Rückblick

In unserer Chronik finden Sie Informationen zu unseren bisherigen Vorträgen und Fahrten des aktuellen Programms

**************************

20.01.2022  
Prof. Dr. Marita Metz-Becker
Im Widerspruch mit der Welt – das Leben der
Schriftstellerin Sophie Schubart-Mereau-Brentano

Der Vortrag widmet sich der Biographie Sophie Mereaus im Kontext der Zeit um 1800, in der ein neues Geschlechterverhältnis ausgehandelt wird. Frauen betreten zunehmend das öffentliche Parkett und beanspruchen ihre Teilhabe an den männlich kontrollierten Institutionen der Künste und Wissenschaften.

Sophie Mereau wird zu einer Person des öffentlichen Lebens, publiziert unter eigenem Namen und entwickelt aufsehenerregende Modelle weiblicher Autonomie bis hin zum Postulat der „Freien Liebe“.

Auch in ihrer problematischen Ehe mit Clemens Brentano lässt sie sich nicht entmutigen, sondern erfährt in ihrer professionellen literarischen Arbeit die notwendige Stabilisierung und Selbstvergewisserung. 

**************************

18.11.2021
Ulrike Kuschel
Christo und Jeanne-Claude – Die beiden „Verpackungskünstler“

In diesem Jahr verschwand eines der Pariser Wahrzeichen, der Arc de Triomphe, unter einer verschwenderischen Fülle von Stoff. Die Realisierung dieser Verhüllung war einer der letzten Wünsche des Künstlers Christos. Sie wurde zu einer Hommage an den Künstler, der im Mai diesen Jahres verstorben ist.

Im Rahmen der Vorträge zu „Künstlerpaaren“ wendete sich die Kunsthistorikerin Ulrike Kuschel dem Ausnahmekünstler und seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude zu. Der Witwer Christo sah das Pariser Kunstwerk nicht als seine Einzelleistung, sondern, wie alle vor und nach dem Tod seiner Frau entstandenen Arbeiten, als Teil einer gemeinsamen Kunst, die er allein fortsetzte. Zunächst galt Jeanne-Claude in der Öffentlichkeit nur als seine Managerin und Muse, aber beide bestanden früh darauf, dass ihr Anteil untrennbarer Teil des künstlerischen Werkes ist. Eine Anekdote besagt, dass das Paar niemals gemeinsam ein Flugzeug benutzte, damit der eine, sollte der andere abstürzen, das Projekt hätte allein weiterführen können. In diesem Vortrag werden Sie also ein Künstlerpaar kennenlernen, das im Leben und im Werk eine symbiotische Einheit bildete, sogar über den Tod des einen Partners hinaus.

**************************

11.11.2021
Dr. Marcus Kiefer
Hein Heckroth – Maler, Bühnenbilder, Filmdesigner.
Bruchstücke einer Biographie

Anlässlich des 120. Geburtstages erinnert Frau und Kultur mit einem Vortrag von Herrn Dr. Marcus Kiefer (Vorsitzender der Hein-Heckroth-Gesellschaft Gießen e.V.) an den in Gießen geborenen Bühnenbildner Hein Heckroth (1901 – 1970).

Hein Heckroth war ein deutsch-britischer Maler, Bühnenbildner und Film-Designer. Für die Ausstattung des Ballettfilms „The Red Shoes“ erhielt er 1949 den Oscar in der Kategorie „Best Art Direction (Color)“.

Obwohl Heckroth durch seine Arbeit in der britischen Filmindustrie zu internationalem Ruhm gelangt ist und in seiner Heimatstadt Gießen nie ein Engagement als Bühnenbildner hatte, ist Gießen zum wichtigsten Erinnerungsort für den Künstler geworden. Durch die in 2001 gegründete Hein-Heckroth-Gesellschaft Gießen wird die künstlerische Lebensleistung des Künstlers bewahrt.

**************************

04.11.2021
Jutta Hendel
Hommage an Ludwig van Beethoven

In einem dreiteiligen Lichtbilder-Vortrag hat Jutta Hendel versucht, uns diesen Titan der klassischen Musik näher zu bringen.

In der Ankündigung hieß es:
“ Seine Biographie war geprägt von den Wirren der Französischen Revolution und ihren umwälzenden Nachwehen. Sein rheinisches Naturell sowie außergewöhnliche Schicksalsschläge machten aus ihm einen musikbegnadeten Rüpel. Aber in seinen Werken kommen individuelle Empfindungen und der Ruf nach Freiheit zum Ausdruck wie bei keinem Komponisten vor ihm.“

Ein Versuch, diesem exzellenten Vortrag in einer Rückschau gerecht zu werden, muss scheitern und soll an dieser Stelle erst gar nicht gewagt werden.

Es war die Fülle der Details, die Betrachtungen des Schicksals und der Vita dieses Ausnahmekünstlers aus verschiedenen Blickwinkeln, alles vorgetragen in feinster Sprache, die den Zuhörern einen ganzheitlichen Eindruck des Menschen Beethoven vermittelte.

Trotz der ungewohnten Länge des Vortrags war kein Wort zu viel, kam keine Minute Langeweile auf. Eine Wiederholung vor einem anderen Publikum oder auch in unserem Kreis wäre unbedingt wünschenswert.

