprechende Modelle sind noch dort. Bestimmte Gegenst\u00e4nde waren damals sogar ein \u201eMust\u201c: Fossilien (hier die Cannstatter Fossilien, gefunden 1700), Bronzen, M\u00fcnzen, sp\u00e4ter die obligatorischen pr\u00e4parierten Schildkr\u00f6ten, Meerrosse, Krokodile, Muscheln und Meerschnecken. Die Stuttgarter Sammlung hat all dies, jedoch auch viele einmalige Exponate. Dazu geh\u00f6ren zwei leuchtend farbige Federschilde der Azteken (es gibt nur vier davon weltweit), und eine aztekische G\u00f6tterfigur von Anfang des 16. Jahrhunderts.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch andere F\u00fcrsten legten Kunstkammern an, oft unterst\u00fctzt von Gemahlinnen, die jedoch nicht selbst als Sammlerinnen hervortraten. Herzogin Barbara Sophia, verheiratet mit Johann Friedrich von W\u00fcrttemberg (1582-1628), gab unter anderem vergoldetes Besteck in die Kunstkammer. Gem\u00e4lde wurden sukzessive gesammelt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Stuttgarter Kunstkammer, die \u00fcber die Jahrhunderte hin und herzog zwischen dem alten und dem neuen Lusthaus und Schloss Ludwigsburg, berichtete als erster der Baseler Arzt Felix Platter, sp\u00e4ter in Reiseberichten andere Pers\u00f6nlichkeiten wie Bernardus Paludanus, ein niederl\u00e4ndischer Arzt oder Philipp Hainhofer, ein Diplomat und Nachrichtenkorrespondent.<\/p>\n\n\n\n<p>So erhielt die Stuttgarter Kunstkammer ein Renommee, das sich bis heute h\u00e4lt. Sie z\u00e4hlt zu den gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Sammlungen dieser Art und kann im Landesmuseum W\u00fcrttemberg im Stuttgarter Alten Schloss besucht werden. Eine grundlegende Studie von Werner Fleischhauer aus dem Jahr 1976 hat seitdem Referenzcharakter. Dr. Carola Fey, die Referentin des Tages in Giessen, arbeitete mit bei einer Studie der Deutschen Forschungsgesellschaft \u00fcber die Kunstkammer in Stuttgart und publizierte sp\u00e4ter dazu. So war der Vortrag sehr inhaltsreich und das vermittelte Wissen \u201eaus erster Hand\u201c. <\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p>23.05.2024&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br><strong>Tagesfahrt nach Bad Homburg<br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p>16.05.2024<br><strong>Dr. Jutta Failing<\/strong><br><strong>Dicke S\u00e4u und enge Gassen &#8211; <br>Plaudereien aus dem alten Gie\u00dfen<\/strong><br><strong><br><\/strong>Gie\u00dfens alte Stra\u00dfennamen sind ein lebendiges Geschichtsbuch. Die urspr\u00fcnglichen Namen haben sich im Lauf der Zeiten ge\u00e4ndert. Welche Story steckt hinter dem \u201eTeufelslustg\u00e4rtchen\u201c vielleicht das Anwesen der Familie Deibel (=Teufel)?<\/p>\n\n\n\n<p>Der &#8222;Nahrungsberg&#8220; entwickelte sich aus dem Standort des Narrenhauses, seinerzeit wie \u00fcblich weit vor der Stadt angelegt (wie auch Lepra-H\u00e4user).  <\/p>\n\n\n\n<p>Um die vielen Stra\u00dfenbezeichnungen vor Ort richtig einordnen zu k\u00f6nnen, empfiehlt sich eine reale Stadtf\u00fchrung mit Frau Dr. Jutta Failing. Auf der Website der Tourist-Info sind alle \u00f6ffentlichen F\u00fchrungen verzeichnet. Wer mit einer eigenen Gruppe auf Entdeckungsreise gehen will, findet alles dazu bei Frau Dr. Failing unter <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>https:\/\/stadtfuehrung-giessen.de\/touren-themen\/<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>(bs)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p>02.05.2024&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br><strong>Tagesfahrt nach B\u00fcdingen und Brachtal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was hat es auf sich mit den B\u00fcdingern und den Fr\u00f6schen?  Dies und viel mehr konnten die Teilnehmerinnen des Tagesausflugs in den Vogelsberg bei einer Stadtf\u00fchrung durch das mittelalterliche B\u00fcdingen erfahren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"149\" height=\"122\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/grafik.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3789\" style=\"width:228px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><em>&nbsp;\u201eLaut einer Legende heiratete im Jahre 1522 Graf Anton zu Ysenburg und B\u00fcdingen Elisabeth von Wied. Nach einem rauschenden Fest im Schloss der Braut, kam das Paar in die Heimat des Grafen \u2013 ins Schloss B\u00fcdingen. Das Schloss war zu dieser Zeit noch von einem Wassergraben umgeben. In diesem Wassergraben und dem Schlossteich m\u00fcssen damals sehr viele Fr\u00f6sche gelebt haben, denn die junge Ehefrau konnte wegen des st\u00f6renden Gequakes der Fr\u00f6sche einfach nicht schlafen. Sie drohte mit der Trennung wenn ihr Gatte den L\u00e4rm nicht sofort abstellen w\u00fcrde. Graf Anton wollte seiner sch\u00f6nen jungen Frau alles Recht machen und rief seinen Stadtknecht der noch mitten in der Nacht auf dem Marktplatz verk\u00fcnden musste, dass die Fr\u00f6sche sofort ausgerottet werden m\u00fcssten. Die B\u00fcrger zogen sofort mit K\u00f6rben und Eimern los und fingen alle Fr\u00f6sche ein und brachten sie zum B\u00fcdinger Marktplatz. Das Gequake war aber weiterhin zu h\u00f6ren. So entschloss man sich, die Fr\u00f6sche im Seemenbach zu ertr\u00e4nken. Gemeinsam zogen alle mit ihren Eimern und K\u00f6rben zum M\u00fchltor und im Beisein des Grafenpaares wurden dort alle Fr\u00f6sche in den flie\u00dfenden Bach geworfen, wo sie zappelnd ins benachbarte D\u00fcdelsheim abgetrieben seien. Die Nachtruhe in B\u00fcdingen war danach wieder hergestellt und Gr\u00e4fin Elisabeth wurde noch zu einer echten B\u00fcdingerin, die sich in dem kleinen Ort sehr wohlf\u00fchlte.\u201c (Text der Kita am Park)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Doch die Aufforderung \u201esei doch kein Frosch\u201c traf und trifft sicherlich auf die B\u00fcdinger nicht zu.&nbsp; Nicht nur waren sie wehrhaft unter diversen F\u00fcrsten wie derer von Ysenburg und B\u00fcdingen, sie streckten auch ihre F\u00fchler aus nach Nahost (in memoriam das \u201eJerusalemtor\u201c, das noch heute Alt- und Neustadt voneinander abgrenzt) und nahmen &#8211; calvinistisch sozialisiert &#8211; &nbsp;diverse Glaubensfl\u00fcchtlinge auf wie Hugenotten, Waldenser und Herrnhuter. Vorangegangen im 16. und 17. Jahrhundert waren heftige Ausw\u00fcchse, die dem Ort den Ruch als \u201eKernzone der Hexenverfolgung\u201c eingebracht hatten. Schon fr\u00fch, 1933, k\u00fcrte die Stadt Adolf Hitler zum Ehrenb\u00fcrger, und der heute als einer der K\u00f6pfe der Reichsb\u00fcrgerbewegung ber\u00fcchtigte Heinrich XIII Prinz Reu\u00df ist auch B\u00fcdinger. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dies tut dem Charme des St\u00e4dtchens in keiner Weise Abbruch. Vom sp\u00e4tgotischen Steinernen Haus aus, vor 1500 erbaut, \u00fcber den Marktplatz zum Froschbrunnen, dann durch das Jerusalemtor in die neust\u00e4dtische Brunostra\u00dfe mit seiner entz\u00fcckenden Volksschule und eigenwilligen Villen, dann am Seemenbach entlang, liefen wir zur\u00fcck in die Altstadt, wo wir uns in einem gut auf Gruppen eingestellten Restaurant st\u00e4rkten.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiter ging`s in den Vogelsberg hinein nach Spielberg, \u00fcber kleine kurvige Str\u00e4\u00dfchen, rechts und links saftige Wiesen und viel viel Wald. Erinnerungen von Barbara Toepfer an ihre Kindheit auf dem Fabrikgel\u00e4nde der W\u00e4chtersbacher Keramik stimmten ein wenig ein auf das kleine feine Brachttal-Museum in Streitberg, das fr\u00fchere Schulhaus des Ortes. Dort begr\u00fc\u00dften uns unsere Referenten des vergangenen Oktober zum Thema Christian Neureuther und die W\u00e4chtersbacher Keramik, Ulrich Berting und Erich Neidhardt, mit einigen Helfern freundlich und freudig.