**************************

28.10.2021
Hans Sarkowicz
Der fremde Ferdinand – der dritte Bruder Grimm

Wilhelm und Jacob Grimm, die Märchensammler und Wörterbuchautoren, schauten uns früher milde und doch ernst vom 1.000-DM-Schein an – dem wertvollsten Geldschein. Dies ist eindeutig eine besondere Ehrerbietung gegenüber diesem Brüderpaar.

Schon weniger bekannt ist der begabte Malerbruder Ludwig Emil Grimm, die Schwester Charlotte Grimm heiratete gut, ihr verblieb die klassische Frauenrolle.

Und da war dann noch Ferdinand Phillip Grimm, der Faulenzer, der Bruder Leichtfuß, der Schmarotzer – ohne Begabung, ohne Ehrgeiz. Wirklich?

Der fremde Ferdinand – der reizte das eingeübte Autorenduo Hans Sarkowicz und Heiner Boehncke, das schon unter anderem den „Monsieur Göthé“ bei uns vorgestellt hat. Ihre Recherchen förderten Erstaunliches zu Tage und ihre beharrliche aber auch ideenreiche Detektivarbeit wurde durchaus belohnt.

Ferdinand sammelte ebenfalls Märchen und Sagen, gab – wenn auch ohne Erfolg und teilweise unter anderem Namen – Bücher heraus, und er buhlte um die Anerkennung seiner Brüder – vergeblich. Dabei standen seine Geschichten in ihrer Qualität denen der berühmten Brüder nicht nach.

Während den berühmten Brüdern die Märchen und Geschichten ins Haus geliefert wurden, wechselte Ferdinand mehrfach den Wohnort, wanderte durch das Umland und sammelte dort die regionalen Sagen und Märchen.

Zum Leidwesen der Brüder macht er an allen diesen Orten – nichts (wie sie meinten). Sie berieten sich mit vielen Menschen, wie man denn den Bruder endlich in richtige Bahnen lenken, ihn zu einem anständigen Menschen machen, ja ihn „heilen“ könne. Viele Andeutungen und logische Schlussfolgerungen weisen darauf hin, dass Ferdinand homosexuell gewesen sein dürfte. Eine Heirat lehnte er strikt ab. Ein absoluter Skandal.

Die Veröffentlichung der Folge von „Tante Henriette“ (Wilhelms Ehefrau, Dorothea Henriette Wild) in der „Mitternachtszeitung für gebildete Stände” in der Jakob und Wilhelm verspottet wurden, führte zu einem zweiten Skandal und zum Bruch mit den Brüdern, er wurde des gemeinsamen Haushalts verwiesen.

Ferdinand lebte danach erst recht am Rande des Existenzminimum. Geldzahlungen kamen – auf Anforderung – von Jakob, vermutlich aus dem Erbteil der beiden Brüder Ferdinand und Friedrich, der damals Jakob zur Verwahrung überlassen wurde. Das Bild vom geldfordernden Schmarotzer muss also revidiert werden. Große Summen waren es nicht, denn Ferdinand starb krank und verarmt.  

Im Internet lassen sich unzählige Artikel über die Grimms finden, über Ferdinand selbst kaum. Da sollte man sich doch mal das Buch kaufen, in dem er ins rechte Licht gerückt wird.

**************************

21.10.2021
Dr. Susanne Ließegang
Kunst im Uniklinikum Gießen

Das Klinikum ist eine Stadt in der Stadt mit öffentlichen, „halbprivaten“ und privaten Zonen. Das Kunst-Projekt reagiert mit seinen Konzepten auf die unterschiedlichen Bedingungen, die sich daraus ergeben. Jeder Ort innerhalb des Klinikums verlangt nach einem eigenen Konzept.

Warum Kunst im Klinikum? In Ihrem Vortrag erläuterte die Referentin, Frau Dr. Susanne Ließegang, als Kunstbeauftragte des Uniklinikums anhand einzelner Projekte und Ausstellungen die Bedeutung und Wirkung von Kunst in diesem zweckorientierten Gebäude.

Ein Kunstwerk wird eigentlich kaum gesehen – die schlichte „Blaue Kugel“ wurde 1996 über dem Weg vor dem Eingang des damals neuen Chirurgie-Erweiterungsbaus angebracht. Der Künstler: Nikolaus Koliusis. Die Farbe Blau hat in seinem Gesamtwerk eine wichtige Bedeutung. Er selbst beschreibt es so: »Weil das Blau des Himmels für alle Menschen auf der Welt gleich ist. Das eint uns. Wir sind der Blaue Planet.« Eine überraschend einleuchtende Antwort auf die Frage: „Was soll die Kugel denn bedeuten?“.

Dieses „Vereinen“ ist der Grundgedanke der Kunst-Projekte im Klinikum. Die Gegensätze zwischen Mensch und Maschine, Arzt und Patient, Kranken und Gesunden, sollen dadurch zumindest annähernd überbrückt werden.

Eine Fotoausstellung beschäftigte sich mit einem ganz speziellen Thema: am Dienst für die Genesung der Patienten sind im Klinikum viele Menschen unterschiedlicher Herkunft, Ausbildung, Lebensläufen und Hierarchien beteiligt. Die Bilder verschiedener Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz zeigten dies – dass jeder und jede Einzelne gebraucht wird und sich „wahrgenommen“ und dazugehörig fühlen soll.

Diese Überwindung von Gegensätzen, optische Orientierungshilfe im Irrgarten der Gebäude, Stockwerke und den sonst neutralen Fluren, oder auch nur das schlichte „Hallo“, das jedes Bild dem Betrachter zuruft, hilft vielleicht, die bedrückende Atmosphäre einer Klinik in teilweise existenzbedrohlicher Lage abzumildern. Den Menschen und seine Gefühle in den Mittelpunkt des gemeinschaftlichen Handelns zu stellen.

In dem Vortrag wurden einzelne ausgesuchte Ausstellungen vorgestellt. Zu empfehlen ist hierzu der Artikel von Frau Dr. Ließegang unter: https://docplayer.org/133506688-Kunstfaelle-kunst-im-uniklinikum-giessen.html

**************************

14.10.2021
Monika Keichel
Kronprinz und Rebell –
Leben und Sterben des Erzherzogs Rudolf von Österreich

Der Vortrag von Frau Monika Keichel handelte vom Leben und Sterben von Kronprinz Rudolf, der seine 16jährige Geliebte und sich selbst im Jahr 1889 erschoss.

Die historischen, politischen Details sind weitgehend bekannt, wurden von ihr jedoch in beeindruckender Weise mit dem persönlichen Schicksal des Thronfolgers verknüpft.

Kronprinz Rudolf war ein hochgebildeter, politisch liberal gesonnener Mann und fortschrittsbegeistert. Seine Ideen, seine Pläne, seine Begeisterung für den technischen Fortschritt fanden jedoch bei der Aristokratie und den in Traditionen verhafteten Regierenden keine Beachtung oder wurden sogar massiv abgelehnt.

Erzherzog Rudolf von Österreich ging desillusioniert in den Freitod, nachdem er seine Geliebte erschossen hatte. Es gab immer wieder Spekulationen darüber, ob es sich bei der Tat nicht doch um einen politischen Mord gehandelt hätte. Dem Kaiserhaus wäre das durchaus angenehmer gewesen.

Wäre Rudolf am Leben geblieben, wäre er Kaiser geworden – das Schicksal der Monarchie hätte er vielleicht in eine andere Richtung hätte lenken können.

Hätte, hätte, wäre, wäre …. der Gang der Geschichte, das Ende der Monarchie und der Erste Weltkrieg sind eingetreten.

*************************

07.10.2021
Hans F. Wolf
Weimar – Am Musenhof der Anna Amalia beginnt die deutsche Klassik

Auf Einladung Herzog Carl Augusts war Goethe 1775 nach Weimar gekommen und fühlte sich am dortigen Musenhof der Herzoginmutter Anna Amalia sofort wohl. Ohne diese Aufforderung wäre er nicht geadelter Staatsminister geworden.

Herzog Carl August war der älteste Sohn von Anna Amalia. Sie stammte aus dem Hause Braunschweig-Wolfenbüttel und wurde mit 16 Jahren mit dem jugendlichen, kränklichen Herzog Ernst August II. Constantin von Sachsen-Weimar vermählt. Sie gebar den sehnlich erwarteten Thronfolger, eben jenen Herzog Carl August. Der zweite Sohn, Friedrich Ferdinand Constatin, wurde nach dem Tod des Gatten geboren. Sie blieb für den Rest Ihre Lebens Witwe.

Für beide Kinder erhielt sie aufgrund der testamentarischen Verfügung ihres Mannes 1759 die vormundschaftliche Regentschaft über die Herzogtümer Weimar und Eisenach bis zur Volljährigkeit ihrer Söhne. Ihre Regentschaft galt als durchaus klug und erfolgreich. Ihre Erziehung, ihre Intelligenz und ihr Durchsetzungsvermögen waren die Basis dafür.

Für ihren Söhne holte sie 1772 den Dichter Christoph Martin Wieland in die Gruppe der Prinzenlehrer. 1775 übergab sie die Regierung an ihren ältesten Sohn. Diese Berufung von Wieland sollte sich als „Keimzelle“ der goldenen Epoche um 1800 herausstellen – Goethe, Schiller, Wieland und Herder – die großen Vier die Epoche der deutschen Klassik .

Seit dem Schlossbrand 1774 führte Anna Amalia eine separate Witwenhofhaltung Zunächst besuchten Militärs, Künstler und Wissenschaftler anlässlich des Besuchs am Hof des Herzogs oft auch die Mutter. Anna Amalia war das Zentrum und der Aufmerksamkeit der engeren, adligen Hofgesellschaft, dieses „Musenhofs“.

Diese Stellung im gesellschaftlichen Leben in Weimar verlor sie jedoch ab 1790 an den Hof des regierenden Ehepaares. Goethes und Schillers Klassizismus-Konzept dominierte dort. Anna Amalia bevorzugte hingegen das gesellige Leben mit seinen Lustbarkeiten, die der Erweiterung ihrer ästhetischen Bildung oder nur einfach der Unterhaltung dienten.