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"184\" height=\"118\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/grafik-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-3791\" style=\"width:195px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Hauptattraktion war die von den Mitarbeitern und B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern der Umgebung zusammengetragenen Exponate der Designerin Ursula Fesca.&nbsp; Die von den Kindern in Schlierbach liebevoll \u201eFr\u00e4ulein Fesca\u201c genannte Keramikerin leitete die k\u00fcnstlerischen Bereiche in den&nbsp; Steingutfabriken Velten-Vordamm, Elsterwerda und W\u00e4chtersbach \u2013 damals war das noch eine M\u00e4nnerdom\u00e4ne. Sie war also bei der W\u00e4chtersbacher Keramik eine der Nachfolgerinnen von Christian Neureuther. Ursula Fesca entwickelte in den 1920er Jahren einen ganz eigenen, vom Bauhaus beeinflussten Keramikstil, der heute im Zuge der Retrowelle wieder \u201ein\u201c ist. (s.o. Modell Pisa)<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Komplette-Kueche--1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3792\" style=\"width:264px;height:auto\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Komplette-Kueche--1024x768.jpg 1024w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Komplette-Kueche--300x225.jpg 300w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Komplette-Kueche--768x576.jpg 768w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Komplette-Kueche--1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Komplette-Kueche--2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Doch auch Stuben mit K\u00fcchenm\u00f6beln, alten Ger\u00e4tschaften und Puppenstuben waren zu sehen, und \u2013 vielleicht der gr\u00f6\u00dfte Stolz \u2013 eine Nachbildung der in der Region damals vitalen Bahnlinie W\u00e4chtersbach \u2013 Birstein, auf der Waren, Holz und Erze wie auch Menschen transportiert wurden, die nach W\u00e4chtersbach und von dort aus weiter in Richtung Gelnhausen und Frankfurt bzw. Fulda reisten. Mit viel Akribie und Handwerkskunst und vor allem Liebe zum Detail wurden hier die fr\u00fcheren Gegebenheiten originalgetreu rekonstruiert \u2013 entz\u00fcckend! Zwischendurch gab es lecken Kuchen im museumseigenen Caf\u00e9 mit Geschirr aus letzten Jahren der 2011 endg\u00fcltig geschlossenen W\u00e4chtersbacher Keramikfabrik. Ein herzlicher Abschied mit dem Hinweis an Interessierte, dass am 7.7.2024 auf einem Flohmarkt des Museums W\u00e4chtersbacher Geschirr k\u00e4uflich erworben werden kann. Man sieht sich vielleicht wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorbei am Eisenhammer, einer ehemaligen M\u00f6belfabrik, die h\u00e4ufig keramische Intarsien verwendete und ebenfalls den F\u00fcrsten zu Ysenburg und B\u00fcdingen geh\u00f6rt hatte, mit einem kurzen Abstecher auf das ehemalige Fabrikgel\u00e4nde in Schlierbach und Blick auf das Hauptgeb\u00e4ude, in dem Ursula Fesca ihr Atelier hatte, kehrten wir \u00fcber die A66 und A45 staufrei aber zum Schluss im Regen nach Giessen zur\u00fcck. Gl\u00fcck gehabt \u2013 mit dem Wetter, mit den Referenten, und mit uns selbst, einer munteren interessierten Gruppe von tagesreisenden Damen von Frau und Kultur. Sch\u00f6n war\u2019s J<\/p>\n\n\n\n<p>Hinweise:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"http:\/\/www.brachttal-museum.de\">www.brachttal-museum.de<\/a> (mit Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber die Keramik und einzelne K\u00fcnstler)<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"http:\/\/www.waechtersbach.org\">www.waechtersbach.org<\/a> (Homepage mit Informationen \u00fcber die wechselvolle Geschichte der Firma)<\/li>\n\n\n\n<li>Karla&nbsp; Bilang: Ursula Fesca. Vom Bauhaus inspiritiert. Lebensweg und Wirken einer Keramikerin. Trafo Verlagsgruppe Berlin.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p>25.04.2024 <br><strong>Dr. Katharina Kemper <br>Lebensmittel \u2013 Mittel zum Leben<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Schnellkurs zum Thema Lebensmittel gef\u00e4llig? Den konnte bekommen, wer am Donnerstag abend im Netanyasaal war. Die Lebensmittelchemikerin Katharina Kemper, mit jahrzehntelanger Berufserfahrung in Labor, Industrie und \u00dcberwachung, gab in einer guten Stunde einen \u00dcberblick \u00fcber G\u00fctekriterien von Lebensmitteln und gutem Essen und die f\u00fcr die \u00dcberwachung zust\u00e4ndigen Institutionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unverzichtbar f\u00fcr jeden Menschen sind Proteine, Zucker, Fett, Vitamine, Mineralstoffe und Fl\u00fcssigkeit. Diese sollten frisch, ausgewogen, vielf\u00e4ltig, rein und von guter Qualit\u00e4t und angemessener Quantit\u00e4t sein. F\u00fcr die Lebensmittelsicherheit sind Hersteller und Handel verantwortlich, der Gesetzgeber gibt daf\u00fcr den rechtlichen Rahmen vor. Darzustellen, welche Kriterien dabei eine Rolle spielen und was konkret gepr\u00fcft wird, w\u00fcrde den Rahmen dieses Berichtes sprengen. Deutlich wurde jedoch in Frau Kempers Vortrag, dass wir in Deutschland und in der EU \u00fcber umfassende Strukturen und Vorgaben verf\u00fcgen, die es weitestgehend erm\u00f6glichen, uns zu informieren, eine gezielte Auswahl zu treffen und dabei Produkte zu meiden, die unsere Gesundheit und die Umwelt sch\u00e4digen. Besonders erw\u00e4hnt wurden Produktions- und Transportbedingungen (z.B. Wasserverbrauch f\u00fcr Avocados), jahreszeitliche Aspekte (Weintrauben im Fr\u00fchjahr), die Manipulation von Rohstoffen (Genmanipulation) und deren Folgen f\u00fcr die Natur, versteckte Zucker und die Fallstricke weiterverarbeiteter Nahrungsmittel, die uns durchaus zun\u00e4chst gesund erscheinen m\u00f6gen (vegane Ern\u00e4hrung).<\/p>\n\n\n\n<p>Verbraucherzentralen, Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsministerium und die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung informieren und \u2013 gegebenenfalls \u2013 warnen bei Verunreinigungen, denn Hygiene und Sauberkeit sind entscheidende Faktoren, um gesundheitliche Risiken und Sch\u00e4digungen zu minimieren. Wichtige Online-Quellen: <a href=\"http:\/\/www.lebensmittelklarheit.de\">www.lebensmittelklarheit.de<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.lebensmittelwarnung.de\">www.lebensmittelwarnung.de<\/a>. Es ist jedoch niemand aus der Verantwortung entlassen, sich selbst als Verbraucher zu informieren (Inhaltsstoffe\/Zusatzstoffe beachten, den Nutriscore nutzen), saisonale und regionale Produkte zu pr\u00e4ferieren und m\u00f6glichst auf S\u00fc\u00dfstoffe zu verzichten.<\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p><strong>18. April 2024<\/strong><br><strong>Dr. Andreas Ay<\/strong><br><strong>Joseph Maria Olbrich \u2013 die Jugendstilr\u00e4ume f\u00fcr Gro\u00dfherzog Ernst Ludwig von Hessen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wo und wie residierten Gro\u00dfherzog Ernst Ludwig von Hessen (1868-1937), Enkel von K\u00f6nigin Victoria und Vetter des sp\u00e4teren Kaiser Wilhelm II, und seine zweite Ehefrau, Eleonore zu Solms- Hohensolms-Lich&nbsp;(1871\u20131937) , wenn sie in die oberhessische Provinzhauptstadt Gie\u00dfen kamen? In einem eigens gestalteten Apartment im \u201eAlten Schloss\u201c, vergleichsweise beengt, um es vorwegzunehmen, aber in erlesenem Ambiente, 1891 anl\u00e4sslich des Umbaus des Geb\u00e4udes erschaffen von dem Jugendstilmeister Joseph Maria Olbrich (1867-1908). Dort hielt sich das Paar bis Ende des 1. Weltkrieges immer wieder auf, verlor dann aber das Wohnrecht. Bei einem Angriff englischer Lancaster Bomber am 12. Dezember 1944 wurden Wohnung und M\u00f6bel fast v\u00f6llig zerst\u00f6rt. Nur ein Frisiertisch aus Ahorn, mit Intarsien verziert, blieb erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Andreas Ay, urspr\u00fcnglich Biebertaler Bub und Au\u00dfenhandelskaufmann, ist Giessenern und der kunsthistorischen Szene insbesondere als freier Mitarbeiter des Oberhessischen Museums und als Kurator einer Sonderausstellung im Jahr 2019 bekannt. In seinem Vortrag im April 2024 zeigte er Skizzen, Fotos und Dokumente aus jener Ausstellung, mit deren Hilfe er rekonstruiert hatte, wie die Gro\u00dfherzogliche Wohnung damals aussah.