Immer ihrer aristokratischen Erziehung treu, hielt sie auch ohne Hof-Zeremoniell stets auf Etikette und wohlanständiges Verhalten und ein System von Gunsterweisung und Huldentzug. Wichtig war ihr die Repräsentation als gebildete Adlige mit Kenntnissen und Meinungen auf der Höhe der Zeit.

Anna Amalia starb im Jahr 1807. Sie bleibt – obwohl politisch bedeutungslos – in Erinnerung als Schlüsselfigur der kulturellen Blüte um 1800. Und ohne die Marke „Weimar“, die von allen Nachfolgern Anna Amalias gefördert wurde, hätten auch die Nationalversammlung von 1919 und die neue Republik einen anderen Namen erhalten.

**************************

30.09.2021
Gunilla Rising Hintz
Hexenverfolgung in Schweden im 17. Jahrhundert
Ein Kampf zwischen überlieferten Traditionen und Protestantismus

Im Mittelalter und auch in der frühen Neuzeit fanden überall in Europa Hexenverfolgungen statt, besonders stark während des Dreißigjährigen Krieges. Der Zeitraum zwischen 1668 und 1676 wurde als die Zeit der großen Jagd auf die Hexen in Schweden bezeichnet.  Im Gegensatz zum restlichen Europa fielen in Skandinavien auch Männer der Hexenverfolgung zum Opfer.

Warum sich gerade in dieser Zeit die Verfolgungen häuften, ist schwer zu sagen, auf jeden Fall brach ein Art Massenhysterie aus. Natürlich ist es einem Vortrag schwierig, alle Einzelheiten zu behalten und einzuordnen. Bei Interesse empfehlen wir den nachstehenden link:

https://gaz.wiki/wiki/de/The_Great_Noise

oder auch eine sehr detaillierte Beschreibung einer Massenhinrichtung unter:

http://schweden-forum.blogspot.com/2015/06/
massenhinrichtung-von-schwedischen-hexen.html

Frau Rising Hintz zeigte Wandmalereien aus schwedischen Kirchen, die sich auf den sog. Milchdiebstahl oder den Prozess des Butterns beziehen. Hexen konnten aus der Ferne die Kühe anderer Frauen melken und auch die Butter verderben. Beide Produkte waren für die Existenz der Bauernfamilien extrem wichtig.

Kirche und Staat waren nach dem Dreißigjährigen Krieg und der Reformation in einer Institution vereint. Der schwedische Staat versuchte, die Massenhysterie zu unterbinden. Die Priesterschaft fühlte sich noch in der „papistischen“ Manier verpflichtet, die Seelen ihrer Schäfchen vor der ewigen Verdammnis zu retten. Die Existenz des Satans als Inkarnation allen Bösen war ein absolutes Dogma.

Erst im Jahr 2000 wurden Staat und Kirche in Schweden formell getrennt – so lange währte die Hexenverfolgung natürlich nicht.

23.09.2021
Tagesfahrt nach Grünberg

Corona führt immer wieder zu Kommunikationsproblemen. Zweimal musste der Tagesplan geändert werden – und jedes Mal gab es eine spontane Klärung zu aller Zufriedenheit.

Wir begannen an dem wunderbar sonnigen Herbsttag in der Altstadt mit den vielen Fachwerkhäusern, die mit den Mitteln des Hessentags in 1980 grundlegend saniert werden konnten und auch heute noch einen sehr erfreulichen Anblick bieten. Fast 90 Minuten dauerte die interessante und unterhaltsame Führung.

Wer über die Stadt, ihre Geschichte und über einzelne Gebäude mehr erfahren will, dem empfiehlt sich ein Blick auf:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gr%C3%BCnberg_(Hessen)

In der individuellen Mittagspause fiel die Auswahl schwer – rund um den Marktplatz gab es unterschiedliche Möglichkeiten der Versorgung und Entspannung. Eine Gruppe bestieg den Diebsturm, das Wahrzeichen der Stadt mit dem berühmten Grünberger Reiter auf dem grünlichen Kupferdach.

Nach einem kurzen „Verdauungsspaziergang“ zum Museum im Spital überraschte dort die Kombination aus altem Kloster und neuem Eingang: ein moderner Glasanbau dient dem barrierefreien Zugang zu den Ausstellungsräumen auf zwei Ebenen.

Besonders interessant war die Präsentation von Stücken aus der Sammlung des Forschungsreisenden und Wissenschaftler Theodor Koch, dem bekanntesten Sohn der Stadt, die aus der Ethnologischen Sammlung der Universität Marburg stammen. Theodor Koch (1872-1924) unternahm Anfang des 20. Jahrhunderts mehrere Forschungsreisen nach Südamerika, bis er 1924 auf seiner vierten Reise starb.

Den Tagesabschluss bildete ein Spaziergang durch das Brunnental mit dem Zentrum des Maschinenhauses der Grünberger Wasserkunst. Der mühsame steile Aufstieg mit den gefüllten Krügen zur Wasserversorgung wurde ab dem Jahr 1419 durch eine erstaunliche Kombination aus Wasserrädern und Übertragungsgestängen ersetzt.

Anregend und entspannend war dieser Tag. Die Stadt Grünberg bietet sich mit weiteren Spezialführungen zu einer Wiederholung an.

**************************

16.09.2021
Prof. Klaus Dieter Böhm
„Natürliche Intelligenz –
oder wie tickt das menschliche Gehirn“

Im Mittelpunkt des Vortrags stand die natürliche Intelligenz und die Frage, wie unser Gehirn es schafft, so viele Dinge parallel zu erledigen. Alle unsere Sinne müssen zusammenarbeiten, um überhaupt „den kleinen Finger krumm zu machen“, geschweige denn komplexe abstrakte Probleme zu lösen. Das Zusammenspiel von elektrischen Signalen und chemischen Prozessen löst bekannte Handlungen routinemäßig aus – aber woher kommt die Kreativität, neues zu entdecken und neue Lösungen zu finden?

Details über das Informationssystem der Nervenzellen und ihren Verbindungen sollte man unbedingt bei Interesse nachlesen. Bei dem Vortrag waren viele Details zu erfassen und zusammenzufügen – gleichzeitig Hören, Erfassen und Verstehen bedurften großer Konzentration.

Der Vorteil der künstlichen Intelligenz, also dem Computer, liegt in der Verarbeitung großer Datenmengen und schnellen Arbeitsergebnissen aufgrund programmierter Algorithmen, und kann somit – zumindest in der heutigen Zeit – nur als Helfer des menschlichen Gehirns gelten.

Wir wären nicht Frau und Kultur, wenn wir nicht auch in diesem Bereich auf außergewöhnliche Frauen aufmerksam machen würden:

Die Gräfin Ada Lovelace war 1843, also vor 180 Jahren, die erste Person, die einen für einen Computer gedachten Algorithmus niederschrieb (Berechnung von Bernoulli-Zahlen). Deshalb gilt sie als erste Programmiererin der Geschichte. (Quelle: Wikipedia)

Sie erkannte intuitiv das Potential von Algorithmen über die Anwendung in reinen Rechenmaschinen hinaus, verfügte so über die Vorstellung einer „Software“, für die aber die „Hardware“ zu ihrer Zeit noch nicht erfunden war.

**************************

09.09.2021
Suzanne Bohn
George Sand

Obwohl aristokratischer Herkunft, wird Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil bei dem Kampf um die Demokratie in den ersten Reihen dabei sein und die Flagge der Gerechtigkeit, der Brüderlichkeit, vor allem aber der Freiheit kräftig mitschwenken. Es gelingt ihr unter dem männlichen Decknamen George Sand in die Geschichte als die Galionsfigur der weiblichen Emanzipation in Frankreich einzugehen.

Frau Bohn machte jedoch auch klar, dass diese Berühmtheit eigentlich anderen Frauen gehören sollte, die zeitgleich für die Befreiung der Frauen kämpften und diesen Kampf unter erheblich größeren Schwierigkeiten führen mussten, aber nahezu vergessen sind.

Berühmt-berüchtigt war sie, die geschiedene Mutter von zwei Kindern. Sie war eine aktive berufstätige Frau, allein erziehend, konnte sich und ihre Kinder von ihrer Feder ernähren. Sie war politisch engagiert, verwaltete umsichtig ihr Gut und Erbe, reiste viel und gern. Sie rauchte, trug Hosen, hatte eine Menge Liebhaber, die – bis auf eine Ausnahme – jünger waren als sie und meist etwas feminin und von schwacher Gesundheit. Sie bemutterte sie – oder sollte man sagen: sie dominierte und beherrschte sie?

Das galt auch für Frédéric Chopin, mit dem sie am längsten (neun Jahre) zusammen lebte. Es war ein schwieriges Verhältnis. Details hierzu finden Sie unter:

http://www.chopin-musik.com/chopin_und_george_sand.php

Wie immer war der Vortrag von Frau Bohn geprägt von Detailwissen und ihrer lebhaften und humorvollen Schilderung dieser außergewöhnlichen Frau.

**************************

2.09.2021
Oda Peter
Rembrandt – ein Meister auf der Suche

Rembrandts Name ist eng mit dem Goldenen Zeitalter, der einzigartigen Blütezeit Hollands im 17. Jahrhundert, verbunden.

Er wurde der am meisten gefeierte Künstler der zur führenden See- und Handelsmacht aufstrebenden jungen Nation. Dennoch litt er unter finanziellen Problemen und ging 1656 in Konkurs.

Sein Gesamtwerk umfasst vor allem Porträts, Historienbilder, Gruppenbilder und Landschaften. Er fand immer wieder Motive, die bis dahin nicht künstlerisch bearbeitet worden waren oder suchte nach neuen Darstellungsmöglichkeiten traditioneller Themen.

Der geplante Besuch der Rembrandt-Ausstellung am 25. November 2021 ergänzt diesen Vortrag.

**************************

26.08.2021
Tagesfahrt nach Kassel

Unsere letzte gemeinsame Tagesfahrt war am 27. Februar 2020 nach Wiesbaden. Nach 18 Monaten konnten wir es wagen, in verkleinertem Kreis zwei der vielen Kasseler Museen zu besuchen.