<\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst jedoch f\u00fchrte Ay in die Thematik Jugendstil und dessen Vertreter im Inland und benachbarten Ausland ein. Er machte seine Zuh\u00f6rer und Zuh\u00f6rerinnen mit dem \u00d6sterreicher Olbrich und dessen Werdegang bekannt \u2013 ein spektakul\u00e4rer K\u00fcnstler, pr\u00e4gende Figur des Jugendstils und Sch\u00f6pfer des Hauses der Secession in Wien 1898. Ernst Ludwig wurde durch die Skizze eines Handleuchters auf ihn aufmerksam, lud ihn nach Darmstadt ein und berief ihn zum Leiter der dortigen Mathildenh\u00f6he. Bekannt wurde er damals vor allem durch seinen Hochzeitsturm. Mit seiner Mutter Alice, zweite Tochter von Queen Victoria, hatte sich Ernst Ludwig schon als Kind h\u00e4ufig am englischen Hof aufgehalten und die Arts und Crafts Movement kennengelernt, die gro\u00dfen Einfluss auf die Jugendstilbewegung hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfherzog und K\u00fcnstler f\u00fchlten sich sehr verbunden, und so beauftragte der Gro\u00dfherzog Olbrich mit der Gestaltung der herzoglichen Wohnung im linken Trakt des ersten Stockwerks des Gie\u00dfener Schlosses, in dem heute das Museum ist. Spektakul\u00e4r aus damaliger Sicht waren die dominierenden gestalterischen Elemente Quadrat, Rechteck und Raute. Die \u00dcppigkeit bisheriger Stilrichtungen wich einer Schlichtheit mit reduzierten Formen. Licht spielte als gestalterisches Element eine gro\u00dfe Rolle. Der verschachtelte Grundriss des Geb\u00e4udes erschwerte die Innengestaltung \u2013 jeder Winkel wurde genutzt, und zwar nicht irgendwie, sondern mit jeweils beabsichtigter Wirkung.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 02.08.1907 wurde die Wohnung (das gedeckelte Budget belief sich auf ca 50.000 Mark) an das Herzogspaar \u00fcbergeben \u2013 ein Gesamtkunstwerk Olbrichs mit \u201e\u00e4sthetischen Enklaven\u201c. Nichts sollte ver\u00e4ndert werden. \u00dcberliefert ist, dass Ernst Ludwig und Eleonore jedoch ungeachtet dessen M\u00f6bel r\u00fcckten\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Eine pers\u00f6nliche Anmerkung: F\u00fcr diejenigen, die 2019 in der Ausstellung waren, bedeutete der Vortrag von Herrn Ay sicherlich eine sch\u00f6ne Erinnerung. F\u00fcr die \u201eNeuen\u201c vielleicht eine Inspiration, sich n\u00e4her mit den Themen zu besch\u00e4ftigen \u2013 mit der Geschichte des Gie\u00dfener Schlosses, mit &nbsp;damaligen \u00f6rtlichen M\u00e4zenen wie Gail und Schirmer, mit Architekten wie Hofmann, mit dem Jugendstil und seinen Vertretern wie Olbrich, Horta, Pankok, Wagner, dem M\u00f6belfabrikaten Gl\u00fcckert, der im Parterre ein Speise- und Audienzzimmer einrichtete (heute Netanya Saal),&nbsp; und\/oder der herzoglichen Familie. Ein sch\u00f6ner Einstieg: \u201eDie gro\u00dfherzogliche Wohnung in Giessen\u201c von Hans-Joachim Weimann oder Dokumentationen \u00fcber die Ausstellung selbst (online).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/jlupub.ub.uni-giessen.de\/bitstream\/handle\/jlupub\/4401\/MOHG_94_2009_S45_62.pdf?sequence=1&amp;isAllowed=y\">https:\/\/jlupub.ub.uni-giessen.de\/bitstream\/handle\/jlupub\/4401\/MOHG_94_2009_S45_62.pdf?sequence=1&amp;isAllowed=y<\/a> <\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*******************************<\/p>\n\n\n\n<p>11.04.2024<br><strong>Halbtagsfahrt nach Friedberg<\/strong><br>Nur f\u00fcr angemeldete Mitglieder<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; *******************************<\/p>\n\n\n\n<p>04.04.2024<br><strong>Annina Schubert&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <br>Ottilie von Goethe. Mut zum Chaos! &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Durch ihre Ehe (1817) mit August von Goethe, einem unehelichen Sohn des ber\u00fchmten Dichters, wurde die geborene Freiin Ottilie Wilhelmine Ernestine Henriette von Pogwisch Mitglied des Haushaltes von Johann Wolfgang von Goethe am Weimarer Frauenplan, und dessen Schwiegertochter. Der Vater Baron von Pogwisch, die Mutter eine geborene Henckel von Donnersmarck \u2013 sie kam sie aus uraltem adligen Haus \u2013 wenngleich aus einer zerbrochenen und verarmten Familie, in der ihre Mutter nach der Trennung die beiden T\u00f6chter als Hofdame durchbringen musste.<\/p>\n\n\n\n<p>Ottilie (1796-1872) und ihre Schwester Ulrike lebten zehn Jahre lang im Hause Goethe. Der Ehe, von August hartn\u00e4ckig erw\u00fcnscht, entsprangen zwei S\u00f6hne und eine Tochter. Sp\u00e4ter (1835) folgte in Wien noch eine uneheliche Tochter. Doch die Ehe verlief ungl\u00fccklich und endete mit Augusts Tod auf einer \u201eGrand Tour\u201c im Jahr 1830 in Italien. Dauerhaft hingegen war ihre Freundschaft mit Adele Schopenhauer, und dauerhaft blieb auch ihre wachsende Tochter-Vater Beziehung mit Johann Wolfgang, mit dem sie, beispielsweise bei der Ausarbeitung des Faust Teil II, zusammenarbeitete und f\u00fcr den sie \u00fcbersetzte. Doch sie wirkte auch selbstst\u00e4ndig. 1829 beispielsweise gr\u00fcndete sie die Zeitschrift Chaos.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00c4ra Weimar endete mit dem Tod ihres Schwiegervaters 1932. Ottilie lebte \u2013 ihrer inneren Unruhe entsprechend &#8211; in Wien, Italien, und immer wieder in Weimar, wohin sie 1870 dauerhaft zur\u00fcckkehrte und 1872 starb. Beerdigt wurde sie im Familiengrab der Goethes.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer war diese Frau, die sich selbst als \u201eliebensw\u00fcrdig, unertr\u00e4glich, geistreich\u2026\u201c, auf jeden Fall als \u00e4u\u00dferst lebendige Frau beschrieb? Annina Schubert, Germanistin und Kunstgeschichtlerin, heute vor allem freiberufliche F\u00fchrerin und dem Romantikmuseum in Frankfurt sehr verbunden, vermittelte in ihrem Vortrag mit gro\u00dfer Begeisterung ein Portrait dieses Wirbelwindes. Ottilie malte, auch sich selbst (\u201eAllerlei\u201c) und Maskenbl\u00e4tter. Sie dichtete. Sie war ausgesprochener Byron Fan, liebte die Poesie. Sie war sprachbegabt, ihre \u201elanguage of the heart\u201c war Englisch. Mit ihren Chaosheften 1829- 1831 ermunterte sie viele Menschen zum Schreiben. Unter Pseudonymen schrieben hier auch Pers\u00f6nlichkeiten wie Goethe selbst oder Mendelssohn-Bartholdy &nbsp;\u2013 die Auswahl der Werke behielt &nbsp;Ottilie sich jedoch als Redakteurin selbst vor. Die Lekt\u00fcre war allerdings ausschlie\u00dflich dem Autorenkreis vorbehalten. Auch junge englischsprachige M\u00e4nner wurden von ihr nach Weimar eingeladen um mitzuwirken \u2013 Voraussetzung: mindestens eine \u00dcbernachtung im Ort. Dass dies ihrem Ruf als ohnehin sehr unkonventionelle Frau, die nichts von Haushaltspflichten hielt und schon w\u00e4hrend ihrer Ehe diverser Liebschaften verd\u00e4chtigt wurde, nicht zutr\u00e4glich war, verwundert nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihren sp\u00e4teren Jahren vertiefte sich Ottilie immer mehr in ihren Interessensbereich Kunst. Sie etablierte eine eigene Sammlung und machte sich damit einen Namen. Nachlass findet sich im deutschsprachigen Raum im Goethehaus Frankfurt, in der Jenaer Bibliothek und im Goethe-Museum D\u00fcsseldorf. Weitere Spurensuche nach Ottilie \u2013 sie d\u00fcrfte sich \u201elohnen\u201c\u2026<br>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; *******************************<\/p>\n\n\n\n<p>21.03.2024<br><strong>Gabriele Clement<br>Frauen erobern den Himmel &#8211;  <strong>Pionierinnen der Luftfahrt&nbsp;<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Haben Sie Flugangst? Gabriele Clement empfiehlt einen Ausflug mit einem Zweisitzer \u2013 je kleiner desto besser. Da bliebe keine Zeit mehr f\u00fcr Angst\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Reisende, auch fliegende, und schreibende Frauen sind Gegenstand von Gabriele Clements