Der Besuch in der Grimmwelt und der Neuen Galerie war nur in getrennten Gruppen zu je 10 Damen mit Maske und Einlasskontrollen möglich. Beide Museen waren erstaunlich leer, obwohl in Hessen noch Sommerferien waren.

In der Grimmwelt ist jedoch gefühlt jeder Quadratzentimeter mit Dingen ausgefüllt, besonders in der Abteilung der Familiengeschichte der Grimms und der wissenschaftlichen Arbeit von Jakob und Wilhelm Grimm als Germanisten und Sprachforscher.

Welch hoffnungsloses Unterfangen, ein Wörterbuch der Deutschen Sprache mit den damaligen Mitteln zu erstellen! Tausende von Zetteln mit Belegstellen wurden den Brüdern von einer Vielzahl von Helfern zugeschickt und säuberlich katalogisiert. Natürlich alles handschriftlich, auch die umfangreiche Korrespondenz verschlang den Inhalt eines großen Tintenfasses, dass in der Ausstellung eine Ahnung davon gibt. Kein Wunder, dass es bei es den beiden Buchstaben A bis F blieb in all den Jahren.

Daneben gab es aber noch das Projekt der Sammlung mündlich überlieferter Volksmärchen:

Mehrfach überarbeitet, teilweise „verniedlicht“ und mit christlicher Moral unterfüttert entstanden so die Kinder- und Hausmärchen. Bei den mündlichen Quellen handelte es sich zumeist um junge Damen aus dem Kasseler Bürgertum. Diese waren oft hugenottischer Herkunft, was die Verbindung mit der französischen Erzähltradition erklärt. Jedenfalls waren sie keine alten Bauersfrauen, auch wenn dies heute viele glauben1), auch die berühmte Viehmännin war keine hessische Bauersfrau.

Nach der Mittagspause im Garten des „Falada“ mit Sonnenschein und einer herrlichen Aussicht ging es anschließend in die Neue Galerie, nur 5 Minuten entfernt, allerdings mit einigen Treppenstufen. Hier war mehr Raum für die Exponate und für die Besucher.

An der Schönen Aussicht mit Blick über die Karlsaue gelegen, vereint die Neue Galerie die staatlichen und städtischen Kunstsammlungen und präsentiert als Haus der Moderne Gemälde, Skulpturen und neue Medien von 1800 bis zur Gegenwart.

Der Fokus liegt aktuell auf der Malerei des 19. Jahrhunderts, Bildern und Objekten der 1950er bis 1980er Jahre sowie auf Kunstwerken der vergangenen documenta-Ausstellungen.2)

Auch hier fehlte die persönliche Verweilzeit im Museum. Die Busfahrt nach Kassel und zurück beträgt über 4 Stunden, dazu 2 Stunden für Mittagspause und corona-konformes Einchecken – da blieben nur 2 x 2 Stunden pro Museum für diesen 10-Stunden-Ausflug.

Es bleibt für die zukünftige Organisation weiter Fahrten eine Zwickmühle, sich entscheiden zu müssen zwischen einem Programmpunkt mit intensiver Beschäftigung oder zwei verschiedenen Themen, die dann als Anregung und erster Eindruck ausreichen müssen.

Schön war es auf jeden Fall, und Kassel bedankte sich für unseren Besuch damit, dass es erst zu regnen begann, als der Bus starten wollte.

Quellenangaben:
1)http://www.maerchenatlas.de/personen/maerchensammler/maerchen-der-brueder-grimm/

2)https://museum-kassel.de/de/museen-schloesser-parks/neue-galerie

**************************

19.08.2021
Dr. Elke Therre-Staal
Das Bild der bösen Frau in den
Märchen der Gebrüder Grimm

In den 200 Kinder- und Hausmärchen, gesammelt und überarbeitet von den Gebrüdern Grimm, kommen 50 Hexen vor, eingerechnet drei männliche Hexenmeister als Ausbilder der Hexen. Die Grimms haben die Märchen mehrfach überarbeitet, sie „kindgerecht“ gemacht und Grausamkeiten und sexuelle Andeutungen gestrichen oder abgemildert.

In der Realität des Mittelalters wurde die Volkshexe mit den Attributen „alt, hässlich, böse“ beschrieben. Sie galt als dämonisch, arbeitete mit magischen Kräften hatte kein Problem damit, böse zu sein. Die Motive für ihr zerstörerisches Wirken, ihre Verfolgung sowie ihre Bestrafung durch die bekannten Foltermethoden bis hin zum Feuertod in „Hänsel und Gretel“ wurden aufgezeigt.

Der Vortrag von Frau Dr. Elke Therre-Staal beschäftigte sich mit den Quellen dieser Beurteilung. Als analytische und tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapeutin erklärte sie verdrängte Inhalte aus dem individuellen und dem kollektiven Unbewussten, also aus persönlichen Träumen und den Volksmärchen.

Eine weitere böse Frau in den Märchen ist die Stiefmutter, das Gegenbild der liebevollen, gütigen und sorgenden Mutter. Wegen der hohen Sterblichkeit im Kindbett war diese Konstellation Tochter/Stiefmutter sehr häufig. Deren Motive lagen in der Eifersucht: auf die Liebe des Vaters zu seiner Tochter, in der er das Abbild seiner verstorbenen geliebten Frau sehen konnte, auf die Schönheit und Jugend der Stieftochter. Über derartige Märchen, wie z.B. „Schneewittchen“ wurden Kinder durchaus dahingehend beeinflusst, in der zweiten Frau ihres Vaters per se eine böse Frau zu sehen.