Nachforschungen. Die fr\u00fchere Leiterin der Volkshochschule Marburg Biedenkopf, nach wie vor gefragte Referentin zu diesen Themen, nahm das Publikum mit in die Welt der Fliegerinnen, namentlich Marga von Etzdorf, Elly Beinhorn und vielen anderen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tolle k\u00fchne Frauen wie Wilhelmine Reichard, die 1811 die erste Ballonfahrt als Frau wagte, K\u00e4the Paulus, die 1893 aus 1.200m H\u00f6he mit einem Fallschirm den Sprung in die Tiefe riskierte, Melli Beese, die 1911 als erste Deutsche den Pilotenschein machte und ein Jahr sp\u00e4ter eine eigene Flugschule gr\u00fcndete\u2026 drei der vielen bahnbrechenden Frauen, die etwas taten, was die M\u00e4nnerwelt ihrem\/unserem Geschlecht wegen vermeintlicher Unf\u00e4higkeit nicht zutrauten \u2013 und dann, als der Gegenbeweis angetreten war, nicht zugestehen wollten und vielf\u00e4ltig boykottierten, verhinderten, verunglimpften. Rekorde wurden verschwiegen, Fliegerinnen gemobbt, ihrer fliegerischen Exzellenz die Anerkennung verweigert. Erfolgreiche tollk\u00fchne Frauen in fliegenden Kisten durfte es nicht geben, diese Dom\u00e4ne war den M\u00e4nnern vorbehalten. Und so ist es im Grunde genommen noch heute.<\/p>\n\n\n\n<p>Gabriele Clement kontrastierte zwei Frauen exemplarisch: Marga von Etzdorf, die \u201ePechmarie\u201c und Elly Beinhorn, die \u201eGoldmarie\u201c. Marga von Etzdorf (1907-1933) flog ihre eigene knallgelbe Junkers A50 ce junior namens \u201eKiek in die Welt\u201c. Sie legte, in jenen Zeiten oft unvermeidlich, viele Bruchlandungen hin. Die ausgebildete Pilotin flog Strecke und wurde 1928 die erste Kopilotin bei der Deutschen Lufthansa. Sie war eine versierte Kunstfliegerin, wie die meisten ihrer Zunft, und dar\u00fcber hinaus Segelflugexpertin, riskierte Alleinfl\u00fcge wie den legend\u00e4ren Langstreckenflug nach Tokio in 11 Flugtagen, und strandete 1933 im damals franz\u00f6sisch besetzten Aleppo, wo sie sich selbst erschoss. Es wird angenommen, dass sie in Waffengesch\u00e4fte verwickelt war. Das tragische Ende eines kurzen Lebens, als Heldin von den Nazis hochstilisiert, aber letztlich vor allem eine hochbegabte unglaublich mutige talentierte Fliegerin und Frau.<\/p>\n\n\n\n<p>Elly Beinhorn hingegen (1907-2007), ihre Freundin, lebte ein ganzes Jahrhundert lang. &nbsp;Elly flog eine Messerschmitt M 23b, sp\u00e4ter eine Bf 108, \u201eTaifun\u201c genannt. Auch sie war ausgebildete Pilotin und Kunstfliegerin und machte viel von sich reden, beispielsweise mit ihrem Alleinflug nach Guinea-Bissau 1931. Sie interessierte sich f\u00fcr Ethnologie und arbeitete mit V\u00f6lkerkundlern zusammen. 1932 \u00fcberflog sie in acht Monaten alle f\u00fcnf Kontinente. Weitere spektakul\u00e4re Alleing\u00e4nge folgten, \u00fcber die sie &nbsp;schrieb. Anders als Marga war sie eine medienwirksame Ikone, ein Publikumsliebling. Ihre kurze Ehe mit dem renommierten Rennfahrer Bernd Rosemeyer, mit dem sie Sohn Bernd hatte, dauerte nur zwei Jahre und wurde durch seinen t\u00f6dlichen Unfall j\u00e4h beendet. Sp\u00e4ter hatte sie mit Ehemann Karl Wittmann noch eine Tochter, Stefanie. Sie hinterlie\u00df \u00fcber ein Dutzend B\u00fccher.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch da waren noch viele andere \u201eDamen der L\u00fcfte\u201c, begabte, couragierte und erfolgreiche Fliegerinnen wie Thea Rasche (das \u201eFlying Fr\u00e4ulein\u201c), Melitta Schenk Gr\u00e4fin von Stauffenberg (eine \u00e4u\u00dferst technikbegabte Fliegerin und Ingenieurin, im 2. Weltkrieg unverzichtbar f\u00fcr die Deutsche Wehrmacht), Liesel Bach (die \u201eKunstflugk\u00f6nigin\u201c), Vera von Bissing (die \u201eLoopingk\u00fcnstlerin\u201c), Hanna Reitsch (die \u201eOpportunistin\u201c) und Beate Uhse (die \u201eStuntpilotin\u201c), die sp\u00e4ter das bekannte Imperium mit Hygiene- und Sexartikeln aufbaute.<\/p>\n\n\n\n<p>All diese und weitere Damen waren jedoch nicht nur toll und k\u00fchn, sondern auch bahnbrechend modisch. Geflogen wurde zun\u00e4chst im offenen Cockpit, in Eisesk\u00e4lte, Wind, Regen, glei\u00dfender Sonne und anderem Unbill. Die Frauen mussten sich sch\u00fctzen, Hosen waren zun\u00e4chst tabu, die Ladies jedoch erfinderisch. Und modisch h\u00f6chst attraktiv und selbstbewusst. Die Fotos von ihnen zeugen davon.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein spannender Themenkomplex. Gabriele Clement gelang es, ihre Zuh\u00f6rerinnen einzufangen und mitzunehmen in diese Welt der Extreme, des unglaublichen (Wage)Mutes, der Besessenheit von dem Gl\u00fccksgef\u00fchl, \u201e\u00fcber den Wolken\u201c zu sein. Der Funke sprang \u00fcber \u2013 denn, Hand auf\u2019s Herz, w\u00e4ren wir nicht alle gerne ein wenig toller und k\u00fchner als wir es uns erlauben?<\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">******************************* <\/p>\n\n\n\n<p>14.03.2024<br><strong>Suzanne Bohn<\/strong><br><strong>Colette \u2013 zum 70. Todestag<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als \u201eGrande Dame der franz\u00f6sischen Literatur\u201c wird Sidonie Gabrielle Colette im Deutschlandfunk ein Jahrhundert sp\u00e4ter bezeichnet, als \u201ePariser Skandal-Schriftstellerin, geliebt, gehasst, bewundert\u201c (Spiegel). Unstrittig: Colette (1873-1954) war die Erste ihres Genres, die sich alleine von ihrer Arbeit ern\u00e4hren konnte \u2013 und zwar durchaus gut. Sie brach Tabus in der franz\u00f6sischen Gesellschaft nach dem 2. Kaiserreich, nichts weiter im Hintergrund als eine kleinb\u00fcrgerliche zerr\u00fcttete Familie, im Dorf ge\u00e4chtet und skandaltr\u00e4chtig, und einem Hauptschulabschluss. Zeit ihres Lebens warf ihre neurotische kontrolls\u00fcchtige Mutter Schatten auf Colettes Leben \u2013 von ihr gehasst, verleugnet und, sp\u00e4t noch, verherrlicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Henry Gauthiers-Villars, genannt &#8222;Willy&#8220;, ein Salonl\u00f6we und Schweren\u00f6ter und ihr erster Ehemann, zwang sie, ihre ber\u00fchmten \u201eClaudine\u201c \u2013 Romane unter seinem Namen zu ver\u00f6ffentlichen. Langsam emanzipierte sie sich jedoch aus dieser toxischen Beziehung zu einer Rebellin mit dem Credo \u201eich mache was ich will\u201c. &nbsp;Sie schrieb, hatte Sex und Beziehungen mit Menschen vieler Couleur und Altersgruppen inklusive ihres sp\u00e4teren Stiefsohns, gab sich androgyn und mi\u00dfachtete so ziemlich alle gesellschaftlichen Konventionen der damaligen Gesellschaft. Als Feministin sah sie sich jedoch keineswegs, die \u201egeh\u00f6ren ausgepeitscht\u201c. Sie war, so die Referentin, ein Biest.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch dann gerieten ihre schriftstellerischen Aktivit\u00e4ten in den Hintergrund und sie arbeitete als Schauspielerin und T\u00e4nzerin mit viel Tingeltangel und Auftritten in Etablissements wie das Moulin Rouge. Sie erwarb sich einen Ruf, mit dem sie sich in bestimmten Kreisen nie wieder rehabilitieren konnte. Auch in dieser Phase ihres Lebens, in der sie sehr viel Sport trieb, war sie authentisch, grenzenlos und uners\u00e4ttlich. Zwei Novellen entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann ein weiterer biografischer Bruch. Durch ihre Heirat mit Baron Henri de Jouvenel des Ursins, Politiker, Journalist und Diplomat, wurde sie ein anerkanntes Mitglied der franz\u00f6sischen Gesellschaft. Die Baronin schl\u00fcpfte in eine andere Rolle \u2013 die der begabten Journalistin mit scharfem Blick, die aus vielen Perspektiven schrieb \u2013 und nie \u00fcber Politik. Im Jahr 1913 gebar sie eine Tochter \u2013 die sp\u00e4ter in ein Internat abgeschoben wurde und ihr Leben lang \u201eNICHTS machte, einfach nichts\u201c, obwohl vielf\u00e4ltig begabt. So Suzanne Bohn, die Referentin des Nachmittags, &nbsp;mit viel Temperament und Liebe zum Detail (und, wie bei allen ihren Vortr\u00e4gen, mit deutlicher Kritik an den noch heute wirksamen Strategien der M\u00e4nner, Frauen im \u00f6ffentlichen Diskurs \u201everschwinden\u201c zu lassen und auszugrenzen). Mit fast atemberaubender Geschwindigkeit zeichnete sie ein Bild von Colette, das diese in all ihren Widerspr\u00fcchlichkeiten als au\u00dfergew\u00f6hnliche Frau und Schriftstellerin erstrahlen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Colette, die \u201esch\u00f6nste franz\u00f6sische Schriftstellerin\u201c, war sehr reiselustig und berichtete \u00fcber ihre Exkursionen. Starke Frauen waren ihr Thema, Einsamkeit\u2026 Alle ihrer Novellen hatten autobiografische Anteile. Doch es ging ihr wieder nicht gut. Sie machte keinen Sport mehr, \u201ea\u00df sich krank\u201c, nahm immer mehr zu und verliebte sich in Maurice Goudeket, Jude, Gesch\u00e4ftsmann und Schriftsteller, mit dem sie dann noch fast 30 Jahre lang zusammen war. Mit ihm lebte sie auf gro\u00dfem Fu\u00df, bis er 1929 sein gesamtes Verm\u00f6gen verlor. Doch Colette gab nicht auf. Nicht nur hielt sie zu ihm bis zu ihrem Tod. Sie arbeitete hart und erfolgreich. F\u00fcr \u201eLa Republique\u201c schrieb sie t\u00e4glich einen Artikel. Auch als sie, schon geplagt von heftiger Arthrose und den Folgen ihres \u00dcbergewichts, bettl\u00e4gerig war, blieb sie aktiv. F\u00fcnf Jahre vor ihrem Tod wurde sie noch Pr\u00e4sidentin der Acad\u00e9mie Goncourt, als erste Frau! Und 1953 wurde sie ausgezeichnet, als Grand Officier der Ehrenlegion. Gesellschaft und Staat wussten sie zu sch\u00e4tzen. Sie bekam 1954 das erste Staatsbegr\u00e4bnis einer Frau in Frankreich. Nur die katholische Kirche verweigerte ihr den Segen.<\/p>\n\n\n\n<p>Suzanne Bohn, diese engagierte und faszinierende Germanistin, lie\u00df Colette, deren \u201edunkle Seiten\u201c in diesem Chronikbeitrag nur angedeutet werden, f\u00fcr ihr Publikum aufleben. Was f\u00fcr eine Frau! Es lohnt sich, sich weiter mit ihr im zeitlichen Kontext zu besch\u00e4ftigen. Finde ich\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">******************<\/p>\n\n\n\n<p>07.03.2024, Beginn 15:30 Uhr<br><strong>Dr. Ludwig Brake<\/strong><br><strong>Henriette und Isabella \u2013 Zwei Frauen und ihre \u201eKochb\u00fccher\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Eine kulturelle Vorspeise zum Internationalen Tag der Frau hat Dr. Ludwig Brake in seinem Vortrag &#8222;Henriette und Isabella \u2013 Zwei Frauen und ihre \u201eKochb\u00fccher\u201c . Flankiert wurde der kurzweilige Vortrag durch die Vorstellung eines Men\u00fcs aus dem 19. Jahrhundert, vorgetragen von Marina Gust-Brake &#8230;&#8230;&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*****************<\/p>\n\n\n\n<p><strong>28.02.2024<\/strong><br><strong>Dr. Stephanie Jung<\/strong><br><strong>Walfang &#8211; fr\u00fcher und heute<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"546\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/foto-priv.-hs-1024x546.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3692\" style=\"width:630px;height:auto\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/foto-priv.-hs-1024x546.jpg 1024w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/foto-priv.-hs-300x160.jpg 300w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/foto-priv.-hs-768x410.jpg 768w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/foto-priv.-hs-1536x819.jpg 1536w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/foto-priv.-hs-2048x1093.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Leider war der Gro\u00dfe H\u00f6rsaal noch gesperrt <\/strong><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>                                                                                   <br>                               <strong>Von Pottwalen und Tranfunzeln<\/strong> berichtete am 28.03.2024 Dr. Stefanie Jung in der Hermann-Hoffmann-Akademie vor etwa 30 interessierten Mitgliedern und G\u00e4sten von Frau und Kultur Gie\u00dfen. In ihrem Vortrag \u201eWalfang \u2013 fr\u00fcher und heute\u201c spricht sie \u00fcber die historischen und \u00f6konomischen Aspekte des Walfangs.<\/p>\n\n\n\n<p>Walfang gibt es bereits seit 7000 Jahre, so lassen es steinzeitliche Zeichnungen vermuten. Erstmals \u201ekommerziell\u201c gejagt haben die Basken im Golf von Biscaya (ca. 12. Jh.) Sie waren spezialisiert auf Grindwale. Die Bejagung war so intensiv, dass keine Best\u00e4nde mehr vorhanden waren. Da entdeckte ca. 1596 Willem Barents und einige Jahre sp\u00e4ter W. Poole auf ihren Entdeckungsreisen bei Spitzbergen ein reiches Vorkommen von Gr\u00f6nlandwalen. Bald begannen Engl\u00e4nder und Niederl\u00e4nder und ab 1644 deutsche Schiffe aus Hamburg und Altona mit der sogenannten &nbsp;Hochseejagd in den Gew\u00e4ssern vor Spitzbergen. Auch Nordamerikaner begannen sich zu beteiligen und es kam zu blutigen Scharm\u00fctzeln, wie auf Gem\u00e4lden dieser Zeit dargestellt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"659\" data-id=\"3695\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Verwertung-des-Wals-1024x659.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3695\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Verwertung-des-Wals-1024x659.jpg 1024w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Verwertung-des-Wals-300x193.jpg 300w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Verwertung-des-Wals-768x494.jpg 768w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Verwertung-des-Wals-1536x989.jpg 1536w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Verwertung-des-Wals-2048x1318.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Die get\u00f6teten Wale wurden komplett verarbeitet. An Land gab es gro\u00dfe Trankochereien. Das Fett war ein gesuchter Artikel, es diente als Brennstoff und industrieller Rohstoff (Margarine, Nitroglyzerin, etc.) Die Firmen Henkel und Unilever stellten Seife und Waschpulver her. Das Fleisch wurde zu D\u00fcnger verarbeitet und Ambra brauchte man in der Parf\u00fcmindustrie.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Pottwal wurde wegen des Walrats im 19. Jh. besonders von amerikanischen Walf\u00e4ngern aus Nantucket gejagt und dezimiert. Walrat eignet sich zur Herstellung zu besonders hell brennenden Kerzen, Kosmetika und Schmiermittel. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"345\" data-id=\"3694\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Barte-1024x345.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3694\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Barte-1024x345.jpg 1024w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Barte-300x101.jpg 300w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Barte-768x259.jpg 768w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Barte-1536x518.jpg 1536w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Barte-2048x691.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Aus den <strong>Barten<\/strong> der Bartenwale (Blauwale) wurde Fischbein hergestellt (Korsett) bis im 20. Jh. steife, aber elastische Kunststoffe (z.B. Nylon) und andere Materialien den tierischen Werkstoff ersetzten. Frau Dr. Jung zeigte entsprechende Exponate. Sie erl\u00e4uterte, dass das Wort \u201eTranfunzel\u201c aus dieser Zeit stammt. Mit dem ausgelassenen Fett wurde die \u201eFunsel\u201c gen\u00e4hrt \u2013 eine schlecht brennende \u00d6l &#8211; bzw, Fettlampe.<\/p>\n\n\n\n<p>Da durch die \u00dcberfischung\/Ausrottung der Wale der Bestand im Norden zur\u00fcckging, wandte man sich dem S\u00fcdpol (S\u00fcdgeorgien) zu. Hier entstanden in im 20. Jh. ganze Walfangst\u00e4dte<\/p>\n\n\n\n<p>In den 1980er Jahren wurde durch ein Moratorium die Walfangquote auf 0 gesetzt, Norwegen und Japan jagen aber immer noch (angeblich der Tradition wegen, in Japan zu sog. Forschungszwecken ). In Island wurde bislang keine neue Konzession beantragt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Best\u00e4nde der Wale sind heute nicht mehr gef\u00e4hrdet, lediglich die Situation des Pottwals wird als \u201everletzlich\u201c eingestuft. Der neue Feind der Tiere ist heute der M\u00fcll, die Schiffe auf den Weltmeeren, \u00d6l und auch der Klimawandel. Ver\u00e4nderte Temperaturen tragen dazu bei, dass sich die Futterpl\u00e4tze der Tiere ver\u00e4ndern und die Wale die neuen Pl\u00e4tze nicht mehr finden.<\/p>\n\n\n\n<p>Pottwale jagen mit Schallwellen und Herman Melvilles Buch \u201eMoby Dick\u201c basiert auf dem Tagebuch des Walf\u00e4ngers Owen Chase.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Akademie ist auch ein Embryo eines Wales zu sehen (ca. 3 Monate), den der Gie\u00dfener Zoologieprofessor Ankel von einer Expedition mit Hans Hass 1953 mit nach Gie\u00dfen brachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein rundum gelungener Nachmittag und Frau Dr. Jung wurde noch vor Ort gebeten f\u00fcr das 2.Hj. 2024 einen weiteren Vortrag zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Fotos priv. HS, Text (ab)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*****************<\/p>\n\n\n\n<p><strong>22.02.2022<\/strong><br><strong>Friedrich W. Volck<\/strong><br><strong>Wasser ist ein ganz besondrer Saft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wo gibt es heutzutage noch eine f\u00fcr alle \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche und ganz pers\u00f6nliche Auffrischungsstunde zum Thema H2O \u2013 und das auch noch fast kostenlos? Bei Frau und Kultur.<\/p>\n\n\n\n<p>Entspannt auf bequemen St\u00fchlen im Netanya Saal sitzend f\u00fchlte sich so manche Zuh\u00f6rerin ein halbes Jahrhundert und mehr zur\u00fcckgebeamt in den einstigen Unterricht \u00fcber Molek\u00fcle und chemische Verbindungen \u2013 und zwar von Friedrich Volck, pensionierter Gymnasiallehrer aus Alzenau und gern gesehener Gast bei uns. In Anspielung auf Goethes \u201eFaust\u201c (\u201eBlut ist ein ganz besondrer Saft\u201c) zeichnete der Referent ein umfassendes Bild von den physikalischen Eigenschaften dieser Wasser-Sauerstoff Verbindung, ohne deren Existenz vor allem in fl\u00fcssigem Zustand unser Leben nicht m\u00f6glich w\u00e4re, die aber in festem oder gasf\u00f6rmigem Zustand (ein Dihydrogenmonoxid) &nbsp;Leben auch angreift (z.B. Verbrennungen) und ausl\u00f6scht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei spielen die Wasserstoffbr\u00fcckenbindungen, aus denen Tetraeder entstehen, die entscheidende Rolle. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center\" style=\"grid-template-columns:46% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"363\" height=\"351\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Bild1-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3676 size-full\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Bild1-1.jpg 363w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Bild1-1-300x290.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 363px) 100vw, 363px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Vor allem die bei der Eisbildung entstehenden vielf\u00e4ltigen Kristalle, von Fotografen wie Wilson Bentley verewigt (auch als \u201eSnowflake-Bentley\u201c bekannt mit seinem 1931 erschienenen Bildband <em>Snow Crystals<\/em>), entz\u00fccken uns im Winter. Und da w\u00e4re auch Kenneth Libbrecht zu nennen, der bekannt ist f\u00fcr seine wissenschaftlichen Studien und Fotografien.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Wasser \u2013 H2O \u2013 besitzt in den verschiedenen Aggregatzust\u00e4nden fest, fl\u00fcssig und gasf\u00f6rmig besondere Eigenschaften, die es von anderen Substanzen unterscheidet. Eis hat eine geringere Dichte als Wasser, daher schwimmt es auf der Oberfl\u00e4che. Die gr\u00f6\u00dfte Dichte hat Wasser bei +4 Grad. Ist beispielsweise ein See \u00fcberfroren, steigt die Wassertemperatur nach unten hin und Lebewesen wie Fische m\u00fcssen nicht sterben. Wasser hat eine hohe Siede- und Schmelztemperatur \u2013 Wasser hat also einen sehr gro\u00dfen Temperaturbereich, in dem es fl\u00fcssig sein kann, und eignet sich daher hervorragend als L\u00f6sungsmittel f\u00fcr andere Substanzen. Wasser erw\u00e4rmt sich nur unter hoher Energiezufuhr und daher langsamer als die Erde. So entsteht ein Kreislauf in der Natur, bei dem der Wind eine gro\u00dfe Rolle spielt \u2013 wir nennen es Wetter.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum und wann schwitzen wir? Warum sehen wir fallende Tropfen nur solange sie h\u00e4ngen? Warum kann sich Wasser \u00fcber einem Glas w\u00f6lben? Welche Rolle spielt dabei die Oberfl\u00e4chenspannung? Vielleicht ein guter Anlass, noch einmal in den alten Heften zu kramen oder das www zu bem\u00fchen \u2013 um das zur\u00fcckzuholen was wir vielleicht vergessen haben \u2013 oder das zu verstehen, das uns fr\u00fcher mangels pers\u00f6nlicher Motivation oder sch\u00fclergerechter Didaktik entglitt oder entging. Der Ansto\u00df ist gegeben \u2026 danke, Friedrich Volck. <br>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*****************<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">01.02.2024 &#8211; Beginn 15:30 Uhr&nbsp;<br><strong>Dr. Frank Berger<\/strong><br><strong>Das Geld der Dichter und Dichterinnen<br>in der Zeit der Romantik&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bis vor kurzem war Dr. Frank Berger Kurator am Historischen Museum Frankfurt, zust\u00e4ndig f\u00fcr das M\u00fcnzkabinett und ausgewiesener Experte zum Thema Zahlungsmittel der Romantik. Deren Bezeichnungen kennen wir noch: Taler, Gulden, Batzen, Kreuzer, Groschen, Louisdor\u2026 Was Frank Bergers Vortrag jedoch besonders interessant machte war, dass er die W\u00e4hrungen in Euro umrechnete und sie gleichzeitig in den Kontext der damaligen Lebenshaltungskosten und Jahreseink\u00fcnfte der Menschen in der Zeit der Romantik (1795 bis 1835) stellte. So gaben ca 70% der Bev\u00f6lkerung 62% ihres Einkommens f\u00fcr Nahrung, 16% f\u00fcr Kleidung, 12% f\u00fcr Wohnen und 5% f\u00fcr Heizen und Beleuchtung aus. Man vergleiche Heute geben wir durchschnittlich 14% unseres Einkommens f\u00fcr Nahrung aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Brutto-Jahreseinkommen, lag damals bei 200 Talern, umgerechnet \u20ac40.000 brutto.  Ca 50-70% der Bev\u00f6lkerung \u2013 je nach Standort \u2013 verf\u00fcgten \u00fcber dieses Einkommen \u2013 das gleichzeitig die Armutsgrenze markierte. Die Mehrheit der Menschen lebte also in prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnisse. <\/p>\n\n\n\n<p>Und wie stand es um die kulturelle Schaffenskraft einer Gesellschaft und ihrer Individuen, die an oder unter der Armutsgrenze lebten? Nicht gut. Folglich kamen die Dichterinnen und Dichter der Romantik \u2013 ich greife hier vor \u2013 aus gut betuchten Familien. Der Referent stellte vor: Sophie von La Roche (1730-1807), Clemens Brentano (1778-1842), Bettina von Armin (1785-1859), Sophie Mereau (1770-1806), Karoline von G\u00fcnderrode (1780-1806) und Ludwig Emil Grimm (1790-1863).<\/p>\n\n\n\n<p>Sophie von La Roche, zu ihrer Zeit Bestsellerautorin, verf\u00fcgte \u00fcber ein Verm\u00f6gen von 16.000 Gulden, war also reich. Ihr Honorar wurde nach Druckb\u00f6gen bezahlt \u2013 ein sch\u00f6nes aber erfolgsunabh\u00e4ngiges Zubrot. Clemens Brentano war der Sohn des reichsten Mannes der Stadt Frankfurt, Peter Anton Brentano, der der Familie ein Verm\u00f6gen von umgerechnet 130 Millionen Euro hinterlie\u00df. Seine Br\u00fcder verwalteten das Geld umsichtig, aber immerhin standen ihm j\u00e4hrlich ca 80.000-230.000 heutige Euros zur Verf\u00fcgung.&nbsp; Bettina von Arnim, seine Schwester (beider Gro\u00dfmutter: Sophie von La Roche), erbte 50.000 Gulden. Und so geht es weiter: Sophie Mereau heiratete in zweiter Ehe Clemens Brentano und kam selbst aus einem wohlhabenden Elternhaus.