Wilhelm Grimms Einstellung zu dem damaligen Rollenverständnis widersprechenden Frauen: sie sind hexenhaft und gefährlich. Dies zeigt sich in dem Traum von Wilhelm Grimm über Anette von Droste-Hülshoff.

Wer diesen Text und einiges mehr darüber erfahren will, dem empfiehlt es sich, auf folgender Internet-Seite zu stöbern:

https://www.esthergrau.de/?cat=1382&paged=4

**************************

12.08.2021
Jutta Banken
Impressionen aus Mali

Unser Vereinsmitglied, Frau Jutta Banken, hat viele Reisen im In- und Ausland unternommen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr eine Reise durch Mali mit dem „Rotel“, einem speziellen Bus, der den Reisenden Transportmittel, Restaurant und Hotelzimmer in einem bietet.

Auf diese Weise konnten auch Orte erreicht werden, die jenseits der Touristen-Hotspots liegen. Allerdings wurden die Reisenden aber auch gründlich durchgeschüttelt auf den holprigen Pisten. Frau Banken berichtete über überraschende, erfreuliche aber auch bedrückende Begegnungen mit der heimischen Bevölkerung.

Bakuna Matata – Es gibt keine Probleme: diese Antwort erhielt Sie häufiger, dabei hat Sie jede Menge Probleme gesehen: die Armut, die Schwerarbeit der Frauen, die hygienischen Zustände, die unerträgliche Hitze – alles kein Problem?

Hirsestampfen, Wäsche waschen, Reisig sammeln, Brotfladen backen … es stellte sich die Frage, was die Männer machen würden den lieben langen Tag. Sie waren im Alltag der Dörfer kaum zu sehen. Andererseits zeigte der Stamm der Dogon einen atemberaubenden Stelzentanz mit schweren Masken und die Männer tanzten sich über Stunden in Trance. Vielleicht war das ihr Beitrag zum Gemeinschaftsleben: die Götter oder die Ahnen zu besänftigen.

Die Reisenden konnten kaum widerstehen, traditionelle Masken und Kalebassen zu kaufen, die vermutlich in den entlegenen Dörfern selbst hergestellt wurden im Gegensatz zu den Industrieprodukten, die auf den Souvenir-Märkten in der Hauptstadt Bamako in Massen angeboten wurden.

Bei Ihrer Heimkehr war es fast ein Kultur-Schock: der saubere, kühle Frankfurter Flughafen mit allen erdenklichen Serviceleistungen war eine andere Welt.

Inzwischen ist der zentralafrikanische Staat ein Kriegs- und Krisengebiet, in dem sich die Lage der Bevölkerung noch einmal drastisch verschlechtert hat. Besonders Frauen waren und sind in Mali die Leidtragenden.

**************************

05.08.2021
Ramona Thiede-Seyderhelm
Gold, Silber und Elfenbein in der Kunst 

Der Schwerpunkt des Vortrags der Kunsthistorikerin und Archäologin Ramona Thiede-Seyderhelm lag auf dem Material „Elfenbein“ und ausgewählten Kunstwerken aus der Sammlung Winter im Frankfurter Liebieghaus.

Elfenbein besteht aus Zähnen von Mammut, Nashorn und Elefant und war ein wertvoller und hochgeschätzter Werkstoff. Dieses Material erlaubt wie kein anderes Material mit seiner elastischen Konsistenz außergewöhnlich feine Schnitzereien in einem warmen Farbton. Mit seiner seidigen Glätte und makellosen Ausstrahlung erfüllte es die höchsten Ansprüche adeliger Sammler von virtuos gestalteten Kunstwerken für die Naturalienkabinette vor allem im Barock und Rokoko.

Erst in der starken Vergrößerung der Fotografien konnte man die vielen Details erkennen, da die aus einem Horn geschnitzten Skulpturen naturgemäß relativ klein sind. Verblüffend ist die phantastische Dreidimensionalität, die nur von wahren Meistern der Elfenbeinschnitzerei geschaffen werden konnten. Nicht jeder Künstler ist namentlich bekannt.

**************************

29.07.2021
Prof.  Helmut Gebelein
Justus von Liebig
vom Schulabbrecher zum Professor

Die Gießener Universität trägt Liebigs Namen. Der schon mit 21 Jahren zum außerordentlichen Professor Ernannte wirkte dort 28 Jahre lang, bevor er 1852 nach München wechselte.

Was wie eine konsequente Erfolgsgeschichte anmutet, hatte jedoch auch in seiner Zeit erstaunliche Ungereimtheiten: er beendete seine Schulkarriere ohne Abschluss mit 14 Jahren, nannte als Berufswunsch Chemiker, begann eine Ausbildung in einer Apotheke und beendete sie nach einigen Monaten mit der Begründung, jetzt alles gelernt zu haben, was ein Apotheker bräuchte.