<\/p>\n\n\n\n<p>Die G\u00fcnderrodes allerdings waren zwar ein f\u00fchrendes Frankfurter Partiziergeschlecht, durch den fr\u00fchen Tod ihres Vaters lebte Karoline von G\u00fcnderrode jedoch in bescheidenen finanziellen Verh\u00e4ltnissen und begab sich, 17j\u00e4hrig, in ein adliges evangelisches Stift, wo sie jung verstarb. Auch Ludwig Grimm, einer der Grimm-Br\u00fcder und Maler, lebte in eher bescheidenen Verh\u00e4ltnissen. Reich wurde man damals kaum durch das eigene k\u00fcnstlerische Schaffen \u2013 die Herkunft bestimmte die \u00fcberwiegend komfortablen finanziellen Verh\u00e4ltnisse. Zwei der wenigen Ausnahmen waren Jean Paul (1763-1825), der, so Frank Berger auf Anfrage aus dem Pubikum, tats\u00e4chlich durch sein Schreiben zu Wohlstand kam, und der Philosoph Johann Gottlieb Fichte (1762-1814). Im sp\u00e4teren Leben am meisten aus der Reihe tanzte Bettina von Armin, die zunehmend sozialkritisch aktiv wurde und verd\u00e4chtigt wurde, f\u00fcr den schlesischen Weberaufstand mit verantwortlich gewesen zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*****************<\/p>\n\n\n\n<p>25.01.2024 &#8211; Tagesfahrt nach Frankfurt<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Loriot und Feininger &#8211; jeder ein Genie auf seine Art<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die beiden gro\u00dfartigen Retrospektiven in Frankfurt konnten 30 Teilnehmerinnen genie\u00dfen. Aufgeteilt in 2 Gruppen konnten alle bei den zeitversetzten F\u00fchrungen gut sehen und h\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <strong>Caricatura-Museum Frankfurt<\/strong> ehrt Bernhard-Viktor \u201eVicco\u201c Christoph-Carl von B\u00fclow (1923 \u2013 2011), besser bekannt als \u201eLoriot\u201c, mit einer umfassenden Ausstellung \u201eAch Was\u201c. Loriot zum 100.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-ad2f72ca wp-block-group-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:38% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"638\" height=\"360\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Loriot.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3620 size-full\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Loriot.jpg 638w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Loriot-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Passend zu seinem vornehmen Geburtsnamen posiert er aufrecht auf dem gr\u00fcnen Pl\u00fcschsofa, ein feines L\u00e4cheln in den Mundwinkel und den Augen.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"880\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Plakat-Loriot-880x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3621\" style=\"width:155px;height:auto\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Plakat-Loriot-880x1024.jpg 880w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Plakat-Loriot-258x300.jpg 258w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Plakat-Loriot-768x894.jpg 768w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Plakat-Loriot-1320x1536.jpg 1320w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Plakat-Loriot-1760x2048.jpg 1760w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ist der Mann mit den zu kurzen Hosen \u00e4rmlichen Schl\u00e4ppchen und der Melone etwa ein Selbstbildnis, etwa ein ironisches \u201eAlter Ego\u201c?&nbsp; &nbsp;Er scheint schon bessere Zeiten erlebt zu haben, bewahrt aber Haltung.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Markenzeichen, die Knollennase, ziert nicht nur die feine Dame, sondern auch Portr\u00e4ts ber\u00fchmter Pers\u00f6nlichkeiten, das kehrt das W\u00fcrdevolle, Ehrfurchtgebietende ins Menschliche, fast L\u00e4cherliche.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"328\" height=\"451\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Loriot-und-die-Moepse.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3622\" style=\"width:176px;height:auto\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Loriot-und-die-Moepse.jpg 328w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Loriot-und-die-Moepse-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 328px) 100vw, 328px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-ad2f72ca wp-block-group-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-ad2f72ca wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Es ist ja bekannt, dass Loriot M\u00f6pse liebte, und wie der ausgezeichnete Kunstvermittler betonte, meint er es wohl durchaus doppelsinnig:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">\u201eEin Leben ohne M\u00f6pse ist m\u00f6glich aber sinnlos.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Loriots Lebenslauf und ausf\u00fchrliche Informationen zu den vielen Facetten seines Schaffens finden sich nat\u00fcrlich im Internet, z.B. unter htps:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Loriot.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies sei aber noch erw\u00e4hnt: <br>Gem\u00e4\u00df der Tradition der Familie von B\u00fclow ist er 1941 in die Wehrmacht eingetreten und wurde Offizier. Auf die Frage, ob er im Zweiten Weltkrieg ein guter Soldat gewesen sei, antwortete er in einem Interview: \u201eNicht gut genug, sonst h\u00e4tte ich am 20. Juli 1944 zum Widerstand geh\u00f6rt. Aber f\u00fcr den schauerlichen deutschen Beitrag zur Weltgeschichte werde ich mich sch\u00e4men bis an mein Lebensende\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nach einer erholsamen Mittagspause ging es in die <strong>Schirn Kunsthalle Frankfurt<\/strong> zu der umfassenden Retrospektive des deutsch-US-amerikanischen Maler und Grafiker Lyonel Feininger (1871 &#8211; 1956).<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile\" style=\"grid-template-columns:34% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"546\" height=\"943\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Feininger-Selbstbildnis-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3619 size-full\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Feininger-Selbstbildnis-1.jpg 546w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Feininger-Selbstbildnis-1-174x300.jpg 174w\" sizes=\"auto, (max-width: 546px) 100vw, 546px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Geboren am 17. Juli 1871 in New York ging er mit 16 Jahren mit seinen Eltern, einem bekannten Musikerehepaar, erstmals nach Deutschland. <\/p>\n\n\n\n<p>Dort durfte er die Kunstgewerbeschule in Hamburg besuchen, kurze Zeit sp\u00e4ter studierte er an der Berliner K\u00f6niglichen Akademie der K\u00fcnste. Nach einem siebenmonatigen Aufenthalt in Paris kehrte er 1893 nach Berlin zur\u00fcck, wo er als freier Illustrator und Karikaturist f\u00fcr die Zeitschriften Harpers Young People, Humoristische Bl\u00e4tter, Ulk und die Lustigen Bl\u00e4tter t\u00e4tig wurde.                                                    <\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>1906 traf er auf einer Parisreise Robert Delaunay und Henri Matisse.  1912 lernte er die K\u00fcnstlergruppe &#8222;Br\u00fccke&#8220; kennen. Auf Einladung von Franz Marc &nbsp;nahm er 1913&nbsp;am Ersten Herbstsalon \u201eDer Sturm\u201c K\u00fcnstlern des Blauen Reiters teil. Seine erste Einzelausstellung mit 45 Gem\u00e4lden und 66 weiteren Werken fand 1917 statt. Im selben Jahr lernte er Walter Gropius kennen, 1919 berief ihn dieser an das Staatliche Bauhaus in Weimar als Leiter der grafischen Werkstatt. Dann wurden die politischen Verh\u00e4ltnisse schwierig, das Bauhaus zog 1924 nach Dessau und 1932 als privat gef\u00fchrte Schule nach Berlin.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>1937 konnte er mit seiner Familie das nationalsozialistische Deutschland&nbsp;verlassen, er arbeitete als freier Maler in New York. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-top\" style=\"grid-template-columns:36% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"387\" height=\"561\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Germeroda-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3629 size-full\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Germeroda-2.jpg 387w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Germeroda-2-207x300.jpg 207w\" sizes=\"auto, (max-width: 387px) 100vw, 387px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Kirche, die Dorfkirche  in Gelmeroda,  hat&nbsp;ihn besonders beeindruckt und ist Motiv vieler Gem\u00e4lde. Sie steht im Ortsteil  der Stadt Weimar in Th\u00fcringen und ist auch als Autobahn- oder in Feininger-Kirche bekannt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"411\" height=\"552\" src=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Germeroda-1-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3642\" style=\"width:227px;height:auto\" srcset=\"http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Germeroda-1-1.jpg 411w, http:\/\/frau-und-kultur-giessen.w4f.eu\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/01\/Germeroda-1-1-223x300.jpg 223w\" sizes=\"auto, (max-width: 411px) 100vw, 411px\" \/><\/figure>\n<\/div><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-ad2f72ca wp-block-group-is-layout-flex\">\n<p>Gerade seine Architekturbilder wirken durch-schimmernd, wie gl\u00e4sern, kristallisierend. Besonders deutlich ist das bei dem 1927 entstandenen &#8222;Glasscherbenbild&#8220; (Acryl)F\u00fcr die  weiteren Einzelheiten zu Werk und Leben bietet das Internet eine un\u00fcberschaubare F\u00fclle von Ver\u00f6ffentlichungen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Bei der problemlosen Heimfahrt mit dem Bus konnte man die vielf\u00e4ltigen Eindr\u00fccke verarbeiten \u2013 still und in sich gekehrt oder im anregenden Gespr\u00e4ch mit den Mitfahrenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Alle Fotos: privat (Fronk, Sekula)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><br>*************************<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">18.01.2024 &#8211; Beginn 15:30 Uhr<br><strong>Thomas Otto<\/strong><br><strong>Wer entscheidet f\u00fcr mich, wenn ich es &nbsp;nicht mehr kann?&nbsp;&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\"><strong>Der Vortrag musste leider entfallen und wird nachgeholt. Wegen des Wintereinbruchs war sogar das Museum geschlossen!<\/strong><\/mark><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\">*************************<\/p>\n\n\n\n<p>11.01.2024 &#8211; Beginn 15:30 Uhr<br><strong>Dr. Reinhard<kbd> <\/kbd>Kaufmann<\/strong><br>Atacama und Altiplano &#8211; <br>eine Reise durch den Gro\u00dfen Norden Chiles<\/p>\n\n\n\n<p>Stellen wir uns einen Quiznachmittag vor \u2026 an einem Donnerstag \u2026 vielleicht Anfang Januar\u2026im Alten Schloss J? &nbsp;Die Fragen: &nbsp;Wo liegt der Gro\u00dfe Norden? Wo kommt das meiste Fischmehl her? Was war der \u201eSalpeterkrieg\u201c? Wo liegt die Atacama-W\u00fcste? Gibt es einen \u201eBig Ben\u201c au\u00dfer in London? Wie tief ist das gr\u00f6\u00dfte existierende Loch in der Erde zur Kupfergewinnung? Was ist der \u201eRiese von Atacama\u201c? Eignen sich Kakteen zum Bau von D\u00e4chern? Was ist B\u00fc\u00dferschnee? Wo liegen 30% des Lithiumvorkommens der Welt?<\/p>\n\n\n\n<p>Bekannt ist den meisten (\u00e4lteren) Gie\u00dfenern der Antwortgeber. Reinhard Kaufmann, von Haus aus Biologe mit mehrj\u00e4hriger T\u00e4tigkeit als Meeresbiologe in Kolumbien, in Th\u00fcringen geboren, sp\u00e4ter engagiert als Kulturdezernent und F\u00f6rderer unz\u00e4hliger Einrichtungen und Projekte in der Gie\u00dfener Kulturszene wie das Stadttheater, nahm uns mit auf seine Reise in den Norden Chiles vor mehr als 10 Jahren, in die Atacama W\u00fcste, der vielleicht trockensten W\u00fcste der Welt, in der in ganzen Landstrichen noch niemals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Regen fiel. Infolgedessen sahen wir auf dieser Exkursion rechts und links der endlos scheinenden Stra\u00dfen, illustriert durch seine eigenen Dias, viel Sand, viel nackten Fels, Salzseen, Geysire, schneebedeckte Gipfel, bizarre Landschaften und Denkm\u00e4ler einer heute r\u00fcckl\u00e4ufigen Industrie zur Salpetergewinnung (das wei\u00dfe Gold), das nach und nach abgel\u00f6st wurde vom roten Gold, dem Kupfer. Und fast immer und fast alles unter einem strahlend blauen Himmel.<\/p>\n\n\n\n<p>Von Antofagasta mit seinem wegen dem Glockenschlag bekannten \u201eBig Ben\u201c und dem ber\u00fchmten Felsentor ging es weiter nach El Tique, heute weltweit der gr\u00f6\u00dfte Exporthafen f\u00fcr Fischmehl, am Ende des \u201eSalpeterkrieges\u201c im Jahr 1904 erfolgreich Peru und Bolivien abgeluchst \u2013 so verlor Bolivien seinen einzigen Zugang zum Meer. Von dort windet sich die Panamericana im Steilanstieg auf das Atacama Plateau mit gespenstischen Industrie- und Siedlungswracks aus der Zeit derAbbaus des Chilesalpeters. In Chuquicamata dann \u201edas gr\u00f6\u00dfte vom Menschen gebuddelte Loch der Erde\u201c (Kaufmann), 1.000 Meter tief, zwecks Kupfergewinnung. Monstr\u00f6s. Und nach den Ruinen, dem Loch und zahllosen Kreuzen und Kleinmonumenten zum Gedenken an die Opfer von Autounf\u00e4llen, die rechts und links des Asphalts wie kleine Mahnmale zu mehr Vernunft gemahnen, bei Humberstone die pr\u00e4historischen Geoglyphen der Atacamenios, der indigenen Bev\u00f6lkerung der Region, um die 400 an der Zahl, in ihrer Mitte der \u201eRiese von Atacama\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Lie\u00df sich das noch toppen? Zumindest erg\u00e4nzen\u2026 &nbsp;Arica mit Zollgeb\u00e4ude und Hauptkirche Sankt Marcus aus Ger\u00fcsten vorgefertigter Eisenteile, schon Jahre vor Gustave Eifel konstruiert. Schneegipfel, auf 3.500 m Putre, der Nationalpark Lauca, noch einmal einen Kilometer h\u00f6her, mit den Zwillingsvulkanen, und in der Landschaft wie hingetupft Lamas, Vikunjas (Kleinkamele), landestypische mit Kalkschwemme gewei\u00dfte Kirchen, allen voran die Iglesia de Isluga, \u201emestizo, barokko andino\u201c, die \u201esch\u00f6nste Kirche der Welt\u201c. Faszinierend die D\u00e4cher aus regionalen Kakteen, zu Brettern zusammengef\u00fcgt in kunstvollen Mustern. Und \u00fcberall in der Landschaft diese Kakteen, Quinoa W\u00e4lder mit ihrem sehr harten Holz, und Yaretab\u00fcsche, die bis zu 3.000 Jahre alt werden. Im Nationalpark Volc\u00e1n Isluga dann das gr\u00f6\u00dfte existierende Geothermalfeld mit ca 80 aktiven Geysiren (Kaufmann nannte sie Wasserfont\u00e4nen, da die meisten pausenlos sprudeln).<\/p>\n\n\n\n<p>Auf 3.159 m endlich San Pedro de Atacama, ein touristisches Zentrum mit der Kirche Chiu Chiu&nbsp; und der Salar de Atacama, einer der gr\u00f6\u00dften Salzkammern der Welt. Hier gibt es Borax en masse, und 30% des Weltvorkommens an Lithium. Andens\u00e4belschn\u00e4bler und Flamingos tummelten sich im flachen Wasser, und im Mondtal Valle de la Luna in einer fast unwirklichen&nbsp; Landschaft, auf nunmehr 4.700 H\u00f6henmetern, zauberte B\u00fc\u00dferschnee, auch Zackenfirn genannt, Flecken aus&nbsp; vielen kleinen wei\u00dfen scharfkantigen Schneeresten auf die graubraune Fl\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Luft war d\u00fcnn, \u00fcber 4.000 km waren gefahren, Zuschauer und Referent im Saal hatten sich nach \u00fcber einer Stunde satt und zufrieden gesehen und waren leicht ermattet, und Frau und Kultur bedankte sich mit einer Flasche Rotem bei Herrn Kaufmann f\u00fcr die inspirierende Reise in den Gro\u00dfen Norden Chiles, die den Auftakt der Veranstaltungsreihe des Vereins im ersten Halbjahr 2024 bildete.<\/p>\n\n\n\n<p>(bt)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.12.2024Weihnachtsfeier im Netanya-Saal Wie in jedem Jahr treffen sich viele Mitglieder zu einer ruhigen, geselligen Feier mit einem kleinen Programm. Frau Neitzel gestaltete ein kleines Programm mit kurzen Geschichten, die weniger mit Geschenken und Schnee zu tun hatten, die eher unter dem Gedanken von Zuneigung und Dankbarkeit zusammengefasst werden konnten. 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