Mehrfach gab es Förderer, die seine Begabung erkannten und ihn unterstützten – mit Erfolg: Liebigs Erkenntnisse in Chemie, Ernährung und Landwirtschaft revolutionierten die Naturwissenschaft seiner Zeit.

Herr Professor Gebelein hatte „Knallerbsen“ mitgebracht – und zu unserer Freude auch vorgeführt, von denen schon der kleine Justus auf Jahrmärkten sehr beeindruckt war. Die angedachte Verköstigung von „Liebigs Fleischextrakt“ musste leider wegen der geltenden Hygieneregeln entfallen.

**************************

22.07.2021
Prof. Peter Schubert
Leonardo da Vinci –
fragmentarischer Versuch zu seiner Malerei und Zeichnung

Leonardo da Vinci Leonardo, Michelangelo und Raffael sind die drei Genies, die die Hochrenaissance einleiteten, die Kunst revolutionierten und aus der Erstarrung des Mittelalters erlösten.

Prof. Peter Schubert beschränkte sich in seinem Vortrag über Leonardo da Vinci auf Malerei und Zeichnung Leonardos, weil seine Werkbiografie darin ihre Wurzeln hat. Beide künstlerische Betätigungen verstand er als von Augen und Hand bestimmte geistige, ja wissenschaftliche Tätigkeiten, die ihn zugleich befähigten, beobachtend, gestaltend und theoretisierend die Grenzen des rein Künstlerischen zu überschreiten und damit zugleich Kunst und sichtbare Welt als eine Einheit in Schönheit kenntlich zu machen.

Diese umfassende Sichtweise legte Herr Professor Schubert umfassend und in Abstimmung mit ausgewählten Arbeiten dar. Natürlich durfte die Mona Lisa nicht fehlen, aber mindestens genauso beeindruckend sind die Detailstudien, Skizzen und Zeichnungen.

Obwohl reiche Auftraggeber bedeutende Werke ermöglichten, konnte mancher große Plan nicht verwirklicht werden – aus wirtschaftlichen Gründen. Das riesige Reiterdenkmal wurde niemals gegossen, da Ludovico Sforza die dafür reservierte Bronze für Kanonen gegen die Franzosen benötigte.

**************************

15.07.2021
Dietlind Stürz
Lotte Laserstein

Das Werk von Lotte Laserstein (1898 – 1993) der Berliner Jahre zwischen 1928 und 1937 wird gemeinhin der Neuen Sachlichkeit zugeordnet.

Doch bei Lotte Lasersteins Bildern gibt es wenig Gesellschaftskritik, keine bissigen Kommentare zum aktuellen Geschehen auf den Straßen der Großstadt wie bei Otto Dix oder George Grosz. Vielmehr wendet sich die Künstlerin dem Bild der „Neuen Frau“ zu und zeigt diese selbstbewusst im gesellschaftlichen Wandel eines neuen Frauen-Rollenverständnisses.

Ihre Selbstportraits zeigen sie mehrfach mit ihrer Freundin Traute Rose als Model, außergewöhnlich und skandalös war vor allem das Aktbild im Stil der „schlafenden Venus“. Ungewöhnlich war auch der Hintergrund vieler Bilder: ein Blick aus dem Atelierfenster auf ein detailreiches Stadtbild. In Anbetracht der meist kleinen Formate ihrer Bilder war dies besonders beeindruckend.

**************************

08.07.2021
Sommerliches Beisammensein auf dem Schiffenberg

Nicht ganz so sommerlich wie angekündigt war unser diesjähriges Treffen. Das Wetter hat es gerade noch so einigermaßen möglich gemacht, dass wir im Innenhof des Kloster Schiffenberg zu Kaffee und Kuchen nach der langen Zeit wieder zu lockeren Gesprächen zusammenfinden konnten.

Vielleicht war es aufgrund der Unwetterwarnungen und der vorhandenen Corona-Bedrohung bei nur 18 Teilnehmerinnen geblieben. Das große Unwetter blieb aus, als die ersten Regentropfen fielen war der Kuchen schon fast aufgegessen und wir konnten den zweiten Programmpunkt angehen:

Frau Bock hatte sich vorbereitet und uns in der nur für uns geöffneten Basilika wesentliche Informationen über das Gebäude und seine Geschichte gegeben. Den Weg zum Auto mussten wir allerdings im strömenden Regen zurücklegen.

Einhellige Meinung: Es war schön und man müsste noch einmal zu einer öffentlichen Führung mit Herrn Meilinger zusammen kommen. Das können wir gerne machen, aber für das Wetter kann ich nicht garantieren!

**************************

01.07.2021
Ulrike Kuschel
Max Ernst und seine Frauen

Max Ernst hatte eine Vielzahl von Beziehungen zu mehreren eigenständigen Frauen. Im Mittelpunkt des Vortrags stand aber nicht der Künstler Max Ernst sondern die vorgestellten Frauen. Alle gehören den Avantgarde-Bewegungen von Dada und Surrealismus an – starke Frauen, die nicht verschiedener sein könnten.

Max Ernst war mit vier seiner Lebensgefährtinnen verheiratet – zusätzlich führte er mehrere „wilde Ehen“ und kurze Affären. 

**************************